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Bau beginnt mit grünem Spatenstich

Ortsumgehung Heskem Bau beginnt mit grünem Spatenstich

Zufrieden verkündet Bürgermeister Andreas Schulz  für die Bürger von Ebsdorfergrund: „Es geht los – die dringend benötigte Ortsumgehung von Heskem kann starten.“ Bis Anfang 2019 soll die Straße fertig werden.

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Als erste Ausgleichsmaßnahme wurde zwischen Heskem und Dreihausen eine Hecke für die betroffene Tierwelt gepflanzt. Links davon wird die neue Ortsumgehung gebaut.

Quelle: Ina Tannert

Heskem. Nicht nur die nun anlaufende, lange umkämpfte Ortsumfahrung, auch das neue Gewerbegebiet und damit einhergehende „Zukunftschancen“ für die Gemeinde nehmen nun ihren Lauf, teilte Schulz am vergangenen Montag mit.
Nachdem im Januar die Klage eines Landwirts gegen den Straßenbau vor Gericht abgewiesen wurde, besteht seit März Rechtskraft und Baurecht für die Ortsumgehung.

Nach Gesprächen mit Hessen Mobil steht fest: Das Projekt Ortsumgehung startet wahrscheinlich in der ersten Juni-Hälfte mit einem „grünen Spatenstich“, wenn möglich gemeinsam mit Landesminister Tarek Al-Wazir.

Eine Ausgleichsfläche für bedrohte Tierarten

Ein grüner Spatenstich – nicht etwa durch die Parteizugehörigkeit des Ministers – sondern im Sinne des Naturschutzes. Denn: Bevor der erste Asphalt für die neue Straße fließen kann, stehen jede Menge Vorarbeiten und Ausgleichsmaßnahmen auf dem Programm. Allen voran die Schaffung von „Ausgleichsflächen und externer Umsetzflächen für betroffene Tierarten“, die parallel und über Monate hinweg stattfinden werden, so Schulz.

Bedrohte Arten wie Fledermäuse, die Feldlerche oder der Ameisenbläuling verlieren durch das Projekt weiter an Lebensraum, dafür muss Ersatz geschaffen werden. Als erster Schritt wurde bereits eine Hecke zwischen Heskem und Dreihausen, in der Nähe der neuen Strecke gepflanzt (siehe Foto). Die geplante Ortsumgehung verbindet die Alte Landstraße L 3125 mit der L 3048, soll so östlich an Heskem vorbeiführen, eine neue Brücke und einen Kreisel beinhalten.

Eigentlicher Streckenbau beginnt ab Mai 2017

Erst ab Oktober diesen Jahres kann schließlich mit der Abtragung von Oberboden begonnen werden. Für den Bau der geplanten Brücke nördlich von Heskem muss der Boden abgeschoben werden. Eventuell folgen archäologische Untersuchungen auf dem alten keltischen Siedlungsgebiet. Diese müssen laut Schulz bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Die ersten Grabungen und der eigentliche Streckenbau folgen dann ab Mai 2017. Die Bauzeit soll rund 18 Monate in Anspruch nehmen. Zwischen der alten Kirchhainer Landstraße und der neu angelegten Strecke soll ein Kreisverkehr entstehen. Parallel zum Bau der Ortsumgehung wird das neue Gewerbegebiet gebaut. Beides sollte in etwa zeitgleich realisiert werden können. „Anfang Januar 2019 könnte die Straße fertig sein“, hofft Schulz.

Gemeinde übernimmt die komplette Finanzierung

Die Kosten für die Umgehung schätzt das Gemeindeoberhaupt auf stolze vier bis viereinhalb Millionen Euro. Das Besondere an dem ehrgeizigen Projekt: Die Gemeinde übernimmt die komplette Vorfinanzierung. Ab 2020 zahlt das Land Hessen die Kosten dann in Raten von je etwa 450.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren zurück. Den Deal über eine Vorfinanzierung traf der Bürgermeister, um das Projekt zu beschleunigen. „Das Land hatte kein Geld für den Bau, es hätte ewig dauern können“, erklärt Schulz.

Die Zustimmung für das Baurecht gab das Land demnach nur, wenn die Gemeinde die Finanzierung vorerst übernimmt. Und das kann sich bei Weitem nicht jede Kommune mal so eben leisten, anders im finanziell stabilen Ebsdorfergrund: „Wir können es, das war eine weise Entscheidung. Unterm Strich haben wir alles richtig gemacht.“

Weiter beschleunigt wird das Projekt durch eine geteilte Ausschreibung. Die Bauarbeiten werden nicht als Gesamtprojekt vergeben, sondern in Teilen gesplittet. Nach und nach werden nun die anstehenden Ausschreibeverfahren veröffentlicht. „Es ist eine Investition in die schnellere Zukunft der Gemeinde, die sich mit diesem Straßenbauprojekt neu aufstellt – ich bin wirklich froh darüber“, so das Fazit des Gemeindechefs.

 
Bürgermeister Andreas Schulz und Bauamtsleiterin Anke Schmidt stellten die neue Hecke vor. Foto: Ina Tannert

von Ina Tannert

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