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NSU-Modelle in Weimar

Die Männer auf den schnellen „Mäxen“

Heiße Öfen, gemeinsame Bikertouren und kultige Motorradgeschichte: Um diese Themen drehte sich das Treffen der NSU-Max-Gemeinschaft. 120 Biker besuchten die Gemeinde Weimar.
Etwa 120 Motorradfreunde kamen zum NSU-Max-Treffen.

Etwa 120 Motorradfreunde kamen zum NSU-Max-Treffen.

© Ina Tannert

Oberweimar. Eine große Leidenschaft für Motorräder aus den 50er Jahren verbindet die NSU-Max Interessengemeinschaft (IG). Die Mitglieder haben sich dem Erhalt „eines der interessantesten NSU-Motorradmodelle der 50er Jahre“ verschrieben, erzählen die Biker. Ihr Jahrestreffen veranstaltete die „Max-Fans“ in diesem Jahr in der Gemeinde Weimar.

Rund 120 Mitglieder aus ganz Deutschland und darüber hinaus nahmen teil und füllten die Straßen der Region. Ausgangspunkt war die Grillhütte in Oberweimar, die sich an diesem Wochenende quasi in ein kleines Zweirad-Oldtimermuseum verwandelte. Zwischen Hütte, Zeltplatz und Biertischen glänzten die liebevoll restaurierten und auf Hochglanz polierten Max-Bikes in der Sonne.

Zwei große gemeinsame Ausflüge durch die Gemeinde standen im Mittelpunkt des Treffens. Bei bestem Motorradwetter tourten die Biker im Konvoi durch die Region und besuchten beliebte Ausflugsziele. Am Samstagabend versammelten sie sich zu einem großen Clubfest. Auch Bürgermeister Peter Eidam war eingeladen, stellte die Besonderheiten der Gemeinde vor und wünschte den Bikern „immer und allseits gute Fahrt“. Bei einem lockeren Grillabend ließen die Motorradfans das Treffen ausklingen.

Rüdiger Teves, Organisator des Treffens, nutzte diese Gelegenheit, um die alljährlichen Max-Preise an spezielle Mitglieder zu überreichen. Für die längste Anfahrt zu dem Treffen wurde Werner Voll ausgezeichnet. Der Cuxhavener legte 500 Kilometer zurück. Er erhielt auch den „tröstlichen“ Preis für den größten Pechvogel: Während der langen Fahrt brach der Seitenwagenrahmen seiner Maschine.

Den Preis für das älteste Modell erhielt Markus Pforr für seine Maschine aus dem Jahr 1953. Als jüngste Max-Fahrerin der IG wurde die 25-jährige Jasmin Baube ausgezeichnet. Jüngster Teilnehmer des Treffens war, wenn auch (noch) ohne eigenes Bike, der 11-jährige Moritz Stöhler.

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand das gemeinsame Hobby der Gemeinschaft, die Leidenschaft für die NSU-Max-Bikes der 50er Jahre. Das Motorenwerk NSU (Neckarsulm), heute eine Tochterfirma von Audi, war zu dieser Zeit der größte Zweiradhersteller der Welt, erzählte Motorradfan Stephan Thum. Die ab 1953 in Massenproduktion hergestellten NSU-Max Motorräder wurden schnell zu beliebten Maschinen und galten als Highlights dieser Zeit.

Das Besondere: der Antrieb der obenliegenden Nockenwelle der leistungsstarken 250 Kubikmeter-Maschinen geschah über eine neuartige Schubstangensteuerung. „Das war damals revolutionär neu und löste einen wahren Motorradboom aus“, weiß Thum.

Besonders drei Modelle haben es den Fans angetan: der Standard-Max sowie die Nachfolger Spezial- und Super-Max. „Bis heute wecken die Mäxe einfach eine anhaltende Faszination“, sind sich die Fans einig. Diese Begeisterung führte schließlich auch zur Gründung der Biker-Gemeinschaft. Nachdem sich seit den 70er Jahren ein wahrer Oldtimerboom entwickelte, wurden die robusten und bis heute alltagstauglichen Max-Maschinen immer beliebter.

Gründer des Clubs war schließlich Dieter Kaiser, der 1992 das gemeinsame Hobby zu einer Interessengemeinschaft verband, in der sich Fans bis heute austauschen können. Die meisten der über ganz Deutschland verteilten IG-Mitglieder restaurieren die größtenteils heruntergekommenen Motorräder selber, möbeln ihre Schätze bis ins kleinste Detail wieder auf und tauschen sich mit Gleichgesinnten aus. Mittlerweile hat die IG rund 450 Mitglieder.

Dabei hat das clubeigene Kürzel „NSU“ den Max-Fans schon des öfteren missverständliche Probleme bereitet. Stand der berühmte Begriff NSU jahrzehntelang nur für den größten Zweiradhersteller der Welt, hat die Abkürzung in der jüngsten Vergangenheit durch die rechtsextreme Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund erheblich an Negativbelastung zugenommen. Dabei hat das eine mit dem anderen natürlich nichts zu tun.

von Ina Tannert


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