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Chorliteratur wird mehr, aber nie zu alt

90 Jahre Sängerbund Heimatland Chorliteratur wird mehr, aber nie zu alt

Der Konzertabend zum 90-jährigen Bestehen des Sängerbundes zeigte sehr beeindruckend, wie Gesang Menschen miteiander verbindet. Altes und neues Liedgut kam gleichermaßen an.

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Jeder Chor sang zwei Lieder, unter anderem „Klangfarben“ Niederweimar.

Quelle: Ingrid Lang

Lollar. Zum Einstieg in den Abend erfreute die Jugendmusikgemeinschaft Blankenstein unter der Leitung von Anne Sandtner mit den beiden Liedern „Supercallifragelistisch“ und „Es freit ein wilder Wassermann“ unter kräftigem Beifall die Zuschauer.

Danach sprach Anke Balzer in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende des Sängerbundes. Bedauerlich sei es, dass ausgerechnet Sigrid Ganz wegen Krankheit an diesem Abend nicht teilnehmen könne, denn für sie sei der Verband von je her eine Herzensangelegenheit gewesen, betonte Balzer.

Von den acht Vereinen Concordia Altenvers, Mornshausen/S, Liederkranz Hachborn, MGV Roth, MGV Fronhausen, Liederhort Lohra, Liedertafel Niederwalgern und MGV Niederweimar, die den Sängerbund gründeten, gehören heute noch sechs Chöre dem Verband an. Die Gründung fand am 13. Juli 1924 statt. Geschickt gewählt war offensichtlich auch der Name Sängerbund „Heimatland“, der nie geändert wurde. Durch den Zusammenschluss sollten die Vorteile für die Vereinsinteressen genutzt werden. Zum ersten Vorsitzenden wurde Konrad Schneider aus Niederwalgern gewählt.

Anfang der 70er Jahre wurden einige Projekte in Angriff genommen, aber nur mit wechselndem Erfolg. So fanden die Jugendchöre vorerst keinen Anklang, aber die Wertungssingen wurden neu gestaltet. Zudem wurde eine Vizechorleiterausbildung angestrebt und organisiert. Der Sängerbund wuchs allmählich an und zählt heute 22 Vereine. Auf den ersten Vorsitzenden Konrad Schneider folgte im März 1930 für 31 Jahre Heinrich Heuser - ebenfalls aus Niederwalgern. 1961 übernahm Willi Hüchel den Vorsitz und drei Jahre später wurde der Sängerbund Heimatland Mitglied im Deutschen Sängerbund. Für die nächsten 25 Jahre wirkte Helmut Höllstein als Vorsitzender, ihm folgte für drei Jahre Hans-Egon Schmidt. Am 1. April 1995 übernahm mit einer dreijährigen Unterbrechung bis heute Sigrid Ganz den Vorsitz. Sie hatte zuvor schon vier Jahre den Vorsitzenden Höllstein unterstützt.

Jürgen Kunz wurde 1995 zum Bundeschorleiter gewählt und hat dieses Amt bis heute inne. In 2010 übernahm für drei Jahre Gerhard Sandtner den Posten des Vorsitzenden und Sigrid Ganz wurde zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Das zweieinhalbstündige Jubiläumskonzert richtete der „Gemischte Chor Salzböden“ aus, der einzige Mitglieds-Chor, der nicht im Landkreis Marburg-Biedenkopf ansässig ist. Ein Grußwort übermittelte Dr. Bernd Wieczorek, Bürgermeister aus Lollar, der sich erfreut zeigte über die vielen Chöre, die im Bürgerhaus auftraten. „Ich habe noch nie so viele Marburger in Lollar gesehen“, sagte der Bürgermeister und sorgte für Lachen im Saal. Dem Sängerbund zollte er seine Anerkennung und wünschte den Vereinen Glück, auch in Zukunft ausreichend Sängerinnen und Sänger zu haben, um der Chormusik nachgehen zu können.

Lob und Respekt zollte auch der Kreisbeigeordnete Helmut Wege (Landkreis Marburg-Biedenkopf) dem Sängerbund. Musik sei ein Schlüssel zu den „inneren Räumen der Menschen“, denn sie erfreue nicht nur, sondern sie tröste auch. Mit ihrem Gesang tragen und erhalten sie das Kulturgut nicht nur im Landkreis, sondern weit über die Grenzen hinaus. Mit dem irischen Segen endete das Grußwort von Wege.

Mit „Oh du schöner Rosengarten“ eröffnete dann auch Salzböden um Dirigentin Angela Schweitzer den bunten Liederreigen. Mit dem Jägerlied wusste der MGV Niederweimar um Jutta Grebe-Becker zu gefallen und der Chor „Klangfarben“ Niederweimar sang passend zum Anlass „Zur Feier“.

Gleich mehrere Chöre standen unter dem Dirigiat von Jürgen Kunz. So erfreuten der Gemischte Chor Weipoltshausen mit „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“, der MGV Altenvers besang die tollen spanischen Nächte, „Con brio“ Altenvers begeisterte mit dem Song der Toten Hosen „Tage wie diese“ und „Cantelo“ Weipoltshausen wusste mit dem „Zulu Prayer“, bei dem einige Solisten glänzten, zu gefallen.

Nicht nur die Sänger der Chorgemeinschaft Ockershausen um Reidar Seeling die „Siyahamba“ einen Zulusong vortrugen, klatschten den Rhythmus mit, sondern auch das Publikum. Mit seiner Sangesstärke wusste die Chorgemeinschaft „Schacherl“ um Wilfried Schacherl, zu denen Sänger aus Allna, Haddamshausen und Niederwalgern gehören, mit dem bekannten Lied von Hubert von Goisern „Weit, weit weg“ zu gefallen. Von den Glocken für den Frieden sang der GV Liederhort Lohra um Dirigentin Irina Warkentin, während der MGV Marbach um Karl-Heinz Wenzel mit dem „ Rendezvous“ begeisterte. Gleich zwei Besonderheiten gab es zum Schluss. Die Vereinigten Gemischten Chöre sangen unter der Leitung von Annette Hof „Abendruhe“ und „Erlaube mir, feins Mädchen“. Die Vereinigten Männerchöre um Jürgen Kunz unterhielten mit dem „Schifferlied“ und dem „Rauschen der Quellen“. Die Chöre trugen alle zwei Lieder vor und wussten mit ihrer Vielfalt an Chormusik zu begeistern. So dankte am Ende des Konzertes die Vorsitzende vom Gemischten Chor Salzböden, Silke Gröger, die als Moderatorin durch das Programm geführt hatte, allen Chören und sagte voll zufrieden: „Wir haben den Saal gerockt.“

von Ingrid Lang

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