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"Bürger für Fronhausen" ziehen sich zurück

Kommunalwahlen 2016 "Bürger für Fronhausen" ziehen sich zurück

Im Norden und Süden Marburgs gibt es kaum Veränderungen bei den Listen zu den Parlamenten. Nur in Fronhausen gibt es einen durchaus nennenswerten Wechsel.

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2011 bildeten diese Oberwalgerner den Ortsbeirat. Ab Frühjahr 2016 wird es dort kein Gremium dieser Art mehr geben.

Quelle: Archivfoto

Fronhausen. Die große AfD-Schwemme in der Breite ist ausgeblieben. Dort konzentriert man sich wohl erst einmal auf einen möglichen Einzug in den neuen Kreistag. So gibt es allein im Süden und Norden des Landkreises nur zwei Veränderungen zu vermelden. In Cölbe hat die FDP nach ihrem erstmaligen Antritt 2011 keine neue Liste eingereicht, und in Fronhausen steuert die Ära der „Bürger für Fronhausen“ mindestens mal einer Auszeit entgegen.

2011 mit durchaus sensationellen sieben Plätzen gestartet, verlor die Fraktion zwischenzeitlich vier Mitglieder, die ihr Mandat jedoch nicht zurückgaben, sondern bekanntermaßen eine eigene Fraktion bildeten, die jetzt auch erstmalig zur Kommunalwahl antritt und überdies ab Januar die neue Bürgermeisterin stellt. Der scheidende Bürgermeister Reinhold Weber, der den „Bürgern für Fronhausen“ angehört, bestätigte gegenüber der OP seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik.

Hauptamtsleiter Batz bedauert die Entwicklung

Eine Überraschung gibt es aus Oberwalgern zu vermelden. Dort wird es keinen Ortsbeirat mehr geben. Fronhausens Hauptamtsleiter Achim Batz bedauert dies: „Der Ortsbeirat beziehungsweise der Ortsvorsteher ist schon das Bindeglied zwischen Verwaltung und Ortsteil. An die neue Situation in Oberwalgern wird man sich erst einmal gewöhnen müssen.“

In den übrigen Fronhäuser Ortsteilen gibt es Gemeinschaftslisten, nur in Fronhausen treten SPD, CDU und die Initiative Fronhausen gegeneinander an.

Argenstein wähltwieder keinen Ortsbeirat

Lange Listen im Ebsdorfergrund

Mancherorts taten sich einige etablierte Parteien und Bürgerbewegungen allerdings schon sehr schwer, ausreichend „Personal“ für Listen zu finden. Gerne wurden von Parteien auch Personen genommen, die mit der politischen Ausrichtung konform gehen, aber kein Parteibuch besitzen, also keine Parteimitglieder sind.

Da sticht jedoch eine Gemeinde heraus: Ebsdorfergrund. Erwartungsgemäß lieferte die SPD wieder eine Liste ab, die viel länger ist, als es im Parlament Plätze gibt. Das untermauert sicherlich ihren Anspruch, wieder eine absolute Mehrheit erreichen zu wollen.

Aber Obacht, die anderen Parteien haben allesamt auch etwas zu bieten: Die CDU bringt es auf 18 Listenbewerber, die ÜBE/FWG sogar auf 20, und selbst die Grünen, deren Kandidaten von 2011 später aus unterschiedlichen Gründen reihenweise absprangen, haben jetzt wieder eine zehn Personen umfassende Liste im Angebot.

Wallenwein: Engagement wird zu wenig gewürdigt

In Weimar treten für das Parlament wieder CDU, SPD, Freie Bürgerliste, Grüne und die FDP an. Allerdings haben einige Bürger der Großgemeinde während der Wahl weniger Stimmen zu verteilen, weil sie für ihren Ort keinen Ortsbeirat wählen werden. Wahlleiter Rolf Dörr erklärt den Sachverhalt: „Für die Ortsteile Argenstein, Allna, Stedebach und Weiershausen haben sich nicht ausreichend Kandidaten gefunden. Damit ist jetzt schon klar, dass es dort keinen Ortsbeirat mehr geben wird.“ Einmal mehr Argenstein. Der Ort hat schon Erfahrungen damit gemacht, keinen Ortsbeirat mehr zu haben. Offenbar waren sie nicht so schlecht, als dass sich Bürger aufgefordert fühlten, doch wieder für einen „kurzen Draht“ zum Rathaus zu sorgen.

Und Allna? Ortsvorsteherin Ingrid Wallenwein hat zwei Versammlungen einberufen. Beim ersten Mal kamen sieben Personen, beim zweiten Mal sogar mehr als zehn. Aber es fanden sich nicht genügend für eine Liste und schon gar nicht welche, die im Falle einer Wahl auch das Amt des Ortsvorstehers übernehmen wollten. Ingrid Wallenwein selbst kündigte an, nicht mehr kandidieren zu wollen. „Das hat persönliche wie auch berufliche Gründe“, sagt sie auf Nachfrage der OP. Sie habe insbesondere in den beiden vergangenen Jahren ihre Belastungsgrenze erreicht. Allerdings kritisiert sie auch, dass das Engagement aus dem Ort von Gemeindeseite zu wenig gewürdigt wurde. „Es gab schon Menschen hier vor Ort, die sich ehrenamtlich mit Eigenleistungen bei bestimmten Projekten eingebracht hätten. Wenn es dann aber an Material fehlt, sinkt auch irgendwann die Bereitschaft, sich zur Verfügung zu stellen.“

FDP stellt in Cölbe keine Liste auf

Während der große Ort Niederweimar bei den Ortsbeiratswahlen den Dorfbewohnern eine Gemeinschaftsliste anbietet, gibt es in Roth, Wenkbach und sicher auch etwas überraschend in Oberweimar ausschließlich SPD-Listen. In Niederwalgern und Wolfshausen gibt es wie in Niederweimar Gemeinschaftslisten.

In Cölbe treten für das Parlament CDU, SPD, Grüne und Bürgerliste an. Die FDP ist raus. Sie kandidiert überdies auch nicht mehr für den Ortsbeirat Schönstadt. Dort gibt es wie in Schwarzenborn eine Gemeinschaftsliste. In Bürgeln und Reddehausen konkurrieren jeweils CDU und SPD, und in Cölbe selbst gab es zwar zwei Listen, aber nur insgesamt fünf Kandidaten. „Das reicht leider nicht aus. Der Ortsbeirat Cölbe sieht sieben Mitglieder vor“, erläutert Cölbes Wahlleiter Stefan Gimbel.

„In Wetter haben die etablierten Parteien Listen zur Wahl der Stadtverordnetenvertretung abgegeben“, berichtet Wahlleiter Gerhard Wagner. Dabei spricht er von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und den Linken. In Lahntal und Münchhausen finden 2016 zusätzlich noch Bürgermeisterwahlen statt - wie im Süden auch im „Grund“ und in Weimar. Die Parteienlandschaften bleiben indessen in den beiden Nordkreiskommunen erst einmal wie gehabt: In Lahntal treten CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgerliste Lahntal an, in Münchhausen die CDU, die SPD und die Unabhängige Grüne Liste (UGL).

von Götz Schaub und Philipp Lauer

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