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Die Suche nach Wohnraum

Unterbringung von Flüchtlingen Die Suche nach Wohnraum

In den Südkreisgemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen appellieren die Bürgermeister an die Bürger, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

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Eine Mutter trägt ihr Kind. Die beiden haben es nach Deutschland geschafft. Das Wissen, dass es sich bei den Asylsuchenden um Menschen handelt, die viele schlimme Sachen in ihrer Heimat erleben mussten, lässt hierzulande viele Menschen helfen.

Quelle: Patrick Pleul

Fronhausen. Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber hat seine Bitte an alle Bürger großflächig auf die Coverseite des amtlichen Mitteilungsblattes der Gemeinde Fronhausen gesetzt. Er muss zugeben, dass die Gemeinde selbst über keine geeigneten Liegenschaften verfügt, doch setzt er auf die Bürger, die Wohnraum frei haben „höflichst gegen entsprechende Mietzahlung durch das Landratsamt Marburg-Biedenkopf, um Unterstützung“. Die Wohneinheiten sollen über separate Eingangstüren verfügen, wie ganz normale Mietwohnungen. Weber, der als Bürgermeister auch für den gesamten Gemeindevorstand spricht, führt aus, dass dieser es „als menschliche und staatsbürgerliche Pflicht ansieht, im angemessenen Verhältnis zur Einwohnerzahl beim Bewältigen dieser für alle Beteiligten schwierigen Situation zu helfen“.

Anreizsystem setzt auf Entschlossenheit

Die Gemeinde Ebsdorfergrund kann, weil sie ausgeglichene Haushalte erzielt, potenziellen Vermietern noch etwas mehr entgegenkommen. So will der Gemeindevorstand für den Haushalt 2015 eine Summe von 45000 Euro einstellen, um Menschen, die Wohnraum zur Verfügung stellen, zusätzlich einen kleinen Obulus zahlen zu können. So würde die Gemeinde bei der durchschnittlichen Aufnahme von fünf Personen im Jahr einen Miet- und Betreuungszuschuss in Höhe von 1200 Euro im Jahr zahlen. Bei zehn Personen einen Zuschuss von 2500 Euro und bei 15 Personen einen Zuschuss von 4000 Euro im Jahr.

Aber Achtung: Das Anreizsystem setzt auf schnelle Entschlossenheit. „Für jeden Ortsteil wird der Miet- und Betreuungszuschuss nur einmal bereitgestellt. Der Miet- und Betreuungszuschuss erhält nur der erste Antragsteller im jeweiligen Ortsteil. Zurzeit leben in Ebsdorfergrund fünf Flüchtlinge, die nach OP-Informationen zum Teil sehr gute Kontakte zu Einheimischen gefunden haben. Schulz wie auch sein Amtskollege Weber setzen darauf, dass die Hilfsbereitschaft hoch sein wird. Schließlich wissen doch alle Menschen, dass es sich bei den asylsuchenden Flüchtlingen zumeist um Menschen handelt, die vor Krieg, Zerstörung und persönlicher Bedrohung geflohen sind, oftmals schlimme Dinge erlebt haben und deshalb keinen anderen Ausweg mehr sahen, als ihre Heimatländer zu verlassen. Weber kann sich bereits über einen Mitbürger freuen, der sich bereiterklärt hat, Wohnraum für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.

Wer Rückfragen an seine Gemeinde hat oder gar Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, meldet sich einfach beim jeweiligen Ordnungsamt.

von Götz Schaub

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