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„Bioenergiedorf“ geht nur gemeinsam

Energieforum in Allna „Bioenergiedorf“ geht nur gemeinsam

Geballte Informationen rund um das Thema Energiewende lieferte am Sonntag das „Energieforum Allna“.

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Carola Carius (rechts) referierte beim Energieforum Allna zum Thema „Wege zum Bioenergiedorf“. Sie stellte heraus, dass vor der sinnvollen Nutzung erneuerbarer Energien, der Energiebedarf durch energetische Sanierungen gesenkt werden muss.

Quelle: Andreas Schmidt

Allna. Rund 40 Bürger hatten sich im Dorfgemeinschaftshaus versammelt, um verschiedenen Vorträgen rund um das komplexe Themenfeld zu folgen. Die Idee zum Energieforum sei im Arbeitskreis Dorferneuerung entstanden. Denn auch in Weimar sei die Energiewende ein wichtiges Thema. „Kann Allna im Rahmen der Dorferneuerung ein Ort sein, der sich auch zum Bioenergiedorf entwickeln kann“ – das sei der Ansatz gewesen, so Bürgermeister Peter Eidam.

Dr. Norbert Clement vom Fachdienst Erneuerbare Energien des Landkreises referierte zunächst zum Thema „Energiewende im Altbau – (Förder-)Möglichkeiten für Einzelne und Gemeinschaften. Rund um die „Energetische Sanierung von Altbauten und Fachwerkhäusern“ informierte die Gießener Architektin Alwine Gillessen. Und Frank Ortmüller, Gebäudeenergieberater, informierte bei seinem Vortrag über die „Energetische Bauberatung im Altbau“.

Den Abschlussvortrag hielt Carola Carius von der Stabsstelle Entwicklung ländlicher Raum und Förderung erneuerbarer Energien beim Regierungspräsidium Gießen. Die ehemalige Schönstädter Ortsvorsteherin war „treibende Kraft“ bei der Entwicklung des „Energiedorfes Schönstadt“.

In ihrem Vortrag verdeutlichte Carius, dass Hessen bis 2050 den gesamten Energiebedarf aus erneuerbarer Energie gewinnen wolle. Dementsprechend präsentierte sie zunächst einige Zahlen.

Energie einsparen durch Gebäudesanierungen

Und diese zeigten: Der Wärmebedarf ist der größte Batzen, um Energie sparen zu können. „Daher ist der Ausbau der erneuerbaren Energien erst der zweite Punkt. Im ersten Schritt müssen die Potenziale der Gebäudesanierung genutzt werden“, so Carius.

Danach berichtete sie vom Nahwärmenetz in Cölbe-Schönstadt: Auf 13 Kilometern Länge sind rund 80 Prozent der Haushalte angeschlossen. Die Haushalte erhalten die Nahwärme für 9,76 Cent pro Kilowattstunde. Das Blockheizkraftwerk des Sägewerks liefert die aus Rinde und Holzabfällen produzierte Wärme

„Durch die Nutzung dieser Biomasse sparen wir rund 650000 Liter Heizöl pro Jahr ein“, erläuterte Carius.

Es sei zwar viel Überzeugungsarbeit nötig gewesen. „Das Dorf war nicht immer froh darüber“, sagte Carius. Denn auch die Bauarbeiten seien immens gewesen. Aber letztendlich habe es sich mehr als gelohnt. Auch über den Solaracker in Cölbe berichtete Carola Carius. Für Allna empfahl Carius: „Setzen Sie sich zusammen und legen Sie gemeinsame Ziele fest. Denn die Lösungen können Sie nur gemeinsam erreichen. Und Sie müssen Ihre Ideen finden.“

„Allna könnte ein Bioenergiedorf werden“, erläuterte Bürgermeister Peter Eidam. Speziell für Allna sei eventuell ein Biomasse-Kraftwerk denkbar, „auch, wenn wir bis jetzt mit noch niemandem darüber gesprochen haben.“

Immerhin habe man jedoch einen entsprechenden Händler vor Ort. Selbstverständlich müsste zunächst eine Machbarkeitsstudie vorgenommen werden. „Allerdings sollte das Thema Bioenergiedorf einfach ein Besprechungsthema sein.“

Derzeit werde der Teilflächenregionalplan Energie erstellt. in diesem werden laut Eidam alle Themenfelder bearbeitet: Wind, Biomasse, Fotovoltaik – „wo wir durchaus ausgewiesenes Potenzial haben“, so der Bürgermeister. Der Plan sei ein „Steuerungsinstrument und sagt, dass zwei Prozent der Flächen – auch in Niederweimar – generiert werden sollen.“ Ob es wirklich echtes Potenzial gebe, werde sich herausstellen. Für verlässliche Aussagen sei es aber noch zu früh.

„Die Veranstaltung heute ist für uns positiv gelaufen“, resümierte der Weimarer Bürgermeister. Die vier Stunden seien zwar „relativ anstrengend für alle Beteiligten“ gewesen. „Aber der Informationsgehalt war immens hoch.“

von Andreas Schmidt

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