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Der Eisbär und die Eisscholle

Kinder-Uni Der Eisbär und die Eisscholle

Wetter ist nicht gleich Klima. Junge Klimaforscher von morgen diskutieren über Klimaprobleme von heute. Während der Kinderuni in der Gesamtschule Ebsdorfergrund lernten Schüler die Probleme und Lösungsansätze der Erd­erwärmung kennen.

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Wie funktioniert das mit der Erderwärmung? Bei den Experimenten mit Referent Stefan Rötzel
kamen die Kinder dem Thema Klimawandel spielerisch näher.

Quelle: Ina Tannert

Heskem. „Für eine Welt mit Zukunft“ lautete das Thema der Kinder-Uni an der Gesamtschule Ebsdorfergrund-Heskem. Referent Stefan Rötzel, Dozent im Bereich Klimaschutz an der Universität Kassel, informierte die jungen Zuhörer über den Klimawandel.

In mehreren kindgerechten, interaktiven Vorträgen diskutierte er mit den Kindern, bezog die Schüler der Klassen fünf, sechs und acht mit ein und sprach gemeinsam mit ihnen über Ursache und Zusammenhänge der Erderwärmung. In zahlreichen Bildern veranschaulichte er die Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosystem, Menschen sowie Tierwelt und veranstaltete gemeinsam mit den Schülern kurze Experimente zum Thema. Etwa wie sich die Atmosphäre und deren Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch auf unsere Umwelt auswirken. Zudem lernten die jungen Zuhörer, was das Abholzen des Regenwaldes oder das Schmelzen der Gletscher und Eisschollen - ein Problem unter anderem für Eisbären, wussten die Kinder - eigentlich bedeutet und welche globalen Auswirkungen dies nach sich zieht. Das Abholzen des Regenwaldes etwa trägt zur Klimaveränderung bei. Bäume speichern viel Kohlenstoffdioxid, welches ohne die Bäume in die Atmosphäre entweicht und diese schädigt. Zudem wird durch den Raubbau der Wasserkreislauf der Regenwälder gestört, die das Wasser aufnehmen und wieder an die Luft abgeben, es also recyceln. Wüstengebiete können sich so weiter ausbreiten.

„Das Wetter darf man auch nicht mit dem Klima verwechseln“, erklärte der Referent. Wetter kann man nicht beeinflussen, das Klima schon, wenn die Menschen mitmachen.

Organisator der Vortragsreihe ist das hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie. Entwickelt wurde die Veranstaltung im Fachzentrum Klimawandel, in Kooperation mit der Universität Kassel.

Seit Ende 2009 besuchen die Klimaexperten des Projekts Schulen in ganz Hessen, halten kindgerechte Vorträge zum Thema und veranstalten kleine Workshops mit den Kindern. Durch eine interaktive und abwechslungsreiche Vortragsform sollen sowohl die Themen Klimawandel und -schutz vermittelt wie auch eigene Gedanken und Ideen angeregt werden.

„Wir wollen den Schülern zeigen, dass unsere Lebensweise auf ungünstigen Verhaltensweisen beruht, ein besseres Verständnis und eine Erkenntnisgrundlage schaffen“, erklärte Referent Rötzel.

Es gehe dabei nicht um eine negative Darstellung mit bedrohlichem Inhalt. Die Kinder sollen viel eher mit einem guten Gefühl und mit Zuversicht aus der Vorlesung gehen und zu einer weiterführenden Beschäftigung mit dem wichtigen Thema inspiriert werden.

Die interaktiven Vorträge kamen gut an bei den Schülern. Ihnen sind Themen wie Klimaschutz und Energiewende zudem nicht neu: die Gesamtschule Heskem ist energieautark, nutzt saubere Energiegewinnung und verzichtet auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas.

Die Schule deckt ihren gesamten Wärmebedarf durch die örtliche Biogasanlage und bezieht Strom aus mehreren Sonnenkraftwerken auf den Schuldächern.

von Ina Tannert

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