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Noch drei Wochen Zeit für den Wahlkampf

Bürgermeisterwahl in Fronhausen Noch drei Wochen Zeit für den Wahlkampf

Der Bürgermeister-Wahlkampf in Fronhausen/Lahn geht in die heiße Phase. Am 27. September stellen sich vier Kandidaten dem Votum der wahlberechtigten Bürger.

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Die OP hat die vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Fronhausen gefragt, was sie auf diesem Bild sehen.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. Eins ist sicher: Fronhausen erhält einen neuen Bürgermeister, möglicherweise erstmals eine Frau. Die müsste sich dann gegen drei Männer durchsetzen. Amtsinhaber Reinhold Weber (Bürger für Fronhausen) hat nach nun fast zwölf Jahren auf eine dritte Kandidatur verzichtet. Der neue Bürgermeister nimmt seine Geschäfte zum Jahreswechsel auf, wird dann also von 2016 bis 2022 in der Verantwortung als Verwaltungschef stehen.

Die vier Bewerber sind in der Gemeinde Fronhausen sehr aktiv, mit ihren Argumenten die Wähler von sich zu überzeugen. Einmal, und zwar am Montag, 14. September, ab 19.30 Uhr treffen sie auf Einladung der OBERHESSISCHEN PRESSE zum direkten Kandidaten-Vergleich aufeinander. Und alle interessierten  Bürger der Großgemeinde sind dazu eingeladen, bei diesem Ereignis dabei zu sein. Beim „OP-Wahlforum“ im Bürgerhaus Fronhausen werden die Kandidaten Rede und Antwort stehen und sich den Fragen der OP-Moderatoren zu Themen aus der Gemeinde stellen. Darüber hinaus bietet die OP  in den nächsten Wochen bis zur Wahl Beiträge, in denen die Kandidaten Stellung beziehen und sich positionieren.  

Am Sonntag, 27. September, also am Wahltag,  findet nach Schließung der einzelnen Wahllokale ab 18 Uhr eine Wahlparty  mit Ergebnispräsentation im Bürgerhaus Fronhausen statt. Dort werden dann auch alle vier Kandidaten zugegen sein und Stellung zum Wahlausgang nehmen. Sollte es an diesem Tag keinem der vier Kandidaten gelingen, mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich zu vereinen, werden die beiden Kandidaten mit den besten Ergebnissen am Sonntag, 11. Oktober, in einer Stichwahl den Bürgermeister unter sich ausmachen.  Fronhäuser, die eine Frage an die vier Kandidaten haben und möchten, dass diese während des OP-Wahlforums behandelt werden soll, werden gebeten, diese im Vorfeld unter Angabe des eigenen Namens an die Redaktion zu schicken. Entweder auf dem postalischen Weg, per E-Mail oder auch per Telefon.  

Was sehen Sie?

Werner Speier (parteilos): Dialog suchen mit Vereinen und Ortsbeirat
Auf dem Bild sieht man die Fassade des historischen Dorfgemeinschaftshauses in Bellnhausen. Im Vordergrund sind Teile des Mehrgenerationen-Spielplatzes  zu sehen. Das Dorfgemeinschaftshaus,  die ehemalige Dorfschule, zeigt im Außenbereich einen Sanierungsstau. Der Spielplatz ist in einem guten Zustand.
An dem DGH muss die Außenfassade neu gestrichen werden und die schadhaften Schindeln sind auszutauschen.
Die Sanierung sollte schnellstmöglich durchgeführt werden, um die Gebäudesubstanz zu erhalten.
In meinen Augen ist es wichtig die Gemeinschaftshäuser und Bürgerhäuser zu erhalten, um zukünftig  der Bevölkerung örtliche Kommunikations- und Identifikationsstätten zu bieten.
Hierbei sollten die Einrichtungen der Gesamtgemeinde zukunftsorientiert betrachtet werden. Im engen Dialog unter Einbeziehung der Ortsbeiräte, den Ortsvereinen und der Bevölkerung werden die Häuser mit Nutzungsschwerpunkten entwickelt. Hierbei werde ich darauf  achten,  dass alle Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden,  unter  Berücksichtigung der gesellschaftlichen Entwicklung und der Anforderungen.  So könnte dieses Haus zum Beispiel eine Mehrgenerationenfunktion übernehmen oder seinen Schwerpunkt  durch die zusätzliche Nutzung für Kinder- und Jugendarbeit finden.
Wichtig ist mir die Einbeziehung der Bevölkerung, denn dort schlummert oftmals sehr viel Kreativität, Ideenreichtum und Fachwissen. Diese Schätze möchte ich zum Wohl der Allgemeinheit nutzen.

