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Das Schützenhaus wird nach Wilhelm Muth benannt

Schützenverein Niederweimar Das Schützenhaus wird nach Wilhelm Muth benannt

Das 50-jährige Bestehen feierte der Schützenverein Niederweimar mit einem Schauschießen und vielen Ehrungen - darunter eine überraschende.

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Der elfjährige Maximilian Krantz ist seit einem Jahr in der Bogenabteilung aktiv.
Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. „Das habe ich nicht verdient“, sagte Wilhelm Muth sichtlich bewegt, als im Anschluss an die Ehrungen von 24 langjährigen Vereinsmitgliedern und zwei Vorstandsmitgliedern die neue große Schrifttafel am Schützenhaus enthüllt wurde.

„Wilhelm-Muth-Haus“ heißt dieses nun. „Doch, das hast du verdient“, sagte der Vorsitzende Arthur Meischt zu seinem Amtsvorgänger, und die Zuhörer bekundeten mit kräftigem Applaus, dass sie das ebenso sehen.

Wilhelm Muth sowie Horst Eidam sind die letzten verbliebenen Gründer von den 15, die den Schützenverein Niederweimar am 4. April 1964 ins Leben riefen. Muth leitete den Verein von der der Gründung an 27 Jahre lang und prägte ihn entscheidend. In seiner Ära wurde, auch unter seiner tatkräftigen Mithilfe, das Schützenhaus von 1969 bis 1974 errichtet, 1978 um einen Anbau erweitert und 1990 renoviert.

Bei den Schützen in Niederweimar geht es leise zu. Sie schießen mit Luftgewehren und -pistolen, seit 1989 gibt es auch eine Bogenabteilung. 116 Mitglieder sind es aktuell, berichtete Meischt in seiner kurzen Ansprache. Davon sind etwa 35 Aktive, darunter zehn Jugendliche. Drei Mannschaften beteiligen sich an den Rundenwettkämpfen, zwei am Auflageschießen mit dem Luftgewehr, eine schießt mit der Pistole, und eine Jugendmannschaft ist aktiv.

Nur zwei Vorsitzendein 50 Vereinsjahren

Der Verein zeichnet sich durch Kontinuität und Mitgliedertreue aus. Kreisschützenmeister Gerhard Dörr, der das Ehrenzeichen des Hessischen Schützenverbands zum Vereinsjubiläum überbrachte, betonte: „In 50 Jahren nur zwei Vorsitzende, das gibt es eigentlich nirgends, normal ist ein Wechsel alle zehn Jahre.“ Als „gute Entscheidung“ bezeichnete er die Einführung des Bogenschießens.

Unter den etwa 100 Gästen des Sommerfestes waren Mitglieder, die mittlerweile beispielsweise in Wetzlar wohnen, aber sich immer noch verbunden fühlen.

Und auch Holger Pries, der 2014 zum zweiten Mal den Hessenmeistertitel der Senioren B in der Disziplin Luftgewehr freihändig gewonnen hat, wohnt mittlerweile in Bad Endbach. Er habe sich zwar einige Vereine in seiner Nähe angeschaut, aber bei keinem gefiel es ihm so, wie in Niederweimar. Vor zwei Jahren war er schon einmal Hessenmeister, konnte aber im vergangenen Jahr seinen Titel wegen eines Defekts seines Luftgewehres nicht verteidigen.

Während des Schauschießens erläuterte Pries, was ihn an seinem Sport begeistert: „Das Schöne ist, das man im Grunde keinen Gegner hat, man ist selbst der Gegner. Wenn man schlecht schießt, ist es die eigene Schuld.“ Mit dem Luftgewehr sei es schwieriger zu schießen als mit dem Kleinkaliber, findet er, trotz der kürzeren Distanz von zehn gegenüber 50 Metern. Denn die Scheibe sie viel kleiner, man müsse den Mittelpunkt treffen, ohne die Zehn zu sehen. Und die „KK-Kugeln“ seien präziser als die „Diabolos“, die man mit Luftdruckwaffen verschießt. Das Schießen sei eine der wenige Sportarten, in der man als älterer Mensch erfolgreich bei Wettbewerben sein könne. Sogar, wenn man erst spät damit beginne. Der heute 68-Jährige ist 2001 erst nach mehreren Einladungen in den Verein eingestiegen und merkte schnell, dass es ihm Spaß machte.

n Weitere Jubiläumstermine: 13. September, 14 Uhr: Kaiserschießen aller bisherigen Könige; 26. Oktober, 11 Uhr: Oktoberfestessen im Schützenhaus.

von Manfred Schubert

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