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Brandts Friedenspolitik gab den Anstoß

SPD Sichertshausen Brandts Friedenspolitik gab den Anstoß

Die SPD in Sichertshausen feierte ihr 40-jährigesBestehen und ehrte ihre Gründungsmitglieder. Die verfolgten mit der Gründung des Ortsvereins damals ein konkretes Ziel: Sie sagten Ja zur damaligen Regierungspolitik.

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Ehrung der Gründungsmitglieder, jeweils mit Ehefrau: Heinrich und Christa Becker (von links), Hermann und Erna Becker, Käthe und Willi Jung. Gertraud Schneider nahm die Ehrung für ihren verstorbenen Mann Heinrich entgegen. Ehrenadeln und Urkunden überreichte der SPD-Kreisvorsitzende Sören Bartol, rechts die Ortsvereins-Vorsitzende Petra Hofmann-Findt.Fotos: Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Sichertshausen. Im Februar 1973 trafen sich zehn Männer im damals noch sehr jungen Dorfgemeinschaftshaus, um einen SPD-Ortsverein zu gründen. Lediglich zwei von ihnen waren zu dieser Zeit bereits Mitglied der SPD. Wie es dazu kam, führte der heutige stellvertretende Vorsitzende Dr. Alexander Lauer den etwa 80 Gästen im gerade neu sanierten Dorfgemeinschaftshaus in einem informativ-unterhaltsamen multimedialen Rückblick auf das Gründungsjahr vor Augen.

Bundeskanzler war 1973 in einer sozial-liberalen Regierungskoalition Willy Brandt. Er war es, der mit seiner neuen Ostpolitik unter dem Motto „Wandel durch Annäherung“ den Menschen Hoffnung auf Frieden gab. Für ihn und seine Ostpolitik wollten die zehn Sichertshäuser ein klares Zeichen setzen. Es waren Heinrich Becker, Hermann Becker, Hans Dietz, Heinrich Freund, Karl Hettche, Willi Jung, Gerhard Lauer, Ewald Roth, Ernst Schneider und Heinrich Schneider.

Lauer zitierte die Gründer: „Wir hatten kein Programm. Unser Programm war, Willy Brandt und seine Ostpolitik zu unterstützen.“ Und: „Wir hatten alle Angst, denn wenn es zum Weltkrieg zwischen den Mächten gekommen wäre, wären wir hier sofort die Front gewesen. Durch Willy Brandt hat die Vernunft wieder Einzug gehalten, seine Politik hat zu Entspannung geführt.“

Außerdem: „Wir wollten Willy Brandt unterstützen, vor allem gegen die abartige Propaganda vonseiten der CDU/CSU mit ihren Slogans ‚Walter Scheel und Willy Brandt - Volksverräter an die Wand’ oder ‚Deutsches Land wird nicht verschenkt - eher wird der Brandt gehenkt’“.

Im Laufe der Jahre taten die Genossen aber noch viel mehr in Sichertshausen, als nur dieses Zeichen zu setzen. Die Vorsitzende Petra Hofmann-Findt betonte: „Ihr habt nie die SPD-Flagge wie eine Monstranz vor euch hergetragen. Im Ortsbeirat hat sture Parteipolitik keine Rolle gespielt. Euch ging und geht es um das Wohl des Dorfes und seiner Bürger.“

Als ersten hob die Vorsitzende Willi Jung hervor, der von 1973 bis 1977 und von 1981 bis 2001 fünfmal als Ortsvorsteher gewählt wurde. Beherrschendes Thema seiner Amtszeit sei die „unendliche Geschichte der B3a“ gewesen. 1986 organisierte er mit seinem Bellnhäuser Amtskollegen Hormel eine nicht genehmigte Demo mit Fußgängern und langsam fahrenden Traktoren mit Volksfestcharakter - die Strafe leistete er in gemeinnütziger Arbeit ab. Mit seiner Tochter Doris rief er eine Bürgerinitiative ins Leben, um auf die unerträgliche Situation an der alten B3 aufmerksam zu machen.

Das eigentliche Zugpferd der SPD im Ort, ein „Mann des Ausgleichs. Macher und Schaffer, der sich selbst niemals lobt“, sei der frühere Vorsitzende Heinrich Becker. Von 1974 bis 1997 auch eine konstante Größe im Ortsbeirat, sei er der, der motiviere und generationenübergreifend zusammenhalte.

Daher, so Hofmann-Findt, ernenne der Ortsverein ihn zum Ehrenvorsitzenden. Der Chor „InTakt“ gratulierte dem Ortsverein ebenfalls mit einigen Liedern.

Der SPD-Ortsverein Sichertshausen hatte in Spitzenzeiten 22 Mitglieder. Heute sind es 13, davon vier Frauen. Seit 2006 kandidieren auch unabhängige Bürger auf der SPD-Ortsbeiratsliste. Im Gemeindeparlament sitzt neben Petra Hofmann-Findt auch Günther Majewski als Fraktionsvorsitzender. Reinhold Schwarz ist im Gemeindevorstand.

von Manfred Schubert

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