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Die beste Furche gewinnt

Niederwälger Pflügetag Die beste Furche gewinnt

Tradition trifft Moderne. Mit Pferd und mit Maschine ging es am Sonntag beim Niederwälger Pflügertag aufs Wettkampf-Feld. Zahlreiche Besucher ließen sich das Spektakel nuicht entgehen.

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Zahlreiche Besucher kamen gestern zum Niederwälger Pflügetag und bestaunten die Pferdegespanne, die wie zu Großvaters Zeiten Pflüge zogen.

Quelle: Ina Tannert

Niederwalgern. Niederwalgern. Die sonst so beschauliche Felderlandschaft bei Niederwalgern wurde zum Austragungsort von gleich zwei Landesentscheiden. ­Landwirte aus ganz Hessen und darüber hinaus traten gegeneinander an.

Die Pflüger - mal mit Pferd, mal mit Maschine - gaben sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand: Zum 36. Mal fand der Landesentscheid im Leistungspflügen mit Traktoren statt, an dem zehn Schlepperfahrer aus Hessen teilnahmen. Parallel liefen die Hessischen Meisterschaften im Pferdegespannpflügen, veranstaltet von der IGZ-Hessen. Zehn Pflüger mit ihren stämmigen Kaltblütern ­nahmen teil. Zu dem Doppel-Event eingeladen hatte der Historisch-Landwirtschaftliche Verein Niederwalgern.

Tradition trifft Moderne. Mit Pferd und mit Maschine ging es gestern beim Niederwälger Pflügertag aufs Wettkampf-Feld.

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Ob Tier oder Maschine - alles drehte sich um die perfekte Furche auf der eigenen Parzelle. Beim Drehpflügen oder Beetpflügen per Schlepper zeigten die auffallend jungen Teilnehmer ihr Geschick auf dem Feld. Insgesamt vier Pflüger aus dem Landkreis nahmen teil. Besonders gut vertreten war mit drei Teilnehmern der Ort Hachborn in Ebsdorfergrund. „Ein schöner Wettkampf. Wir drei machen alle zum ersten Mal mit - einfach so zum Spaß“, erzählte Jonathan Wege.

Bei der Arbeit musste er wie die Kollegen einige Regeln beachten. Start- und Endpunkt der Spaltfurchen waren vorgegeben, der sogenannte Zusammen- und Auseinanderschlag während des Pflügens wurde aufmerksam von zahlreichen Preisrichtern kontrolliert. „Runde für Runde wird weiter untergepflügt. Die Erde muss hochkommen, das Grün vom Gras möchten wir nicht sehen“, erklärte Preisrichter Günter Klein.

Akribisch wurde immer wieder nachgemessen: Fahrer und Richter setzten an jeder Furche den Zollstock an, schauten ganz genau auf die Tiefe der Furchen, auf Verlauf und das Auspflügen. Jeder Teilnehmer hatte 20 Minuten Zeit für die Arbeit. Zu tiefe oder zu flache Furchen oder zu viel Zeitverlust bedeuteten Punktabzug.

Ein buntes Bild boten ebenfalls die Teilnehmer beim Gespannpflügen, die die traditionelle Feldarbeit zu Pferd wieder aufleben ließen. Zahlreiche stämmige, teils bunt ­geschmückte Kaltblüter warfen sich in die ­Seile und zogen die schweren Pflüge wieder und wieder über den Boden.

Spätsommertag

Der Zustrom am Pflügertag war groß, zahlreiche Besucher säumten über Stunden hinweg die Feldränder. So großes Interesse an ihrer Arbeit hatten viele Landwirte auch noch nicht erlebt, die sich die Felder mit vielen neugierigen Gästen teilen mussten. Viele folgten Traktoren und Pferden bei der Arbeit und feuerten die Wettkampfteilnehmer an.

Im Rahmen der Wettbewerbe fand ein buntes Pflügerfest neben dem Gelände statt. Die Grenzgangmusikanten aus Goßfelden sorgten für den musikalischen Rahmen.

Auch in die Historie der landwirtschaftlichen Technik konnten die Besucher eintauchen. Die Landtechnikfreunde Niederwalgern und die Oldtimerfreunde Mittelhessen stellten moderne wie historische Traktoren aus. Darunter einer der ältesten Schlepper, ein Ursus C 45 aus dem Jahr 1948, der noch aufwendig mit Glühkopfmotor angetrieben wird. Das kam gut an bei den Besuchern, die sich in Scharen um die Vorführungen der Oldies versammelten und einen entspannten, sehr sonnigen Spätsommertag auf dem Feld verbrachten.

Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf nahmen im Wettbewerb Drehpflügen Steffen Findt (Hachborn), Niklas Schäfer (Hachborn, 3. Platz), Jonathan Wege (Hachborn) und Manfred Junk (Sterzhausen) teil.

Das Pferdegespannflügen entschied Sven Hubert für sich. Das Traktorenpflügen gewannen Alexander Krug (Drehpflügen) und Jan-Hendrik Köhler (Beetpflügen).

von Ina Tannert

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