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Bürger bringen viele Ideen mit ein

Dorferneuerung Bürger bringen viele Ideen mit ein

In vier Workshops beschäftigten sich Bürger und hauptamtlich mit der Dorferneuerung Befasste einen Tag lang intensiv mit der Erstellung von Projekten, die zur weiteren Entwicklung des Dorfes beitragen sollen.

Wittelsberg. Gute Stimmung herrschte nach achteinhalb Stunden, als der letzte der vier Workshops im Gasthaus Nau zu Ende gegangen war. Es hatte eine gute Resonanz mit 70 Teilnehmern gegeben und diese hatten interessante neue Ideen eingebracht, auf die der Arbeitskreis Dorferneuerung bisher noch nicht gekommen war, hob dessen Vorsitzender, Bürgermeister Andreas Schulz, bei der Zusammenfassung der Ergebnisse hervor.

So zum Beispiel zur Aufwertung des Umfelds am Bürgerhaus im Bereich Hirtenwiesenstraße. Bisher waren nur eine Begrünung und Platzumgestaltung um die Mehrzweckhalle (MZH) mit dem angeschlossenen Bürgerhaus (BGH) angedacht worden. Anlieger brachten beim Workshop den Wunsch nach verkehrsverlangsamenden Maßnahmen ein, da die lange Gerade der Hirtenwiesenstraße zum schnellen Fahren anrege. Neben der Anpflanzung von Bäumen entstand die Idee, dass im Bereich um die MZH die Trennung zwischen Straße, Gehwegen und Halle aufgehoben werden und eine „neue kommunikative Mitte“ entstehen soll. Die an der Halle wegfallenden Parkplätze sollen auf einem benachbarten Grundstück neu entstehen. Die Aufwertung soll eine vielfältigere Nutzung des Bereichs um das BGH ermöglichen, in dem ein neuer Senioren-Schwerpunkt entstehen soll. Nach der Erstellung eines Entwurfs und Überprüfung der Realisierbarkeit könnte bereits im zweiten Halbjahr 2013 mit der Umsetzung begonnen werden, erklärte Schulz. Auch der Kirchberg mit der Warte und dem Kirchenvorplatz soll aufgewertet werden, sowohl für die touristische wie die Nutzung durch die Einheimischen, berichtete Volker Wagner vom Ortsbeirat. Dazu könnten der Ausbau des Rundwegs, die Schaffung von Sitzgelegenheiten und Flächen für Publikum bei Veranstaltungen, eventuell die Öffnung der Warte für Besucher und die Installation einer Toilette gehören.

Ortsmitte bleibtdas größte Sorgenkind

Die Planung würde innerhalb der Dorferneuerung erfolgen, für die Umsetzung könnten Mittel aus dem LEADER-Programm der EU beantragt werden.

Ortsvorsteher Gotthard Seim erklärte, die Ortsmitte sei „das größte Sorgenkind“, weil es dort in Zukunft mehrere Leerstände geben könnte. Dem sei nur gemeinsam mit den Eigentümern entgegenzuwirken, die, wie er meinte, am Samstag gut eingebunden worden seien. In absehbarer Zeit müsse etwas geschehen, bevor ein Verfall beginne, das betreffe vor allem landwirtschaftliche Nebengebäude.

Weiteres Ziel bei der Neugestaltung der Ortsmitte sei es, das seit 50 Jahren ungenutzte Backhaus zu entfernen und das Grundstück sowie das angrenzende Gelände neu zu beplanen. Bürgermeister Schulz erklärte, die Gemeinde werde das Backhaus einer Privatperson schenken, da in Gemeindebesitz aus Denkmalschutzgründen kein Abriss möglich sei. Vorstellen könne man sich beispielsweise die Errichtung eines kleinen Hotels in der Dorfmitte. Nicht alle alten Gebäude müssten erhalten bleiben, man müsse auch Neues für eine entwicklungsfähige Zukunft errichten können.

Planer Hartmut Kind vom Büro SP Plus in Bad Nauheim unterstrich, dass Wittelsberg mit 75 Gewerbetreibenden bei etwa 1000 Einwohnern auch wirtschaftliches Potenzial besitze. Deren grundlegendes Interesse an der Entwicklung des Ortes gelte es abzufragen und zu fördern sowie die noch nicht Beteiligten zu motivieren, direkt an der Dorferneuerung mitzuwirken.

Bisher haben laut Andreas Schulz 26 Gewerbetreibende an der Aktion „Pflanztöpfe… aus gutem GRUND“ teilgenommen. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat soll daraus ein fortdauernder Prozess entstehen, bei dem Bevölkerung und Gewerbetreibende die Dorfentwicklung als gemeinsame Aufgabe angehen.

Die Ergebnisse der Workshops sollen gemeinsam mit vertiefenden Planungen von Hartmut Kind in einer Sitzung des Arbeitskreises in etwa einem Monat präsentiert werden.

Weiter erklärte Bürgermeister Schulz, dass zugleich mit der Dorferneuerung Flurbereinigungsmaßnahmen erfolgen und 2013 und 2014 in zwei Abschnitten die Durchgängigkeit des „Lange-Hessen-Radwegs“ durch Wittelsberg hergestellt werden soll. 2014 soll außerdem die seniorengerechte Umgestaltung des BGH angegangen werden.

von Manfred Schubert

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