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Bioenergienetz

Der große Schritt zur Biowärme

Im Oktober 2011 sollen die ersten Bürger Fronhausens Wärme aus einem Bioenergienetz beziehen. Am Freitag wurde mit der Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft ein Schritt in diese Richtung gemacht.

Ernst Bodenbender erklärte den zwei Dutzend Interessierten im Fronhäuser Bürgerhaus unter anderem, welcher Teil des Dorfes schon 2011 an das Bioenergienetz angeschlossen werden soll.

© Stefan Weisbrod
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Fronhausen. Die Zeit drängt. Denn Vorverträge mit 21 Hauseigentümern aus der Fronhäuser Kerngemeinde sind bereits abgeschlossen. Und die Formulierung darin ist eindeutig: Im Oktober nächsten Jahres sollen sie Wärme aus dem Bioenergienetz erhalten. „Wenn wir den Termin nicht schaffen, müssen auch die Vertragspartner ihre Verpflichtungen nicht einhalten“, erklärte Helmut Jung, bislang Sprecher der Initiative „Bioenergie Fronhausen“. Dann sei das gesamte Projekt gefährdet.

Seit Freitagabend gehört Jung, der auch Ortsvorsteher des Dorfes ist, zum Vorstand einer neugegründeten Projektentwicklungsgesellschaft, die im Fronhäuser Bürgerhaus aus der Taufe gehoben wurde.

Diese Projektentwicklungsgesellschaft werde später direkt in die eigentliche Genossenschaft „Bioenergie Fronhausen“ übergehen, erläuterte Ernst Bodenbender.

Bodenbender erinnerte daran, dass bereits im Jahr 2006 erstmals die Idee, Bioenergie in Fronhausen zu nutzen, diskutiert wurde. Die Initiative sei zwei Jahre später gegründet worden und habe im gleichen Jahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Um eine zeitnahe Realisierung gewährleisten zu können, sei zwischenzeitlich entschieden worden, zunächst nur einen Teil des Dorfes mit Bioenergie zu versorgen.

Zunächst würden deshalb nur Hauseigentümer aus einem Teil Fronhausens in den Genuss vergleichsweise günstiger Wärme kommen können. Maximal acht Cent werde die Kilowattstunde kosten. „Je mehr Nutzer es gibt, umso günstiger könnte es für den Einzelnen werden“, erklärte Jung. Derzeit könne von einem Preis von rund 7,6 Cent ausgegangen werden. Hinzu käme die Gebühr für den Hausanschluss von mehreren tausend Euro und die Beteiligung an der Genossenschaft mit mindestens 15 Anteilen zu je 100 Euro.

„Wir werden alle unseren finanziellen Vorteil aus dem Projekt ziehen“, zeigte sich Jung trotz dieser Investitionen sicher. Bis zum 13. August sollen die Preise genauer kalkuliert und an diesem Tag in einer Informationsveranstaltung ab 20 Uhr im Bürgerhaus Interessierten präsentiert werden.

von Stefan Weisbrod

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  • Zum Kommentar Biomanie...! Heiterbiswolkig – 19.07.10
    Das stimmt. Ich kenne auch Berichte aus Bayern, wo sich die Anlagenbetreiber inzwischen in den Haaren liegen und um jeden faulen Apfel (etwas übertrieben dargestellt) kämpfen. Das sind die Bauruinen der Zukunft und muss im Landkreis MR-BID unbedingt vermieden werden. Schauen Sie doch mal alle nach Stausebach. Dort hat der Betreiber schon Mühe, die Anlage auslasten zu können.
    Bitteschön nicht hinter jeder Idee blindlings herlaufen.
    Das ist genau mit dem Wärmedämmverbundsystem aus Styropor. Da hat der leitende Professor der Uni Darmstadt kürzlich auch gesagt, dass dies die unsinnigste Erfindung der Neuzeit sei. Wenn ich natürlich einen Betreiber solcher unsinniger Wärmedämmverbundsysteme frage, sagt der logischer Weise etwas anderes.
    So, und wem kann man da wohl glauben?
  • Biomasse Marco – 19.07.10
    Wenn es hier von etwas genug gibt dann ist es Biomasse. Schau dich doch mal um wenn du nicht gerade in Marburg auf dem Rudolphsplatz stehst! ;)
  • Biomanie Michael – 19.07.10
    Wenn man in jedem Dorf ein oder zwei Anlagen für Biogas bauen will muss man auch sagen, woher die dafür benötigte Biomasse kommen soll. Es kann doch nicht sein, so wie schon in Bayern, dass die Landschaft mit Biogasanlagen zugepflastert wird, die Betreiber mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden und dann wenig später wieder stillgelegt werden müssen.
    Bürger wachet auf. Es geht um euer Geld.

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