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Die CDU ohne Werner Bastian: „Das ist ein tiefer Einschnitt“

Nachruf Die CDU ohne Werner Bastian: „Das ist ein tiefer Einschnitt“

Was Werner Bastian sagte, galt. Darauf konnte die CDU Marburg-Biedenkopf immer bauen. Bis zuletzt gehörte er als Schatzmeister dem Vorstand des Kreisverbandes an. Er holte für Reden viele Spitzenpolitiker der Union in den Kreis

Fronhausen. Völlig unerwartet verstarb am 26. Oktober Werner Bastian aus Fronhausen. Er wurde 70 Jahre alt.

Bastian engagierte sich über viele Jahre in der CDU, erwarb in verschiedenen Funktionen eine kreisweite Bekanntheit, war angesehen und hatte aufgrund seiner Gradlinigkeit auch den Respekt von Menschen aus anderen politischen Lagern. 1970 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der CDU in seiner Heimatgemeinde Fronhausen, für die er sich von 1972 bis 2011 durchgängig als Gemeindevertreter zur Verfügung stellte. Aktuell gehörte er dem geschäftsführenden Vorstand als Kreisschatzmeister an. Als solcher stand er noch an seinem Todestag ganz normal in Kontakt mit dem hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der bekanntermaßen auch Vorsitzender des hiesigen Kreisverbandes ist. „Es war eine erschütternde Nachricht, die uns einen Tag später erreichte“, sagt Schäfer. Für ihn war Bastian weit mehr als nur ein Parteifreund. „Wir haben eng zusammengearbeitet und hatten viel persönlichen Kontakt. Das wir jetzt ohne ihn sein müssen, ist ein tiefer Einschnitt. Eine CDU ohne ihn war für mich bisher immer undenkbar“, sagt Schäfer.

Ein Mann, der gerne Aufgaben übernahm

Der CDU-Fraktionschef im Kreistag Werner Waßmuth pflichtet ihm bei: „Werner Bastian reißt eine große Lücke, wir werden ihn alle sehr vermissen.“ Er war ein zuverlässiger, ehrlicher und freundlicher Mensch. Man wusste immer, woran man bei ihm war“, resümiert Waßmuth. Wer sich mit Bastian auf eine politische Debatte einließ, konnte ihn auch mal erhitzt erleben. Doch blieb er stets besonnen, sodass es nie schwer fiel, sich nach einer Diskussion wieder „normal“ zu unterhalten und ein gemeinsames Bier zu genießen.

Bastian war ein Mensch, der Aufgaben suchte, fand und wirklich gerne übernahm. Ein Leben ohne Aufgaben wäre nicht seins gewesen. War er es doch von Kindesbeinen an gewohnt, zu arbeiten. Mehr als 40 Jahre hielt er der Allianz Versicherungs AG die Treue und blieb ihr auch nach seiner Pensionierung als Repräsentant gewogen. Ehrenamtlich engagierte er sich unter anderem als Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirchengemeinde Fronhausen, als Schöffe am Jugendschöffengericht in Marburg und als Kreisvorsitzender der Mittelstandsvereinigung. Zudem war er in vielen Fronhäuser Vereinen dabei.

In der Union war er der Mann, dem es immer wieder gelang, gerade zu Wahlkampfzeiten CDU- und auch CSU-Spitzenpolitiker nach Fronhausen für öffentliche Auftritte zu holen, die Menschen aus der Region anzogen. Franz-Josef Strauß, Edmund Stoiber und Theo Waigel, den er auch zu seinen Freunden zählen durfte, kamen aus Bayern angereist. Auch der Vorsitzende des neuen Bundestages, Wolfgang Schäuble, sprach schon in Fronhausen. Und Bastian bewies Gespür für angehende große Namen: So war auch Angela Merkel 1999 als Generalsekretärin in Fronhausen.

Bastian war sich nicht zu fein, seinen guten Draht in die höheren Ämter zu verraten: Denn einer seiner hiesigen Freunde, Friedrich Bohl, hatte als Kanzleramtsminister unter der Regierung von Helmut Kohl gewisse Möglichkeiten, Kontakte herzustellen. 2010 erhielt der dreifache Familienvater für sein ehrenamtliches Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“.

nDie Beerdigung findet am Freitag, 3. November, ab 14 Uhr von der Friedhofskapelle Fronhausen aus statt.

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von Götz Schaub

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