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Das Bullenrätsel von Wittelsberg

Gutes Ende Das Bullenrätsel von Wittelsberg

Fünf Tage lang war er wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt ist er wieder da - der verschwundene Bulle von Anguszüchter Rainer Henz.

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Jonas (links) und Rainer Henz freuen sich, dass ihre Viehherde wieder vollständig ist. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Wittelsberg. Als der 40-Jährige am Freitagmittag seine Viehherde auf eine andere Weide treiben wollte, schrie Sohnemann Jonas (7 Jahre) plötzlich auf: „Papa, guck mal, was ist das denn da in dem Graben?“ Papa Rainer schaute und traute seinen Augen nicht: Aus dem Gebüsch lugten 600 Kilo rotbraunes Lebendgewicht.

Henz ist erleichtert: „Er humpelt zwar ein bisschen, aber sonst scheint er fit.“ Seit Dienstag hatte der anderthalbjährige Bulle alle auf Trab gehalten. Mit zahlreichen Helfern hatte Henz die Umgebung nach dem rund 2000 Euro wertvollen Tier abgesucht. Er hatte alle benachbarten Bauern informiert, das Verschwinden des Bullen der Polizei gemeldet. Sogar eine Belohnung wollte Henz aussetzen, wenn jemand Hinweise zum Verschwinden des Tieres hätte geben können.

„Aber eigentlich habe ich nicht gedacht, dass er abgehauen ist“, sagt der Züchter, der nach eigenem Bekunden die älteste Anguszucht Deutschlands betreibt. So ganz erklären kann sich der erfahrene Landwirt das Verschwinden und Auftauchen seines Zuchbullen immer noch nicht. Nichts hatte daraufhin gedeutet, dass der Bulle „durch den Zaun gemacht war“.

Denn der Weidezaun war zwar unbeschädigt, allerdings hatte ganz offensichtlich jemand die Batterie manipuliert, sodass kein Strom durch den elektrischen Stacheldraht floss. „Wenn ich die Weide verlasse, kontrolliere ich immer, ob auch genügend Strom auf dem Zaun ist“, betont Henz, der deshalb angenommen hatte, dass der Bulle gestohlen worden war.

Dies komme allerdings im Landkreis Marburg-Biedenkopf selten vor, wie Polizeisprecher Martin Ahlich auf Nachfrage der OP mitteilt. „Manchmal werden lediglich Hasen - oder Hühnerdiebstähle angezeigt“, sagt Ahlich und fügt lachend hinzu: „Ich weiß ja nicht, wie hoch so ein vierbeiniger Bulle springen kann.“ Das weiß Henz auch nicht. Seit 1958 betreibt die Familie in Moischt die Angusrinderzucht, dass ein Rind „wie ein Pferd“ über den Zaun springe, habe in seiner Familie noch nie jemand erlebt. Der Fall bleibt also mysteriös.

Und deshalb will Henz nun die Vorsichtsmaßnahmen auf der Weide erhöhen.

von Nadine Weigel

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