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Der Verkehr rollt, Heskem steht still

Klage vor dem Verwaltungsgericht Der Verkehr rollt, Heskem steht still

Bürgermeister Andreas Schulz ist wütend. „Vertagt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag“, sagt er über den Aufschub einer für Heskem außerordentlich wichtigen Verhandlung vorm Verwaltungsgericht.

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Reger Lastwagen- und Autoverkehr auf der Ortsdurchfahrt Heskem – ein alltägliches Bild für die Menschen in Ebsdorfergrund und vor allem für die Anwohner. Wann und wie sich daran etwas ändert, steht derzeit nicht fest.

Quelle: Thorsten Richter

Heskem. „Dann muss das Verwaltungsgericht eben mehr Richter einstellen, damit die Dinge sich nicht so ewig hinziehen“, schimpft Andreas Schulz, als er gerade erfahren hat, dass der Verhandlungstermin zum Bau der Ortsumgehung Heskem aufgehoben ist.

Über die Klage eines Anliegers - dabei handelt es sich um einen Landwirt aus Cappel, der seine Flächen nicht für das Straßenbauprojekt hergeben will - sollte am 23. September in Gießen entschieden werden. Doch die von der vierten Kammer des Verwaltungsgerichts angesetze Verhandlung ist nun geplatzt. Der Grund: personelle Veränderungen, wie Reinhard Ruthsatz, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, erklärt. Der aus Cölbe stammende neue Vizepräsident Werner Bodenbender ist zugleich auch der neue Vorsitzende Richter der vierten Kammer, die für das Heskemer Verfahren zuständig ist. Vorsitzender Richter dort war bislang Norbert Debus - der auch als Berichterstatter für die Ortsumgehungsklage zuständig war.

Wird die Klage abgewiesen, kann der Bau beginnen

„Norbert Debus, der zugleich auch die dritte Kammer führt, ist um diese Aufgabe nun entlastet“, erläutert Pressesprecher Ruthsatz die internen Vorgänge, die dazu führen, dass nun entweder Werner Bodenbender selbst fürs Vorantreiben der Heskemer Klage verantwortlich sein wird, oder ein anderes Mitglied der vierten Kammer. „Der Berichterstatter ist beispielsweise dafür zuständig, dass die Schriftstücke unter den Verfahrensbeteiligten ausgetauscht werden“, erklärt Ruthsatz und sagt zu dem aufgeschobenen Termin: „Solche Wechsel sind häufig, da verstehe ich die Aufregung des Bürgermeisters nicht.“ Zudem hält er fest, dass nicht etwa die Gemeinde Ebsdorfergrund die Beklagte sei, sondern das Land Hessen, vertreten durch das Wirtschaftsministerium, das auch den Straßenbau in Heskem beauftragt.

Diese Erläuterungen helfen Bürgermeister Andreas Schulz indes nicht weiter. „Es geht darum, dass wir hier nicht vorankommen mit unserer innerörtlichen Entwicklung“, sagt er und verweist auf verschiedene Projekte in Heskem, die am Bau der Ortsumgehung dranhängen - und die erst umgesetzt werden können, wenn klar ist, wie es mit dem Straßenbauvorhaben weitergeht.

Wird die Klage abgewiesen, dann kann der Straßenbau zeitnah beginnen - und in einigen Jahren hätte Heskem die langersehnte Ortsumgehung. Bekommt der Kläger Recht, dann ist wieder alles offen. „Alles hängt von dieser Straße ab, die Entwicklung der gesamten Gemeinde“, sagt Schulz und verweist auf Vorhaben zur Gewerbeansiedlung und den Bau eines neuen Busbahnhofs. „Solange es keine gerichtliche Entscheidung gibt, müssen wir mit alldem warten.“

von Carina Becker

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