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Das Zauberwort lautet Nachhaltigkeit

Unser Dorf hat Zukunft Das Zauberwort lautet Nachhaltigkeit

Wie kann ein Dorf lebendig und zukunftsfähig gestaltet werden? Auf diese Frage haben dieNiederwälger zahlreiche Antworten gefunden. Gestern stellten sie sieder Kommission vor.

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Niederwalgern – das ist auch der Martinsweiher. Dort bauten die „Heinzelmännchen“ einen Vogelbeobachtungsposten, der von Ornithologen, Hobby-Forschern und Schulklassen genutzt wird.

Quelle: Götz Schaub

Niederwalgern. Niederwalgern ist ein Dorf, ein relativ großes Dorf. Ein Dorf, das schon vor zehn Jahren angefangen hat, Antworten auf den demografischen Wandel zu suchen und zu finden. In Niederwalgern funktioniert eigentlich alles über bürgerschaftliches Engagement. Ob nun als Vereinsmitglied oder als engagierte Privatperson - viele Menschen haben daran mitgearbeitet, ein ganz besonders Dorf zu entwickeln. Es bietet nicht nur vielfältige Besonderheiten, es hält diese Besonderheiten auch vorbildlich in Schuss. Denn wenn in Niederwalgern etwas in Eigenleistung umgesetzt wird, wird auch gleich bedacht, wer wie die Pflege, Patenschaft oder Wartung übernimmt. Niederwalgern ist ein Dorf, in dem das Dorferneuerungsprogramm auf Bürgerinitiative fortgeschrieben wurde. Alle Errungenschaften, die während der Förderjahre entstanden sind, präsentierten sich gestern der Kommission des 35. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ so, als seien sie erst vor zwei Monaten fertig gestellt worden, also top in Schuss.

Als Prunkstück das Lern- und Experimentierfeld, das zusammen mit der örtlichen Gesamtschule angelegt und immer weiter entwickelt wurde. Dank der Wartungsarbeiten engagierter Bürger, ist immer dafür gesorgt, dass alle Stationen einsatzbereit bleiben. Auch auf dem Fun-Park-Gelände konnten die Kommissionsmitglieder sofort erkennen, dass dort Leben stattfindet, Kinder und auch Erwachsene dort ihre Freizeit verbringen, im Sommer wie im Winter. Mehrfach konnte der Mehrzweckplatz in der kalten Jahreszeit schon für mehrere Tage in eine Eislauffläche verwandelt werden, was für schöne gesellige Stunden sorgte. Die neuesten Projekte wie das Tretbecken, das sich an einem überregionalen Wanderweg befindet, das Tipi für die Kindergartenkinder und der Vogelbeobachtungsposten am Martinsweiher zeigen, dass die Bürger Niederwalgerns für alle Altersgruppen vielfältige Angebote vorhalten. Wenn der Ort schon von Natur umgeben ist, bringt er noch viel Natur auf seine öffentlichen Flächen, Streuobst- und Wildblumenwiesen, Nisthilfen wie das Schwalbenhaus oder die Insektenhotels am Martinsweiher und am Lern- und Experimentierfeld. Besonders ist auch die Sammlung der Bäume des Jahres von 1983 bis heute.

„923 heimische Blüten- und Beerensträucher und 87 Bäume in großer Vielfalt wurden in den letzten sechs Jahren insgesamt gepflanzt“, informierte Gerd Leeder vom Referententeam.

Das Thema Integrationwird aktiv angegangen

Ansonsten setzt der Ort auf eigene Stärken. 41 Selbstständige und Gewerbetreibende bieten ihre Dienstleistungen und Waren an. Für eine Grundversorgung muss niemand den Ort verlassen: Lebensmittelladen, Metzgerei, Bäckerei, Apotheke und Banken befinden sich im Ortskern. All diese Infos brachte ein engagiertes und gut vorbereitetes Referententeam den Kommissionsmitgliedern zunächst im Bürgerhaus sowie später live vor Ort näher.

Dabei zeigte sich immer wieder, dass alle Projekte auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, Menschen auch in weiterer Zukunft Freude bereiten sollen. Und zwar allen Bürgern im Ort. Deshalb gibt es auch eine Initiative, Neubürger, insbesondere mit Migrationshintergrund freundlich aufzunehmen und Hilfestellungen zu geben.

Helke Schmermund vom Referententeam führte aus, dass es darum gehe, dass die neuen Familien den Ortsvorsteher kennenlernen, sich bei Behördengängen begleiten lassen und Anteil am Dorfleben nehmen. Das gelte für ausländische Familien, die in Niederwalgern ein neues Zuhause gefunden haben genauso wie für asylsuchende Familien, über deren Bleiberecht noch nicht entschieden wurde. Mit den „Heinzelmännchen“, einer Gruppe handwerklich begabter Mitmenschen, dem Förderverein für Niederwalgern und dem Verein Bürger helfen Bürgern verfügt der Ort über drei außergewöhnliche Motoren, die sich für den Ort Niederwalgern einsetzen.

Margot Schneider vom Fachbereich Ländlicher Raum beim Landkreis Marburg-Biedenkopf bedankte sich im Namen der Kommission bei Ortsvorsteher Hans Heinrich Heuser für die Ausführungen. Welche Platzierung Niederwalgern im Regionalentscheid erzielt hat, wird am 6. Oktober bekannt gegeben.

von Götz Schaub

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