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Bürger bringen Ideen in Planung ein

Sanierung der Ortsdurchfahrt Bürger bringen Ideen in Planung ein

Wenn die zentrale Durchfahrtsstraße in einem Ort saniert wird, geht das nicht ganz ohne Einschränkungen der Anlieger über die Bühne.

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An dieser Ampelkreuzung in Niederweimar soll nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt in diesem Jahr ein Minikreisel den Verkehr spürbar beruhigen.

Quelle: Thorsten Richter

Niederweimar. Diese Botschaft wollten die Vertreter der beteiligten Stellen möglichst schonend vermitteln. Es gab bei der Informationsveranstaltung am Montagabend aber auch allerhand Gelegenheit, sich einzubringen. Und diese nutzten die rund 70 interessierten Anwohner im Bürgerhaus in Niederweimar rege.

Die Ortsdurchfahrt in Niederweimar ist zum Teil Gemeindestraße, zum Teil Kreisstraße. Hessen Mobil muss die Straße in einem ordentlichen Zustand an die neuen Baukostenträger übergeben. Deshalb wird die Decke noch in diesem Jahr saniert, erklärte Bernd Marquordt von Hessen Mobil. Über die geplanten Bauarbeiten berichtete die OP bereits in der vergangenen Woche (siehe Hintergrundkasten). Die Bürgersteige seien davon nicht betroffen, beantwortete Marquordt eine Nachfrage aus dem Publikum.

Straße wird für den Durchfahrtsverkehr gesperrt

Für die Sanierung müsse die Straße für den Durchfahrtsverkehr gesperrt werden. Die Bauarbeiten werden in mehreren Abschnitten gemacht. Es kann sein, dass manche Häuser deshalb für kurze Zeiten nicht mit dem Auto erreichbar sind, räumte Marquordt ein.

Mit dieser Aussicht meldeten einige ansässige Unternehmer starke Bedenken an. Ein Bauunternehmer könne den Betrieb dann nicht aufrechterhalten, ein Marktbetreiber sei auf die tägliche Belieferung von mehreren LKW angewiesen. Die Apotheke müsse kreisweiten Notdienst gewährleisten und erreichbar sein. „Eventuell wird die Zufahrt dann nur von einer Seite möglich sein. Wir haben schon in vielen anderen Orten Erfahrung gesammelt und da hat es dann auch funktioniert“, entgegnete Marquordt.

Lob vom Berufs-Kraftfahrer für den Minikreisel

Im Zuge der Sanierung wird es auch einige bauliche Änderungen geben. Diese stellten Andreas Löffert und sein Kollege Thorsten Hitz von der Planungsgesellschaft Kolmer und Fischer vor. So soll am Ortseingang an der Ampelkreuzung Herborner Straße und Haddamshäuser Weg der Verkehr zukünftig durch einen Minikreisel beruhigt werden. Während manche Bürger die hohen Kosten für den Kreisel hinterfragten, schilderte ein Berufs-Kraftfahrer seine Erfahrungen und sprach den Planern ein großes Lob aus: „Überall wo solche Sachen gebaut wurden, hat sich etwas gebessert. Ich halte diesen Kreisel für eine wunderbare Geschichte.“ Der Unterhalt der Ampelanlage koste die Gemeinde jährlich zwischen 4000 und 5000 Euro, legte Bürgermeister Peter Eidam dar.

Die Ampel auf Höhe des Bürgerhauses soll hingegen erhalten bleiben. Über weitere Änderungen zugunsten der Verkehrssicherheit kann die Gemeinde auf ihrem Teil der Straße auch nach der Sanierung noch entscheiden.

Bürgermeister will die Ideen der Bürger mitnehmen

Für die Zeit der Bauarbeiten soll es wöchentliche Baustellentermine geben, um Fragen und individuelle Bedürfnisse der Anlieger mit den Verantwortlichen und den Polieren zu besprechen, erklärte Löffert.

Viele weitere Vorschläge wurden nur kurz besprochen: durchgehende Tempo-30-Zone, weitere Verkehrszählungen, Erneuerung des Kanals um eine bessere Entwässerung zu gewährleisten oder die Durchführung der Bauarbeiten im Zweischichtbetrieb. „Wir befinden uns noch im Planungsprozess, und wir nehmen Ihre Ideen gerne mit“, versprach Bürgermeister Eidam abschließend. Einer der Gäste antwortete, den Bürgermeister an dieser Stelle beim Wort nehmen zu wollen.

von Philipp Lauer

Sanierung der Ortsdurchfahrt
Die Sanierungsarbeiten beginnen bereits im Februar mit der Sanierung der Kanäle in geschlossener Bauweise. Zudem wird die Wasserleitung erneuert und neue Stromleitungen werden gezogen. Mit der Sanierung der Straßendecke gibt es auch neue Schachtdeckel, Anschlussleitungen und einige neue Sinkkästen. An der Kreuzung Herborner Straße / Haddamshäuser Weg kommt ein Minikreisel, und die Abbiegung in den Huteweg wird zur abknickenden Vorfahrtsstraße. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von 300 000 Euro.
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