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Böses Erwachen in Oberwalgern

Keine Ortsbeiratswahl Böses Erwachen in Oberwalgern

Es ist ganz einfach. Gibt es weniger Kandidaten als Plätze in einem Ortsbeirat zu vergeben sind, findet keine Wahl statt. Keine Wahl, kein Gremium. Wenigstens bis zur nächsten Kommunalwahl.

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Wenn es Frühling geworden ist, beginnt für Oberwalgern eine ortsbeiratslose Zeit. Erst 2021 können sich Einwohner wieder für das Gremium zur Wahl stellen.

Quelle: Götz Schaub

Oberwalgern. Glücklich jene Dörfer, die Einheitslisten aufgestellt haben. Sie konnten leicht feststellen, ob es genügend Kandidaten gibt und gegebenenfalls nachbessern. Neben einigen anderen Dörfern im Südkreis, wurden in Oberwalgern (Ortsteil der Gemeinde Fronhausen), und in Oberweimar (Ortsteil der Gemeinde Weimar), 2011 zwei Listen aufgestellt. 2016 sollte es offensichtlich auch wieder so sein. In Oberwalgern jedenfalls meldet die CDU eine Liste an und in Oberweimar die SPD.  Doch nur eine der beiden Listen darf auch  gewählt werden. Wie das?

Die CDU in Oberwalgern freute sich noch, für diese Wahl einen Kandidaten mehr als 2011 präsentieren zu können, im Ganzen vier Personen. Sieben werden für den Ortsbeirat benötigt. Sie hätte sich also bei einem ausreichenden Wählerzuspruch eine Mehrheit im Ortsbeirat erkämpfen können. Doch zur großen Überraschung der CDU, so stellt es CDU-Mann Heinrich Dengel gegenüber der OP heraus, gab es letztendlich keine zweite Liste und damit einhergehend auch nicht ausreichend Kandidaten für das mit sieben Personen zu besetzende Gremium. Fronhausens Wahlleiter Achim Batz musste somit am 28. Dezember formal feststellen, dass es nach der Kommunalwahl im März für die nächsten vier Jahre keinen Ortsbeirat in Oberwalgern geben wird, obwohl die CDU-Liste abgegeben wurde.

Nur zwei Interessenten wollten kandidieren

„Das ist wirklich  sehr bedauerlich“, sagt der amtierende Ortsvorsteher Frank Weber, der für die SPD auch im Fronhäuser Parlament sitzt. Und weiter: „Wir hatten es durchaus vor, wieder eine Liste aufzustellen. Und es sah zunächst auch sehr gut aus. Es gab immerhin sieben bis neun Interessenten. Doch während unserer Versammlung kristallisierte sich dann heraus, dass es nicht mehr als zwei werden würden, die tatsächlich kandidieren. Damit wollten wir dann auch nicht antreten und gaben entsprechend keinen Listenvorschlag ab.“

Da es offensichtlich in Oberwalgern Tradition ist, dass sich die Ortsbeiratsmitglieder nicht über den Stand der Listen zur Kommunalwahl austauschen, wusste die CDU nicht, dass ihre Liste nicht ausreicht, und die SPD wusste  nicht, dass sie mindestens drei Personen hätte stellen müssen.  Weber rechnete sogar noch mit einer dritten Liste, etwa von der Initiative Fronhausen initiiert. Jetzt weiß er es besser und sagt: „Vielleicht kann das für 2021 als Aufbruch verstanden werden, dann vielleicht auch eine Einheitsliste mit interessierten Bürgern zu machen.“

SPD in Oberweimar konnte auf Sicherheit setzen

In Oberweimar wusste die SPD wenigstens, dass sie nicht abhängig von einer zweiten Liste ist. Sie hat für die Wahl ausreichend viele Kandidaten. Doch was passiert, wenn nach der Wahl Ortsbeiratsmitglieder aus welchen Gründen auch immer ihr Mandat zurückgeben? Rolf Dörr, Wahlleiter der Gemeinde Weimar, informiert, dass die SPD-Liste aus sechs Personen besteht.

Einmal im Amt kann der Ortsbeirat durchaus schrumpfen, wenn es keine Nachrücker mehr gibt, sagt Dörr. Die letzte arbeitsfähige Größe wären aber definitiv drei Mitglieder. Wenn dann eine Person noch ausscheidet, selbst wenn durch höhere Kräfte wie Tod verursacht, wäre dies für die laufende Legislaturperiode dann doch das Ende des Ortsbeirats.

von Götz Schaub

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