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„Die letzten Neun“ von Oberweimar

Theaterpremiere „Die letzten Neun“ von Oberweimar

Oberweimar hätte beinahe nicht überlebt: Im Jahr 1647 lebten dort nur noch neun Menschen. Wieso es den Ort heute noch gibt? Darüber hat sich die Theatergruppe des Dorfes so ihre Gedanken gemacht.

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Große Bühnenbilder braucht das „Spielwerk ElfFünfNeun“ für die eigenen Theaterstücke nicht: Malerisches Idyll im Pfarrgarten und der Kirchturm und die alten Häuser im Hintergrund bilden die Kulisse, in der die Darsteller ihre Geschichte spielen.

Quelle: Patricia Grähling

Oberweimar. Eigentlich wollten die Bewohner Oberweimars zur 850-Jahr-Feier 2009 nur ein paar Szenen zur Geschichte des Dorfes auf die Bühne bringen. Entstanden ist ein ganzes Theaterstück – und daraus wurde eine Gruppe geboren, die bis heute immer wieder gerne auf der Bühne steht. Das „Spielwerk ElfFünfNeun“ führt am Wochenende wieder ein Stück mit historischem Kern im Pfarrgarten auf.

Premiere feiert „Die letzten Neun“ am 2. September um 20 Uhr. 18 Darsteller und zehn Helfer im Hintergrund wirken laut Drehbuchautor Henning Smolka mit, damit das Stück auch wieder zu einem Erfolg wird. Wieder mit an Bord ist auch
Regisseur Peter Meyer, der mittlerweile in Basel wohnt und eigens für Intensivproben nach Oberweimar kommt.

Und zu proben und zu tun haben die Oberweimarer wenige Tage vor der großen Premiere noch einiges. Die Kostüme sind mit liebevollen Details versehen worden, auch wenn die Darsteller sie an den heißen Tagen während der Probe lieber nicht anziehen. Noch sitzen nicht alle Texte und hier und da steht ein Darsteller schon mal an der falschen Stelle. Doch Smolka ist gelassen: „Bis jetzt dachten wir jedes Mal, dass es nur schief gehen kann – und irgendwie hat es zur Aufführung dann hervorragend geklappt.“

Vor der Bühne gibt es Platz für bis zu 200 Zuschauer

Es ist das zweite Stück unter freiem Himmel, das die Gruppe aufführt. Die letzten drei Aufführungen – ein Krimi-Dinner, ein etwas anderes Krippenspiel und eine Reformations-Revue – fanden in der Kirche oder im Restaurant Gutsstübchen statt. „Diesmal wollten wir es mal wieder versuchen“, sagt Smolka. Auch wenn eine Aufführung unter freiem Himmel das Viel­fache an Aufwand bedeute.

Die Bühne steht bereits und auch die Tontechnik. Laut Smolka werden die Darsteller diesmal mit Funkmikrofonen ausgestattet sein. Es fehlen nur noch die Bänke, auf denen sich dann bis zu 200 Zuschauer niederlassen können, um das Stück zu genießen. Und das verspricht sehr lustig zu werden – vor allem wenn man die Darsteller kennt, die in ihrer Rolle nicht zählen können, die lautstark singen, kämpfen oder sich ängstlich verstecken. Denn die Gruppe spielt ein historisches Stück in einer turbulenten Zeit: Oberweimar im 30-Jährigen Krieg.

„Und unser Stück hat wieder einen realen Kern“, betont Smolka. So sei es in den Kirchenbüchern verbrieft, dass im Jahr 1647 nur noch neun Menschen in dem Dorf gelebt haben. Smolka hat sich darüber Gedanken gemacht und überlegt, welche Menschen noch in einem solchen Dorf wohnen – und wie sie es geschafft haben, zu überleben. „So viele Dörfer sind in dieser Zeit für immer verschwunden“, sagt er.

In Oberweimar spielt dabei auch eine Kinderbande eine Rolle, die das Dorf überfallen will. So dürfen diesmal auch die jungen Einwohner mitspielen, erklärt der Drehbuchautor, der in dem Stück als Pfarrer predigt. „Es wird auch einige Kampfszenen geben. Schließlich müssen die Frauen im Dorf sich wehren lernen“, verrät er. Smolka wünscht sich, dass das Stück bei den Zuschauern ein Wechselbad der Gefühle auslöst. So gebe es traurige Stellen, die Betroffenheit auslösen sollen – ebenso wie sehr viele humorvolle Szenen über die herzlich gelacht werden kann.

  • Aufgeführt wird „Die letzten Neun“ am 2. und 3. September jeweils ab 20 Uhr im Pfarrgarten in Oberweimar. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 10 Euro und an der Abendkasse 12 Euro. Vorverkauf bei der Sparkasse in Niederweimar, bei Familie Matthäi/Weber, Garten­straße 8, Oberweimar, und im Rathaus.

von Patricia Grähling

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