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Bis heute „lieber Zuckerrübensirup als Wurst“

Leidenhofen Bis heute „lieber Zuckerrübensirup als Wurst“

In Dankbarkeit schaut Maria Fritz-Emmerich auf ihr ereignisreiches Leben zurück. Ihre Kraft schöpfte sie bis zum heutigen Tag stets aus der Bibel.

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Noch immer fröhlich und dankbar für ein erfülltes Leben: Maria Fritz-Emmerich feiert heute den 100. Geburtstag.

Quelle: Michael Agricola

Leidenhofen. „Ein wenig Angst habe ich schon“, gibt die Leidenhofenerin zu. Denn sie steht im Mittelpunkt, wenn sich heute rund 50 Familienangehörige und Freunde zu ihrer besonderen Geburtstagsfeier in der Sommerstraße versammeln und ihr über die nächsten Tage hinweg auch noch eine möglicherweise dreistellige Zahl an Gratulanten ihre Aufwartung machen wollen.

Dabei muss sich die 100-jährige Trachtenträgerin darüber eigentlich keine Gedanken machen, schließlich hat sie in ihrem Leben schon ganz anderes gemeistert – im hohen Alter sogar den geschickten Umgang mit den Medien. Als der Hessische Rundfunk vor drei Jahren, an ihrem 97. Geburtstag, mit der Sendung „Dolles Dorf“ in Leidenhofen Station machte, war sie natürlich eine begehrte Interviewpartnerin.

Die Seniorin fühlt sich – mittendrin unter einem Dach mit ihrem ältesten Sohn Heinrich und seiner Familie sehr wohl. „Ich habe es hier so gut“, sagt sie und strahlt: „Das Schönste ist, dass sich alle immer so schön einig sind im Haushalt.“

Doch so unbeschwert war es nicht immer. Gerade die erste Hälfte ihres erlebten Jahrhunderts hielt eine Reihe von Prüfungen für die fromme Leidenhofenerin bereit. Als Kind erlebte sie den Ersten Weltkrieg und seine Entbehrungen, zum Beispiel, weil sie ihren Vater erst mit 11 Jahren so richtig kennenlernte, weil der erst im Krieg und dann bis 1920 in französischer Gefangenschaft war.

Für die Tochter einer Bauernfamilie aus dem Ort hieß das von früh an, kräftig mit anzupacken – in einer „handbetriebenen“ Landwirtschaft, die mit der heutigen nicht mehr zu vergleichen ist. Bis 1954 wurden die Felder der Familie mit der Zugkraft von Kühen bestellt, „erst dann hatten wir den ersten Schlepper“, erinnert sich ihr Sohn Heinrich.

von Michael Agricola

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