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Das Hinterland in 50 wundervollen Minuten

Filmemacher Karl Krantz Das Hinterland in 50 wundervollen Minuten

Er ist Regisseur, Sprecher, Kameramann, Interviewer, Tontechniker und Cutter in einem: Weimars ehemaligen Bürgermeister Karl Krantz wird der Ruhestand nicht langweilig.

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Karl Krantz an seinem Film-Schneidetisch in seinem heimischen Arbeitszimmer. Für eine Minute Film in der Endfassung investiert er gerne mal eineinhalb Stunden Arbeit.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Schon mal was von einem Filmstudio in Weimar gehört? Ja, das gibt es.

Karl Krantz hat in seiner Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Weimar sicher seine Leidenschaft für Kommunalpolitik zum Beruf gemacht. Seit 12 Jahren im Ruhestand hat er schnell sein zweites ausgeprägtes Hobby Fotografieren und Filmen zur Berufung auserkoren. Und unter dem Dach seines Hauses in Niederweimar hat er ein großzügiges Arbeitszimmer eingerichtet, in dem er auch Besucher empfangen kann, in dem er sogar auf einer Leinwand in original Sesseln des einstigen Marburger Kinos Rex Filme genießen, aber auch Eigenproduktionen vorführen kann.

Wann immer sich beispielsweise etwas auf dem Areal des Freilichtmuseums „Zeiteninsel“ tut, Karl Krantz ist sicher mit Fotoapparat und Filmkamera dabei. So dokumentiert er lückenlos die Entstehung des einzigartigen Kulturprojektes im Landkreis. In diesem Zusammenhang freut er sich schon sehr auf das neue Jahr, denn dann sollen schließlich die Bauarbeiten zur Schaffung der Infrastruktur beginnen sowie die erste Zeitenstation mit dem Bau eines Langhauses entstehen. Da gibt es ganz sicher viel filmisch festzuhalten.

Krantz liebt es, zu filmen und zu fotografieren. Aber nicht nur, um seine persönlichen Archive­ zu mehren, sondern auch der interessierten Öffentlichkeit ­etwas zu geben: Erinnerungen, Erkenntnisse, neue Blickwinkel auf vermeintlich Altbekanntes. Als er den neuen Imagefilm des Landkreises ansah, wusste er, dass sein Vorhaben, den Landkreis Dorf für Dorf bereisen zu wollen, genau richtig ist. Was der Imagefilm naturgemäß nur anreißen konnte, wollte er richtig in Szene setzen – die Schönheit des heimischen Landkreises. „Ich habe mich dazu entschieden, verschiedene Teile zu machen. Wenn ich die fertigen Filme der Öffentlichkeit präsentieren will, etwa als Programmteil bei Seniorentreffpunkten, muss ich darauf achten, dass sie eine bestimmte Länge nicht überschreiten, weil es sonst einfach zu viel wird“, sagt Krantz. Und schon hatte er ein Problem: Wie finden nun alle, also wirklich alle Dörfer des Hinterlandes, das er als Teil 1 vorsah, inklusive der Stadt Biedenkopf, in einem 50-Minuten-Film ihren Platz? Und das nach 25 Ausflügen ins Hinterland und drei Stunden Filmmaterial. Nun, es geht. Das beweist das Endprodukt. Und wie geht es? „Mit Geduld und dem Blick für das Wesentliche und das lohnenswerte Detail“, verrät Krantz. Die lohnenswerten Details, mit denen er aufwartet, hat er keineswegs alle alleine entdeckt. Sicher wälzte er Literatur und arbeitete wissenswerte Daten und Fakten zu den Orten heraus. Er traf aber vor Ort auch immer wieder auf „sehr nette Menschen“, die ihn auf die richtige Fährte setzten, was denn unbedingt im Film berücksichtigt werden müsse.

Bei der Vorstellung der Dörfer setzt Krantz immer wieder auf sehenswerte Kamerafahrten aus der Vogelperspektive. Die drehte er wahrhaftig alle selbst. Wie überhaupt jede Sekunde seines Filmes auch nur aus eigenem Material zusammengeschnitten­ ist. Und die Texte hat er auch ­alle selbst gesprochen. „Das war schon aufwändig“, gibt er zu. Denn die Texte müssen so kompakt und exakt abgefasst sein, dass sie immer zum Gezeigten passen. Gefilmt hat er von November 2015 bis September 2016. So sind natürlich auch die Jahreszeiten im Film abgebildet und natürlich ist die höchste Erhebung des Landkreises, die Sackpfeife, auch bei bestem Winterwetter im Schnee zu sehen.

Aktuell hofft er auch wieder auf Schnee für den nächsten Film, der 2017 entstehen wird.

PS: Wer noch für Gemeindenachmittage oder vhs-Treffs einen schönen Programmpunkt in 2017 benötigt, Karl Krantz kommt gerne mit seinem Film vorbei.

von Götz Schaub

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