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Der erste Tanz des Sommers

Blumenpracht im Wald Der erste Tanz des Sommers

Schon längst bevor sich die Bäume im Wald wieder in imposantem Blättergewand präsentieren, strebt zartes Blattwerk mit beeindruckenden Blüten der Sonne entgegen. Die schönste Zeit im Frühlingswald hat begonnen.

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Das Naturschutzgebiet „Kleine Lummersbach“ bei Cyriaxweimar gehört zu den Stellen im heimischen Wald, wo zarte Buschwindröschen einen dichten weißen Blütenflor unter den Bäumen bilden. Die weißen Frühblüher tanzen den ersten Tanz des Sommers, den sie selbst nie erleben werden. Denn der Waldblumenzauber dauert nur etwa einen Monat an.

Quelle: Tobias Hirsch

Erbenhausen / Cyriaxweimar. In den heimischen Wäldern kann man derzeit nach den langen Wintermonaten ein farbenfrohes Naturschauspiel bewundern: Die Waldblumen stehen in voller Blüte. Die Zeit, dieses Naturschauspiel zu genießen, dauert nur kurz an. Schon im Mai, wenn das Laub der Bäume sprießt, ist für die meisten frühen Waldblumen der große Aufritt vorbei. Deshalb weist das Forstamt Kirchhain darauf hin, dass sich ein Waldspaziergang in diesen Tagen besonders lohnt.

An vielen Stellen im Marburger Stadtwald und im Gebiet „Maistrauch“ nahe Erbenhausen stehen die Buschwindröschen gerade in voller Blüte. Revierleiter Ulrich Höcker ist jedes Jahr wieder begeistert: „Die Natur erwacht. Neben den Buschwindröschen bringen Scharbockskraut und Veilchen die ersten bunten Farbtupfer zurück in den Wald. Die Schlüsselblumen sind meine ganz persönlichen Frühlingsboten.“

Forstleute raten zu Achtsamkeit: Waldblumen sind empfindlich

Frühstarter müssen schnell sein, wissen die Forstleute. Sobald die Bäume belaubt sind, erreicht nur ein Bruchteil des Tageslichtes noch den Waldboden. „Bis dahin müssen unsere kleinen Frühstarter von der Befruchtung der Blüte bis zur Samenreife alles durchlaufen haben“, erklärt Höcker. Die meisten dieser Arten ziehen sich anschließend wieder in die Erde zurück und warten den nächsten großen Auftritt im April des Folgejahres.

Die Forstbehörde Hessenforst ruft Waldbesucher zu besonderer Achtsamkeit gegenüber den Waldblumen auf. Sie sind nicht nur schön, sondern auch empfindlich. Viele Frühjahrsblüher stehen unter Naturschutz, manche enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie das Scharbockskraut oder das Gelbe Windröschen. „Pflücken und ausgraben sollte man sie deshalb nicht – sie gehen im Haus oder auch im Garten ohnehin meistens ein“, sagt Förster Höcker.

Durch Pflege sind heimische Wälder sehr artenreich

Laub- und Mischwälder sind ihr Zuhause. Dort sorgen die Forstleute mit der Waldpflege für ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten. „Unsere Wälder sind gerade durch wiederkehrende Pflegehiebe besonders artenreich, wie das Beispiel der Frühlingsblüher mit bunten Farbtupfern zeigt“, erläutert Höcker.

Ein weiterer Grund für einen achtsamen Umgang mit den zarten Pflänzchen ist das Nahrungsangebot, das sie für Insekten darstellen: Insbesondere Hummeln, die ebenfalls zu den Frühstartern der Natur zählen, sind auf Pollen und Nektar der frühen Blüten angewiesen.

Gutes Zusammespiel zwischen Pflanzen und Insekten

Aber auch Ameisen nutzen den reich gedeckten Tisch der ersten Blumen, um Kraft nach dem langen Winter zu schöpfen. Diesen Appetit nutzt das Leberblümchen geschickt aus: Es verfeinert seine Samen mit schmackhaftem Öl. Die Ameisen bringen die Samen deshalb gerne in ihre Nester – verzehrt wird aber nur der Ölkörper, die verteilten Samen können keimen.

Beim Frühlingsspaziergang im Wald gibt es viel zu entdecken. Über den Artenreichtum in ­heimischen Gefilden kann man sich im Internet unter www.hessenforst.de informieren.

von Carina Becker

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