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Bauern setzen jetzt auf Raps und Mais

Ernte bislang „durchschnittlich“ Bauern setzen jetzt auf Raps und Mais

In der vergangenen Woche ging es noch relativ ruhig zu auf den Feldern im Ebsdorfer Grund. Nach einigen Regentagen warten die Landwirte auf besseres Wetter.

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Landwirt Dr. Reiner Bischoff pflügt die Erdbeerfelder von Lagels Hof. Direkt daneben reift noch Getreide und wartet auf die Ernte.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Die Landwirte setzen derzeit auf mehr Sonne und Trockenheit, denn aktuell steht die Ernte des Winterweizens an. Und auf den setzen die Bauern große Hoffnung.

Mancherorts sind Raps- und Gerstenbestände bereits „in trockenen Tüchern“, das Wetter hat dabei jedoch nicht immer mitgespielt. „Es war eine durchschnittliche Ernte, das Wetter nicht optimal und zu lange nass“, berichtet Landwirt Michael Grau, der gerade vom Feld heimkehrt. Für seinen landwirtschaftlichen Familienbetrieb fuhr er in den zurückliegenden Wochen bislang rund vier Tonnen Raps pro Hektar sowie etwa acht Tonnen Gerste pro Hektar ein.

Unwetter können Raps-Ernte gefährden

Der 22-Jährige hofft, dass Unwetter in den nächsten Wochen ausbleiben, ansonsten sei der sensible Raps gefährdet, die dünnen Halme könnten von Wind und Sturm umgemäht werden, „vor allem Hagel wäre eine Katastrophe“. Nach der Ernte ist vor der Ernte – auf den Feldern gibt es jederzeit etwas zu tun. Grau pflügte Ende Juli die bereits abgeernteten Felder durch und säte Senf aus. Warum Senf? Um dem Unkraut entgegenzuwirken, das sich auf dem nackten Feld bis zur nächsten Aussaat unkontrolliert vermehren würde. Der Senf dämmt den ungewollten Bewuchs ein, wächst bis zum späten Herbst und wird etwa im November untergepflügt. „So wird der Boden angereichert und trocknet nicht so stark aus“, erklärt der junge Landwirt aus Ebsdorf.

Geackert wird auch im benachbarten Leidenhofen: Dort pflügte Landwirt Dr. Reiner Bischoff vor kurzem die abgeernteten Erdbeerfelder vom Laggels Hof. Die fruchtige Ernte fiel dabei in diesem Jahr eher schlecht aus. Der Hof verzeichnete im Vergleich zu anderen Jahren rund 30 Prozent weniger Bio-Erdbeeren. Das nasse Wetter ließ viele der ersten und sensiblen Früchte faulen, „die Witterung ist ungewöhnlich in diesem Jahr, viele kühle und nasse Perioden“, erklärt der Landwirt. Dabei leiden manche Feldfrüchte mehr als andere: „Für die Erdbeeren war es schlecht, dafür kann der Mais durch die warme Witterung wieder aufholen“. Bischoff hofft nun auf eine gute Weizenernte – die hat gerade begonnen.

Lange Schlangen an der Fuhrwerkswaage

Die erste Ladung frischen Winterweizen liefert Ende Juli unter anderem Landwirt Eckhard Grau aus Hachborn zum Wiegen beim Raiffeisenbetrieb bei Heskem ab. Die Fuhrwerkswaage ist dieser Tage gut besucht, teils bilden sich lange Schlangen mit den ersten Weizentransporten. Wie seine Kollegen auch, hofft Grau auf passende Witterung in den Augusttagen, denn auch er ist bislang unzufrieden mit der diesjährigen Ernte. „Die Erträge waren etwas enttäuschend, selbst die Gerste-Ernte war mau.“ Auffallend dabei: Die Körner entwickelten sich recht dünn – das bedeutet weniger Gewicht und damit weniger Geld für den Ertrag. Ende Juli lag der Kurs für 100 Kilogramm Gerste bei rund elf Euro. Und das auch nur bei entsprechender Qualität, „die Preise sind schlecht im Moment“, erklärt der Landwirt.

  • Eine kreisweite Bilanz zur Erntesituation zieht der Kreisbauernverband in der kommenden Woche – Bericht folgt.
 
Von der Getreidewaage des Raiffeisenbetriebs bei Heskem lädt der Landwirt Eckhard Grau den frisch geernteten Winterweizen ab. Foto: Ina Tannert

von Ina Tannert

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