Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Burschen wollen keinen anderen Festplatz

Ortsbeirat Fronhausen Burschen wollen keinen anderen Festplatz

Die Burschenschaft hat viel Arbeit geleistet und in der kurzen Zeit seit der Ausschusssitzung in der vergangenen Woche ein Gegenkonzept zum Verkauf des Festplatzes entwickelt, dass sie dem Ortsbeirat vortrug.

Voriger Artikel
Burschen halten an ihrem Festplatz fest
Nächster Artikel
Mit geballter Kraft für die Kinder

Gut besucht war die Sitzung des Ortsbeirats Fronhausen. Dabei waren unter anderen die Investorin, der Vorsitzende des NABU Fronhausen, Björn Behrend, der Besitzer eines als Alternative zum Festplatz vorgeschlagenen Grundstücks sowie die an den blauen Hemden erkennbaren Vertreter der Burschenschaft.Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Fronhausen. Wenn nicht ein CDU-Vertreter gefehlt hätte, hätte der Ortsbeirat wohl auch, wie der Hauptausschuss, gegen die Beschlussvorlage des Gemeindevorstands gestimmt. So votierten drei Mitglieder dafür, zwei dagegen und zwei enthielten sich, womit der Ortsbeirat der Gemeindevertretung den Beschluss empfiehlt.

Allerdings hat die Burschenschaft seit der vergangenen Woche weiter daran gearbeitet, „ihren“ Festplatz am alten Standort „Auf der Schwärz“ zu retten. Neben der öffentlichen Meinung, laut Ergebnis der Unterschriftensammlung (siehe gestriger OP-Bericht) möchten die Bürger zu 98 Prozent am alten Standort festhalten, haben die Recherchen der Burschen ergeben, dass es, anders als bisher dargestellt, sehr wohl alternative Standorte und Möglichkeiten zur Umsetzung des Bauprojektes für „Betreutes Wohnen“ gebe. Das trug Nils Meckbach, Vorsitzender der Burschenschaft, vor, dem der Ortsbeirat Rederecht einräumte. Zu Beginn hatte Bauamtsleiter Michael Esken den Vorschlag des Gemeindevorstands erläutert, aus dessen Sicht der Festplatz ein sehr guter Standort für die geplanten barrierefreien Wohnungen und eine städtebauliche Ausrichtung auf den demografischen Wandel wäre. Meckbach erklärte nun, ein möglicher Standort für das Bauvorhaben befinde sich nahe dem Bürgerhaus auf einer Fläche, dessen Besitzer bereit sei, mit der Investorin Angelika Knorr-Marin, der Besitzerin des Alten- und Pflegeheims „Haus am Park“, in Verhandlung zu treten beziehungsweise schon bestehende Verhandlungen fortzuführen. Durch die Nähe zum „Haus am Park“ ergäben sich logistische Vorteile.

Ein weiterer möglicher Standort befinde sich hinter den Wohnhäusern der Schubertstraße auf gemeindeeigenem Land. Dieses sei verpachtet, der Pächter aber bereit, den Vertrag gegebenenfalls vorzeitig aufzulösen. Dort seien die Standortvorteile ähnlich wie auf dem jetzigen Festplatz.

Außerdem sehe das Konzept der Burschen den Erhalt der alten Mehrzweckhalle am Festplatz vor, denn es habe sich eine Fronhäuser Investorengruppe gefunden, die zu deren Kauf bereit sei, aber noch nicht namentlich genannt werden wolle. Das würde der Gemeine ebenfalls Geld bringen und den Abriss ersparen.

Investorin kann sich auch anderen Standort vorstellen

Gegen die „alte Kläranlage“ als neuen Festplatzstandort spreche unter anderem die fehlende Akzeptanz der Anwohner, Gefahrenpotenzial durch die vorbeiführende Landesstraße 3093 und ein gegenüber geplantes Wohngebiet.

Weitere Bedenken machte Björn Behrendt, der Vorsitzende der NABU-Gruppe Fronhausen, geltend. Er war erst am gleichen Tag von der Burschenschaft über die Angelegenheit informiert worden. Die Ausgleichsfläche „alte Kläranlage“, die vom Gemeindevorstand als neuer Festplatz vorgeschlagen wurde, sei als Biotop zu wichtig, um sie für diese Nutzung während dreier Tage im Jahr komplett zu schottern, erklärte er. Sie vernetze die Lahnaue mit dem Wald, nach dem jetzigen Informationsstand könne der Naturschutzverband einem solchen Vorhaben nicht zustimmen. Angelika Knorr-Marin erklärte dem Ortsbeirat, sich mit beiden von der Burschenschaft vorgeschlagenen Standorten anfreunden zu können, beide hätten ihre Vorteile. Am wichtigsten sei für sie sei aber eine schnelle Entscheidung, möglichst noch im Mai, denn die Interessenten für die Wohnungen möchten bald möglichst bald Bescheid wissen. Daher stehe sie unter zeitlichem Druck.

Klaus Bork (SPD) erklärte vor seiner Zustimmung zum Beschlussvorschlag, er erkenne das Bemühen der Burschenschaft hoch an. Allerdings könne seiner Ansicht nach die Mehrzweckhalle nur abgerissen werden, weil in dieser Schimmel sei. Und er finde es erstaunlich, dass die Burschenschaft so schnell Investoren dafür finde, was der Gemeinde über Jahre nicht gelungen sei.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr