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Lesung

Die erkämpfte Wiedervereinigung

Die Mahnung ergab sich fast von selbst: Es kann nötig sein, für Rechte zu kämpfen. Dass wir in Freiheit leben, ist keineswegs selbstverständlich und auch nicht für immer festgeschrieben.
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Jutta Fleck (links) und Ines Veith erzählten den Schülern in Heskem von ihrer Zeit in der DDR. Auch ein Kamerateam von SAT 1 interessierte sich für Lesung und Diskussion in der Schule.

© Michael Agricola

Heskem. „Leben in der DDR“, „Deutsche Einheit“ – angesichts des 20. Jahrestags der deutschen Wiedervereinigung am Sonntag wird man derzeit auf allen Kanälen mit Dokumentationen und Berichten überhäuft. Die Schüler der Abschlussklassen der Gesamtschule Ebsdorfergrund (GSE), allesamt weit nach dem Mauerfall geboren, hatten in dieser Woche jemanden zu Gast, der ihnen aus erster Hand von ihrem Leben vor und hinter dem einstigen „Eisernen Vorhang“ erzählen konnte.

Jutta Fleck ist heute im Auftrag der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung unterwegs. Nicht als „Geschichtslehrerin“, die Zusammenhänge in der jüngeren deutschen Geschichte einordnet oder gar die Geschichte der deutschen Einheit lehrt. Jutta Fleck erzählt „nur“ ihre eigene Geschichte: Sie berichtet, was sie als DDR-Bürgerin erlebt hat; als eigentlich unpolitische berufstätige Frau mit Kindern, die sich in ihrem Land nicht wohlgefühlt hat, weil sie nicht durfte, was sie gern wollte – zum Beispiel ins Ausland reisen. Die ihr Land deswegen verlassen wollte – aber auch das nicht durfte. Die sich aus diesem Grund zu einer abenteuerlichen Flucht entschloss, die ihrem Leben eine völlig andere Wendung gab. Sie wurde verhaftet, unter unmenschlichen Bedingungen ins Gefängnis gesteckt und, am schlimmsten – von ihren Kindern getrennt.

Später wurde Jutta Fleck, die früher mit Nachnamen Gallus hieß, als „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt. Ihr Leben, das die Autorin Ines Veith mit ihr zusammen aufschrieb, ist die Basis für den gleichnamigen Fernsehfilm mit Veronica Ferres gewesen. Das, was Jutta Fleck widerfuhr, als sie ihre Ausreise in die damalige Bundesrepublik beantragte, ist ein Musterbeispiel für das, was jede Diktatur mit dem einzelnen Menschen macht – den individuellen Willen brechen und „Aufmüpfigen“ beweisen, „dass sie allein machtlos sind – ein Nichts“.

Möglicherweise war nicht alles, was Jutta Fleck und Ines Veith in Heskem sagten, für die Nachwendekinder an der GSE selbstverständlich. Doch die gut 100 Schüler folgten den Erzählungen und der Filmdokumentation zweieinhalb Stunden lang äußerst konzentriert. Und sie erkannten, worauf es Jutta Fleck ankam – die Perspektive des einzelnen in einer Diktatur.

von Michael Agricola

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  • Polen wird vergessen HdE – 02.10.10
    Ich kann diese Beweihräucherung schon bald nicht mehr hören. Honnecker will heute niemand mehr gekannt haben und es wird so getan, als hätten Genscher und Kohl alleine die Wende herbeigeführt. DDR-Bürger haben nicht sehr viel dazu getan, sie sind später dann auf den fahrenden Westzug aufgesprungen. Wieso sagt niemand was um die Verdienstes des Papstes, des polnischen und ungarischen Volkes und von Solidarnosh. Ohne Lech Walesa und Solidarnosh zur rechten Zeit würden heute die DDR-ler immer noch nach Bananen anstehen.

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