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Der„Promilleweg“ wird zur „Radwegeautobahn“

Neue Radstrecke zwischen Wittelsberg und Schröck Der„Promilleweg“ wird zur „Radwegeautobahn“

Holperstrecke adé: Der Radweg zwischen Wittelsberg und Schröck ist neu ausgebaut worden. Doch die Erneuerung kommt nicht bei allen gut an.

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Gleich nach der Eröffnung des neuen Radweges weihten Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund Andreas Schulz und Schröcks Ortsvorsteher Uwe Heuser (beide Mitte) die Strecke mit ihren Fahrrädern ein.

Quelle: Ruth Korte

Wittelsberg. So richtig „neu“ sei der Radweg ja nicht, erinnerte Uwe Heuser die Anwesenden in seiner Begrüßungsrede. „Schon früher haben Fahrradfahrer den Feldweg zwischen Schröck und Wittelsberg benutzt, um nach einem feucht-fröhlichen Dorffest nicht an der Straße entlang fahren zu müssen“, so Schröcks Ortsvorsteher augenzwinkernd.

Von dem holprigen „Promille­pfad“, wie er deshalb auch von vielen genannt wird, ist heute nichts mehr zu erkennen. Asphaltiert und breitspurig ausgebaut kommt er eher wie eine „Radwegeautobahn“ daher – so zumindest bezeichnet ihn der Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund, Andreas Schulz, gern. Und das aus gutem Grund: Mit einer Länge von 1,2 Kilometern ist er die schnellste Fahrradverbindung zwischen Wittelsberg und Schröck.

150 000 Euro hat der Ausbau der Wirtschaftswegeverbindung insgesamt gekostet. Das Projekt ist Teil des derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahrens der abgeschlossenen Ortsumgehung „Wiraro“ (Wittelsberg, Rauischholzhausen, Roßdorf). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, durch das Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft verbessert werden sollen. Im Gemeindegebiet Ebsdorfergrund, das mit dem Schwerpunkt Wittelsberg am stärksten betroffen ist, werden Bäume neu gepflanzt, Acker in Grünanlagen umgewandelt und Gräben neu angelegt oder beseitigt.

Kritik: "Unter Demokratie verstehe ich etwas anderes"

Realisiert wurde der Radwegeausbau von Hessen Mobil in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodenmanagement und dem Vorstand der Teilnehmergesellschaft des Flurbereinigungsverfahrens. Dessen Vorsitzender Herbert Staubitz, zeigte sich bei der Eröffnung jedoch weniger erfreut.

„In der ursprünglichen Planung war dies eigentlich nicht als Radweg vorgesehen“, monierte er. Überhaupt sei er „nicht ganz glücklich“, dass die Verantwortung des Projekts bei Hessen Mobil lag. „Wir sind nicht gehört worden. Unter
Demokratie verstehe ich etwas anderes“, so Staubitz.  

Um deutlich zu machen, dass dieser Weg sowohl von Fahrradfahrern als auch von Landwirten benutzt werde, hätte er sich auf den Schildern zumindest den Hinweis gewünscht, dass Radfahrer auf den landwirtschaftlichen Verkehr Rücksicht nehmen sollen – und umgekehrt.

„Man kann nicht jeden Radweg mit Selbstverständlichkeiten ausschildern“, entgegnete Andreas Schulz darauf sichtlich erregt. Zudem betonte er, dass der Radweg ein Weg der Gemeinde sei. „Er ist zwar mit den Geldern von Hessen Mobil gebaut worden, aber die Gemeinde ist dafür verantwortlich“, stellte er klar.

Nach dem Wortgefecht trat man einigermaßen einträchtig ans Eröffnungsband. Noch in dem Moment, als es durch Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Andreas Schulz, der extra sein Fahrrad mitgebracht hatte, durchschnitten wurde, näherte sich ein Traktor von hinten. Bahn frei also für Landwirte und für Radfahrer.

von Ruth Korte

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