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Bürger feiern weiter auf der Schwärz

Parlament Fronhausen Bürger feiern weiter auf der Schwärz

Der Fronhäuser Festplatz „Auf der Schwärz“ bleibt vorerst erhalten. Dafür stirbt ein geplantes Bauprojekt für betreutes Wohnen auf diesem Gelände, das Schicksal der maroden Mehrzweckhalle ist weiter offen.

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Hier bleibt erstmal alles beim alten: Der Festplatz „Auf der Schwärz“ in Fronhausen wird nicht mit barrierefreien Wohnungen für Senioren bebaut. Auch die Zukunft der Mehrzweckhalle im Hintegrund ist weiter ungeklärt.

Quelle: Michael Agricola

Fronhausen. Kurz nach dem Abpfiff der WM-Partie Deutschland gegen USA eilten die Fronhäuser Gemeindevertreter zu ihrer Sondersitzung, auf deren Tagesordnung nur ein Thema stand: Die Zukunft des Festplatzes neben dem Bahnhof.

Knapp eine Stunde später hatten die 22 anwesenden Parlamentarier eine Entscheidung getroffen, andererseits aber auch nicht so richtig. Denn weil bei der namentlichen Abstimmung 11 Ja- gegen 11 Neinstimmen standen, wurde der Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands mit der knappsten aller Konstellationen abgewiesen. Und damit die nächste Runde in der Diskussion um das weitere Vorgehen mit dem Gelände „Auf der Schwärz“ eingeläutet.

Immerhin, der Applaus der Mehrheit der knapp 50 Besucher galt den Nein-Stimmern von CDU und Initiative für Fronhausen (IF), die mit ihrem Votum zunächst einmal verhindert hatten, dass der traditionelle Festplatz für diese Nutzung nicht mehr zur Verfügung steht und ein neuer Standort für die Fronhäuser Feste gesucht werden müsste.

Die Entscheidung bedeutet zugleich, dass die Gemeinde noch keine Lösung für den vieldiskutierten Problemfall Mehrzweckhalle (Asbestbelastung im Dach) hat und das Grundstück in diesem Zustand nicht verwerten kann. Die Möglichkeit, an dieser Stelle 32 barrierefreie, altengerechte Eigentumswohnungen zu schaffen, für die Investorin Angelika Knorr-Marin auch bei Bedarf „betreutes Wohnen“, also Dienstleistungen wie Putzen, Kochen oder Pflege anbieten wollte, hat sich am Donnerstagabend zerschlagen.

Knorr-Marin bedauerte, dass ihr Vorhaben offenbar zum Thema politischer Auseinandersetzungen in der Gemeinde geworden sei und sie ihr Vorhaben nun nicht in Fronhausen umsetzen könne, wo sie schon mit dem Pflegeheim „Haus am Park“ ansässig ist. „Die Gemeinde Fronhausen hat kein Baugrundstück für mich“, so Knorr-Marin. Sie werde sich daher nun um ein passendes Grundstück in einer anderen Gemeinde bemühen.

Diskussion geht weiter

Das von einem Fronhäuser Grundstücksbesitzer kurzfristig noch zum Kauf ins Gespräch gebrachte Grundstück sei keine Option gewesen, so Knorr-Marin gegenüber der OP. Zum einen sei es kein baureifes und erschlossenes Land wie die „Schwärz“. Bis zur Fertigstellung würden dadurch dort nach Schätzungen des Bauamtsleiters Michael Esken 134 Wochen vergehen, während es am Festplatzstandort 60 Wochen wären. Zum anderen zeigte sich Knorr-Marin enttäuscht vom Verhalten des Anbieters, der über Presse und Öffentlichkeit versucht habe, die Entscheidung des Parlaments zu beeinflussen. Somit „ist er kein Partner, mit dem ich Geschäfte machen will“, so die Unternehmerin.

Wie geht es nun weiter? In der Diskussion um den Erhalt des Festplatzes hatte Nils Meckbach von der Burschenschaft kurz vor der Sitzung auch ein Kaufangebot für Mehrzweckhalle und eine Teilfläche abgegeben. Erstere solle demnach saniert werden. Der Gemeindevorstand hatte dies nach Verwaltungsangaben bereits abgelehnt, weil es gegenüber dem Angebot von Knorr-Marin für die Gemeinde einen um etwa 100000 Euro niedrigeren Erlös bedeuten würde. Ob sich an dieser Sichtweise nach deren Rückzug etwas ändert, wird die Gemeindevertretung diskutieren müssen.

In der Debatte am Donnerstag hatte Lothar Nau für die CDU nochmals betont, dass man weiterhin für den Erhalt der „Schwärz“ als Festplatz plädiere, verbunden mit einer Umgestaltung des Spielplatzes und weiterer Pendlerparkplätze am Bahnhof. Das Thema betreutes Wohnen sei für Fronhausen begrüßenswert und wichtig, aber es müsse nicht notwendigerweise auf der „Schwärz“ angesiedelt sein. Dem widersprach Klaus Bork von der SPD vehement: „Für mich hat betreutes Wohnen absoluten Vorrang vor dem Festplatz an diesem Ort.“

von Michael Agricola

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