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Diebe suchen nach Geld und Schmuck

Vermehrt Einbrüche Diebe suchen nach Geld und Schmuck

Seit Weihnachten haben sich in der Gemeinde Weimar mehrere Wohnungseinbrüche ereignet. Die Polizei rät zur Vorsicht, hält die derzeitige Häufung aber für einen Zufall.

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Ein Tischchen voller Schmuck und Geld. Die Polizei rät, auch in den eigenen vier Wänden mit Wertsachen vorsichtig umzugehen und nichts von außen einsehbar rumliegen zu lassen.

Quelle: Nadine Weigel

Weimar. Wohnungseinbrüche gibt es zu jeder Jahreszeit, doch in den Wintermonaten nutzen Einbrecher die lange Dunkelheit gerne aus. Dabei beschränken und verlassen sich die Täter schon längst nicht mehr auf die Anonymität der Städte. Immer wieder gehen sie auch in Dörfern auf Beutezug. Brachen sie dort früher zumeist in nachts leerstehende Gebäude, wie Vereinsheime oder Kindergärten ein, gucken sie sich jetzt immer öfter auch Wohnhäuser aus. Wie zum Beispiel am Dienstag, 22. Januar, in Roth, wo sich Einbrecher Schmuck in Höhe von mehreren tausend Euro holten. Durch die Terassentür, die der oder die Täter aufhebelten, verschafften sie sich Zutritt.

Am Wochenende wurde in zwei Wohnhäuser in Niederweimar eingebrochen. Nach Spuren am Tatort gelangte der Täter durch ein aufgehebeltes Fenster in eine Kellerwohnung in der Straße „Am Weinberg“. Dort erbeutete er einen Laptop und Schmuck. In der Breslauer Straße erbeutete möglicherweise der gleiche Täter aus einem Haus eine digitale Fotoausrüstung, Sammlermünzen, Münzgeld, Schmuck und wertvolle Armbanduhren.

Am Wochenende zuvor wurde aus einer Jagdhütte in Wolfshausen unter anderem Bier gestohlen. Die Täter richteten einen Sachschaden von mindestens 200 Euro an (die OP berichtete am 29. Januar). Erst an Heiligabend vergangenen Jahres stiegen Einbrecher in zwei Einfamilienhäuser in Niederweimar ein, deren Bewohner nicht da waren. Ein Einbruch in der Sonnenstraße brach der Täter ab.

Beim ersten Einbruch erbeutete der Unbekannte Bargeld, einen Tablet-PC sowie Schmuck in Höhe von 700 Euro. Im zweiten Fall wurde der Gesamtschaden auf 1200 Euro geschätzt. Dass es zuletzt vermehrt in der Gemeinde Weimar und dort insbesondere in Niederweimar zu Einbrüchen kam, wertet Polizeisprecher Martin Ahlich im Bezug auf die Häufigkeit in anderen Gemeinden als Zufall.

Nichtsdestoweniger rät er zur erhöhten Aufmerksamkeit und Vorsichtsmaßnahmen, um sich selber zu schützen. Besonders wichtig sei es, dem Täter „Zeit in den Weg zu stellen“. „Denn die hat der Einbrecher meist nicht“, sagt Ahlich.

Polizei bietet kostenlose Beratung vor Ort an

Gut seien Bewegungsmelder am Haus, auf die Nachbarn einen guten Blick haben. Außerdem sind Fenster geschlossen zu halten und die im Erdgeschoss sollte man zusätzlich auch abschließen. Martin Ahlich fordert dazu auf, die Haus- und Balkontür immer abzuschließen, auch für kurze Momente, wo niemand im Haus ist. „Die meisten Täter geben auf, wenn sie nicht binnen fünf Minuten ins Haus kommen“, so die Erfahrung des Polizeisprechers.

Die Spurenlage der aktuellen Einbrüche in Weimar weisen nicht zwingend auf einen Täter hin. Die Taten zeigen indessen Wirkung. Während manche Bürger wachsamer geworden sind, haben andere schon Angst, dass auch in ihr Haus eingebrochen werden könnte.

Von den Opfern solcher Taten ist in der Öffentlichkeit kaum die Rede. Für viele von ihnen ist es nicht möglich, ein solches Ereignis ohne Folgen zu verkraften, sagt Martin Ahlich. Trotz des Austauschs der Schlösser, würden manche letztendlich in eine andere Wohngegend ziehen, weil sie sich in ihrem eigenen Haus nicht mehr sicher genug fühlen, so Ahlich.

Die Polizei möchte mit dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt. Claus Dieter Jacobi ist Kriminalpolizeilicher Berater. Er berät kostenlos, was man tun kann, um sein Haus besser vor Einbrüchen zu schützen. Er steht Bürgerinnen und Bürgern sowie Firmen und Institutionen für Beratungen vor Ort zur Verfügung. Da er seit 32 Jahren im Polizeidienst ist, kennt er sich im Landkreis- Marburg-Biedenkopf gut aus. Claus Dieter Jacobi gibt individuelle und produktneutrale Tipps, wie Häuser einbruchssicherer gemacht werden können.

Claus Dieter Jacobi ist über die Telefonnummer 0 64 21/ 40 61 23 zu erreichen. Zudem ist er mit einem Stand auf der Memo Bauen auf dem Messegelände in Marburg vertreten.

von Tabitha Sell

Hintergrund

Schon einmal rückte Weimar in den Fokus eines Einbrechers. Dabei handelte es sich um einen Serieneinbrecher, der im Juni 2011 gefasst wurde. Neben Zielen in Marburg wählte er auch Häuser in Niederweimar, Wenkbach und Niederwalgern aus. Der damals 34-jährige Mann war ein wohnsitzloser Mehrfach- und Intensivtäter, der insgesamt für weit mehr als 30 Einbrüche verantwortlich war.

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