Peter  Kelch (SPD): Auch ohne Trägerschaft kein Verkauf
Das Bild verbreitet eine triste Stimmung des DGH Bellnhausen, die diesem jedoch nicht gerecht wird: Mitten im Ort gelegen, sollte das DGH auch weiterhin für Vereine, Familienfeiern, Versammlungen  und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, nicht zuletzt durch den angrenzenden Spielplatz, der konzeptionell als Mehrgenerationen-Spielplatz angelegt wurde.
Das DGH erfüllt wichtige soziale Zwecke, die sich nicht nach Auslastung und Kosten-NutzenRechnung bewerten lassen.
Natürlich muss das Haus dafür instand gehalten und nach Möglichkeit auch für fremde Nutzer attraktiver gemacht werden.
Die zu favorisierende Lösung wäre die Übernahme der Trägerschaft durch einen Ortsverein, wie sie z.B. in Sichertshausen seit Anfang 2014 erfolgreich praktiziert wird.
Doch auch andere Modelle sind möglich, zum Beispiel durch projektbezogene Bürgerbeteiligung oder ehrenamtliches Engagement in Form von Patenschaften oder Eigenleistung. In Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen sind auch Projekte denkbar, die dem DGH und den Bellnhäusern zugutekommen, zum Beispiel ein Begegnungscafé für Senioren oder ein Mutter-Kind-Treff. Das DGH Bellnhausen hat einiges Potential und ist es wert, auch in Zukunft der Dorfgemeinschaft zur Verfügung zu stehen. Auch ohne Trägerschaft sollte die Gemeinde von einem Verkauf absehen und versuchen, gemeinsam mit den Einwohnern und den Ortsvereinen, das DGH als wichtigen Bestandteil der dörflichen Kultur zu erhalten.

Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen): Trägerschaft ist eine gute Lösung
Ich sehe hier den Dorfmittelpunkt  Bellnhausens, einen Ort der Begegnung. Hier treffen sich nicht nur Kinder zum Spielen, vor allem wird hier die Möglichkeit für alle Generationen geboten, sich auszutauschen und die Dorfgemeinschaft zu pflegen. Man findet Spielgeräte für kleinere Kinder, und mit Bolzplatz und Tischtennisplatte auch ein Angebot für größere. Das Dorfgemeinschaftshaus bietet für Feste und Zusammenkünfte einen attraktiven Rahmen. Auf dem Bild wird bei näherem Hinsehen aber auch der Investitionsstau deutlich. Sowohl Fenster als auch Außenschindeln sowie die Treppen bedürfen der Renovierung. Eine mögliche Trägerschaft für das Dorfgemeinschaftshaus wird jedoch, wie auch in Sichertshausen, erst nach erfolgter Instandsetzung umzusetzen sein. Das nötige Engagement der Bellnhäuser Bürger ist meiner Meinung nach vorhanden, schon bei der ursprünglichen Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses wurden alle Erwartungen übertroffen.
Dass eine Trägerschaft anzustreben ist, hat die Gemeindevertretung im Haushaltssicherungskonzept festgeschrieben. Eine kleine Gemeinde wie Fronhausen, mit defizitärem Haushalt und einem Darlehensstand von circa 3 Millionen Euro bis Ende 2015, sowie einem Kostendeckungsgrad der DGHs und BGHs von 24 Prozent, kann sich die Dorfgemeinschafts- und Bürgerhäuser in der jetzigen Form schlichtweg nicht mehr leisten. Deshalb sind Trägerschaften eine gute Lösung und zukunftsfähig. Dies beweist die erfolgreiche Umsetzung in Sichertshausen.

Michael Esken (parteilos): Erst sanieren, dann Bürgern übergeben
Der abgebildete MehrgenerationenSpielplatz wurde von den Bellnhäusern ehrenamtlich und in Eigenleistung erstellt und wird sehr gut angenommen; nur schade, dass auf dem Foto keine spielenden Kinder zu sehen sind, das lässt das Foto etwas trist erscheinen. Dieses Bürgerengagement ist ein gelungenes Beispiel, dass sich wichtige Projekte auch in Zeiten knapper Gemeindekassen realisieren lassen. Geldmangel zwingt immer mehr Gemeinden, Dorfgemeinschaftshäuser und andere kommunale Einrichtungen der Daseinsvorsorge zu schließen. Das Dorfgemeinschaftshaus in Bellnhausen muss erhalten bleiben! Der denkmalgeschützte Bau diente früher als Schule und Amtshaus und prägt das Ortsbild in Bellnhausen ganz entscheidend. Nicht vorzustellen, wenn dieses Gebäude verkauft werden sollte. Die Sichertshäuser haben es vorgemacht, einen Verein gegründet und die Trägerschaft des dortigen Dorfgemeinschaftshauses selbst übernommen.
Das sollte auch in Bellnhausen funktionieren, allerdings muss vorher Geld in die Hand genommen werden, um die vorhandenen Bauschäden zu beseitigen. Als Bauamtsleiter habe ich natürlich gesehen, dass die Holzschindeln und die Fenster ganz dringend gestrichen werden müssen. Die Heizung hat die besten Jahre hinter sich und auch die Eingänge sind reparaturbedürftig. Leider wurden mir dafür die Mittel von der Gemeindevertretung nicht bewilligt. Erst wenn das Gebäude wieder intakt ist, werden sich auch in Bellnhausen Menschen finden, die bereit sind, die Trägerschaft zu übernehmen.

Kontakt zur OP
  • Adresse:Oberhessische Presse, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg.
  • E-Mail: nordsued@op-marburg.de
  • Telefon: 0 64 21 / 409 342
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