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Die Germanen und das Lagerleben

Museumstag auf der „Zeiteninsel“ Die Germanen und das Lagerleben

Andrang aufs bunte Markttreiben herrschte gestern beim Germanentag des archäologischen Freilichtmuseums „Zeiteninsel“ Argenstein. Große und kleine Geschichtsfreunde auf einer Reise in die Vergangenheit.

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Zwischen Zelten und Ständen mit alter Handwerkskunst herrschte auf der „Zeiteninsel“ Argenstein beim gestrigen Museumssonntag reger Betrieb

Quelle: Michael Hoffsteter

Argenstein. Wer schon immer einmal hautnah erfahren wollte, wie unsere Vorfahren vor gut 2 000 Jahren ihren Lebensalltag gestalteten, war gestern auf dem Gelände der „Zeiteninsel“ richtig. Von Feuer machen oder Bogenschießen über Weben, Drechseln und Schmieden gab es vieles zu sehen, auch bunt gewandetes Marktvolk.

Anschaulich präsentierten rund 50 Akteure verschiedener Gruppen den Alltag der Menschen aus der Zeit um Christi Geburt, der Römer und Germanen, präsentierten traditionelles Handwerk und Lagerleben und führten die Besucher auf eine Reise durch die Vor- und Frühgeschichte. Das Interesse war groß, den ganzen sonnigen Sonntag über reihten sich lange Besucherschlangen auf dem Lagergelände aneinander. Insbesondere die kleinen Gäste erprobten ausgiebig ihr handwerkliches Geschick an den verschiedenen Stationen, übten den Umgang mit Schwert, Speer und Bogen oder spielten mit einem echten, handzahmen Wolf, den der römische Schmied Martin Becker mit auf den Markt brachte.

Museumstag Zeiteninsel Argenstein - Martin Becker (Schmiede) : Foto / Michael Hoffsteter

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Informativ berichteten die historisch versierten Darsteller über allerhand Wissenswertes aus der kulturellen Vielfalt des Germanentums. Darstellergruppen wie die „Foederati“ betrieben vor Ort Schmiedefeuer per historischem Blasebalg und zeigten allerhand Metall-, Holz- und Textilhandwerke.

Der Förderverein der „Zeiteninsel“ führte vor Ort eine historische Wipp-Drechselbank vor. Sehr beliebt bei den Gästen war auch der anschauliche Bau eines historischen Muffelofens aus Lehm und Pferdemist, der künftig zum Brennen von traditionellen Bronzeformen genutzt werden soll. Seit Wochen arbeiten die Handwerker Stefan Heeb und Ralf Gössling an der Fertigstellung des robusten Gebildes. Das bis heute verwendete Konstruktionsprinzip besteht aus zwei verschiedenen Brennkammern, die durch eine Lochtenne getrennt sind. „Es ist der Anfang einer künftigen bronzezeitlichen Werkstatt“, erklärte Darsteller Heeb. Mithilfe der in dem Ofen gebrannten Formen können später per Erdesse Bronzeprodukte auf althergebrachte Art hergestellt werden.

Zufriedene Gäste

Die Gäste zeigten sich sehr zufrieden mit dem abwechslungsreichen, informativen Markttag. „Es gefällt mir ausgesprochen gut, die Handwerker und Darsteller nehmen sich wirklich Zeit für die Besucher“, lobte etwa Britta Schmidt. „Ich finde es super, dass man bei allem ­mitmachen kann, eine schöne Veranstaltung in toller ­Atmosphäre“, fand Heiko Schäfer.

Den Germanentag richtete die „Zeiteninsel“ als Beitrag zum Museumstages aus. Mehr als tausend Menschen besuchten den Aktionstag, schätzten die Veranstalter. „Wir sind hochzufrieden“, freute sich Dr. Andreas Thiedmann vom Vorstand der Zeiteninsel-Genossenschaft.

von Ina Tannert

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