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Die 30-Jahre-Marke fest im Visier

Bürgermeisterdirektwahl Die 30-Jahre-Marke fest im Visier

Wer Andreas Schulz kennt, weiß, dass er immer alles gibt, sein Beruf sehr gerne ausübt und dabei nie auf die Uhr schaut, auch wenn es mal wieder länger dauert. Dieser Wahlkampf steckt ihm aber besonders in den Knochen.

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Andreas Schulz ist seit 1992 Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund. Die Wahl am Sonntag soll ihn in seine fünfte Amtszeit bringen.

Quelle: Privatfoto

Ebsdorfergrund. Eigentlich wollte sich der amtierende Bürgermeister am Samstag vor dem Wahlsonntag noch einmal an zwei Wahlkampfständen in Ebsdorf und Dreihausen den Fragen der Bürger stellen, doch hat er diese Unternehmungen kurzfristig abgesagt. Dieser Wahlkampf, obgleich gar kein Gegenkandidat aufgestellt wurde, war nach seinem Empfinden „der schwierigste“. Warum?  „Weil ich gegen mich selbst ankämpfen musste“, sagt Schulz gegenüber der OP.

Gesundheitlich ging es ihm nicht gut, musste sich jüngst einer zweiten Meniskusoperation unterziehen. Und dann kam noch ein Trauerfall in der Familie dazu. Letzteres ist auch der ausschlaggebende Grund für die Absage der Wahlkampfstände. Schulz bittet dabei um Verständnis.

Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet

Am Sonntag sind rund 7200 wahlberechtigte Bürger aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 18 Uhr wird die Gemeinde in der Verwaltung in Dreihausen die zeitnahe Übertragung und Bekanntgabe der Ergebnisse aus den einzelnen Ortsteilen präsentieren. Jeder ist eingeladen, das Zustandekommen des Endergebnisses dort live mitzuerleben. Im Falle seiner Wiederwahl lädt Schulz etwa ab 19 Uhr alle, die sich mit ihm verbunden fühlen und gratulieren wollen, in das Bürgerzentrum Dreihausen zu einer Wahlparty ein.

„Diese Party soll auch ein Dankeschön an alle Helfer, Mitarbeiter, Freunde und Unterstützer sein“, sagt Schulz und  bittet auch hier um Verständnis, wenn er und seine Familie nicht den ganzen Abend anwesend sein werden.
2010 trat Schulz erstmals als Alleinkandidat an. 3 131Wahlberechtigte gingen zur Wahl. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von 43,5 Prozent. 72,2 Prozent von diesen Wählern bestätigten Schulz in seinem Amt, 27,8 Prozent stimmten gegen Schulz. Denn das ist die eigentliche Wahl bei einem Alleinkandidaten: Man kann ihn wählen, aber auch ablehnen.

Das Vierteljahrhundert im Amt ist bald voll

Schulz, ist 54 Jahre alt. Im Fall seiner Wiederwahl wird er bis 2022 im Amt sein. Das bedeutet, dass er dann auf ein 30 Jahre währendes Engagement zurückblicken kann. Im nächsten Jahr würde er bereits ein Vierteljahrhundert voll machen. SPD und die Grünen haben  für die Wahl des Bürgermeisters geworben, ihm ihre politische Unterstützung zugesagt.

Einige Bürger haben übrigens schon gewählt – sie haben die Möglichkeit der Briefwahl genutzt. Und das laut Gemeindewahlleiterin Beate Betz in einem größeren Umfang als zum gleichen Zeitpunkt vor der Wahl 2010. Das lässt ja hoffen, dass auch am Sonntag eine akzeptable Wahlbeteiligung erreicht wird. Wer am Sonntag kurzfristig, etwa aufgrund einer Erkrankung oder einer begründeten Verhinderung nicht wie vorgesehen selbst in das für ihn vorgesehene Wahllokal kommen kann, darf auch noch an diesem Tag bis 15 Uhr seine Stimme per  Briefwahl abgeben.

  • Ergebnisse und einen Bericht mit ersten Reaktionen zur Wahl  bietet die OP am Sonntagabend im Internet und am Montag in ihrer Printausgabe.
 
Zur Person
Andreas Schulz, Jahrgang 1961, stammt gebürtig aus Maintal-Dörnigheim. Er lebt seit 1992 im Ebsdorfergrund-Ortsteil Dreihausen, wurde auch in jenem Jahr zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt, damals noch von den Gemeindevertretern. 1998, 2004 und 2010 stellte er sich dann den allgemein eingeführten Direktwahlen und wurde jeweils im Amt bestätigt, 1998 und 2004 hatte er jeweils einen Gegenkandidaten. Seit 1980 ist Schulz bereits Mitglied in der SPD, saß auch einige Jahre für diese Partei im Kreistag des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Schulz ist verheiratet und Vater zweier Söhne.

von Götz Schaub

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