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Bürger regen sich über unangekündigte Rodung auf

Ortsbeirat Wermertshausen war ahnungslos Bürger regen sich über unangekündigte Rodung auf

Das Waldstück am ehemaligen Sportplatz wird forstwirtschaftlich genutzt: Die Fällarbeiten am Wochenende dienten lediglich der Auslichtung.

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Am Waldstück am ehemaligen Sportplatz wurden nur aus der Mitte Hölzer entnommen, die laut Forstwirt Jens Hedderich von minderer Qualität sind.

Quelle: Manfred Schubert

Wermertshausen. Unnötige Aufregung verursachten am vergangenen Freitag und Samstag unangekündigte und unerwartete Fällarbeiten in dem kleinen Waldstück am ehemaligen alten Sportplatz oberhalb des Bürgerhauses. Mehrere Bürger sprachen Ortsvorsteher Friedhelm Maikranz darauf an, doch er konnte keine Auskunft dazu geben, denn er war ebenfalls nicht darüber informiert worden.

Ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung brachte nur die Erkenntnis, dass das Grundstück an die WMH Forstservice GbR in Roßberg verkauft worden war. Bei der Unteren Naturschutzbehörde, wo Maikranz in Erfahrung bringen wollte, ob eventuell naturschutzrechtliche Belange durch die Fällarbeiten verletzt würden, war am Freitag keine Auskunft mehr zu erhalten.

Am Samstag, während des Arbeitseinsatzes am Aktionstag „Goldener Oktober“, wurde der Ortsvorsteher erneut von aufgeregten Dorfbewohnern angesprochen. Eine Bürgerin, die das Grundstück als geschützte Feldholzinsel ansah, wollte die Polizei rufen, um die Fällarbeiten zu stoppen, da sie vermutete, es sollten eilig vollendete Tatsachen geschaffen werden, bevor jemand dagegen einschreiten könne.

Kirschen und alte Eiche bleiben erhalten

Am frühen Nachmittag bekam Friedhelm Maikranz endlich Informationen aus erster Hand. Forstwirt Jens Hedderich, der sich von der ganzen Aufregung ebenfalls überrascht zeigte, erklärte, dass das 0,66 Hektar große Grundstück als ganz normaler Wald gelte und entsprechend forstwirtschaftlich genutzt werden könne. Zudem habe er nur vor, in der Mitte auszulichten, so dass es rein optisch keine große Veränderung geben werde. Insbesondere die Kirschen und die alte Eiche wolle er keinesfalls fällen. Die ausgelichtete Mitte werde ordnungsgemäß und nachhaltig wieder aufgeforstet, versicherte Hedderich.

„Eigentlich ist es gute Sitte und Brauch, den Ortsbeirat vor der Veräußerung eines Grundstücks dazu zu befragen“, ärgerte sich Maikranz. So blieb ihm nur, die Auskünfte später während des Oktoberfestes nach dem Arbeitseinsatz an die Bürger weiterzugeben und sich darüber zu ärgern, dass der Gemeindevorstand ihn nicht zumindest nach dem Verkauf darüber informiert hatte. Einiges an Aufregung und unnötigen Anrufen und Gesprächen wäre den Wermertshäusern und ihm erspart geblieben.

von Manfred Schubert

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