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Bürgerhaus hat Priorität

Ortsbegehung Bellnhausen Bürgerhaus hat Priorität

Bei der Ortsbegehung in Bellnhausen gingen Vertreter von Ortsbeirat und Gemeindeverwaltung den  Wünschen der Bewohner auf den Grund. Diese können angesichts der finanziellen Situation wohl nicht alle erfüllt werden.

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Die Ausbesserung des Bürgerhauses wird Priorität und die besten Chancen haben, im kommenden Haushalt bedacht zu werden.

Quelle: Ina Tannert

Bellnhausen. Bürgerhaus, Straßenschäden, Baumbestand, Friedhofsgestaltung – mit über 30 Punkten auf dem Wunschzettel für den Haushalt 2017 wanderten die Ortsvertreter über zwei Stunden durch ihren Heimatort, den sie ganz genau unter die Lupe nahmen. Der Ortsbegehung schlossen sich Bürgermeisterin Claudia Schnabel und Bauamtsleiter Michael Esken an, die hier und da die Erwartungen der Anwesenden herunterschrauben mussten.

Priorität im Wunschprogramm der Bellnhäuser findet definitiv das Dorfgemeinschaftshaus: Das sollte eine Generalüberholung der teils maroden Schindeln samt Außenanstrich erhalten, stellte der Ortsbeirat fest. Auch die Fensterrahmen haben handwerkliche Zuwendung nötig, „der Kitt fällt schon von den Fenstern ab“, berichtete Ortsvorsteher Dr. Lothar Mann. Das gesamte Gebäude einzurüsten und alle Arbeiten an einen Fachmann zu übergeben – „das würde ein Vermögen kosten“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken. Angesichts der angeschlagenen Finanzlage der Gemeinde sei dies kaum möglich. Sie schlug einen Kompromiss vor: die Facharbeit solle ein Profi übernehmen, ein paar anfallende Hilfsarbeiten, wie etwa das Auskratzen des alten Baustoffs, könnten die Bürger jedoch in Eigenarbeit stemmen.

Schnabel: „Es gibt keine Rundum-Sorglos-Sanierung“

Auch das Innere des Bürgerhauses wurde bereits in die Planung für das kommende Jahr mit aufgenommen: Nach dem Auszug der neuen Kindergartengruppe, die die Räume derzeit nutzt bis der Kita-Anbau vollendet ist, soll das Gebäude renoviert werden. Auch hier nur mithilfe der Bewohner, „es gibt keine Rundum-Sorglos-Sanierung“.

Zu diesem Thema gab die Gemeindechefin ein generelles Ansinnen der Verwaltung zu bedenken: aus deren Sicht dürfte es langfristig kaum möglich sein, die Dorfgemeinschaftshäuser der Ortsteile auf Dauer und in Gänze zu finanzieren. „Das ist ein dicker Brocken im Haushalt, die Kostendeckung ist immens“, so Schnabel. Und weiter: Die Finanzierung trage mit zu einem Negativergebnis im Haushalt bei, das Thema private Trägerschaft für die Bürgerhäuser wie andere, gemeinschaftlich genutzte Gebäude sei daher „nicht vom Tisch“, gab sie einen Einblick in die Zukunft.

Neue Stufen für die Treppe an der Unteren Lahnstraße

Weitere kleine Baustellen nahmen die Anwesenden vor Ort in Augenschein, darunter einige zerbrochene Rinnenplatten vor mehreren Hofeinfahrten. Die teils wackeligen und unbefahrbaren Stolperfallen sollen ersetzt werden. Ebenfalls als „nicht verkehrssicher“ beurteilt der Ortsbeirat einige alte Treppenstufen an der Unteren Lahnstraße. Die grob in den Erdhang eingebrachten Betonstufen sind abgenutzt und im Laufe der Zeit eingesunken. Für mehr Sicherheit sollen neue Stufen samt einem Holzgeländer sorgen, das ebenfalls in Eigenarbeit errichtet werden soll.

Die Kontrolltour führte entlang einiger alter Bäume, die auf Gemeindeland stehen, jedoch recht nah an Wohnhäusern, Straßen und Pflaster gepflanzt wurden. Mittlerweile besteht die Gefahr, dass die Wurzeln weitere Schäden verursachen. Deutlich sichtbar wird dies an der Kastanie neben dem Backhaus. Deren Wurzeln drücken gegen die Steine, reichen teils bis unter das Nachbargebäude. Sollte der Baum irgendwann den gesamten Straßenbelag anheben und zur Gefahr werden,  muss er gefällt werden, stellte der Bauamtsleiter fest. Das versucht der Ortsbeirat zu verhindern, will demnächst erst einmal den Beton unter dem Pflaster prüfen, eventuell entfernen und die Steine neu setzen.

Gemeinde auf Sparkurs: Einige Projekte müssen warten

Einige Programmpunkte, darunter der Austausch des gerissenen Gießwasserbeckens am Friedhof, sind bereits im kommenden Haushalt vorgesehen. Andere, wie die Sanierung des maroden Gehwegs am Hasenpfad, sollen hinzu kommen. Im Allgemeinen seien „ein paar Flickarbeiten sowieso eingeplant“, während andere, größere Wünsche noch warten müssen, teilte Schnabel mit.

Generell können sich die Bewohner über den planmäßigen Fortgang des Kita-Anbaus freuen – an die Erfüllung anderer Wünsche sollte man hingegen nicht allzu große Erwartungen haben. Um die finanzielle Lage der Gemeinde zu verbessern ist derzeit Sparen angesagt: „Unser Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt, wir wollen und dürfen nicht unter dem Schutzschirm landen“, machte die Bürgermeisterin deutlich.

 
Die Zukunft der üppigen Kastanie neben dem Backhaus ist ungewiss - deren Wurzeln schädigen das Pflaster. Foto: Tannert

von Ina Tannert

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