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Barrierefreiheit für Fische und Schnecken

Naturschutz Barrierefreiheit für Fische und Schnecken

Fische wollen wandern - auch in der Zwester Ohm, die sich durch Ebsdorfergrund und Fronhausen bis zur Einmündung der Lahn schlängelt. Fische können nun auch wieder auf dieser Strecke wandern.

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Im Bachlauf der Zwester Ohm nahe der Straßmühle bei Hachborn gab es einen Absturz von rund einem halben Meter Höhe (kleines Foto) – ein Wanderhindernis, an dem kleine Lebewesen auf ihrer Reise bachauf- und bachabwärts scheiterten. Für eine bessere Gewässerqualität ließ die Gemeinde Ebsdorfergrund mit Fördermitteln für den Naturschutz das Hindernis gemeinsam mit weiteren Akteuren verschwinden. Beim Pressetermin begutachteten die Beteiligten das Ergebnis.

Quelle: Carina Zimmermann

Hachborn. Die Barrieren sind verschwunden. „Ich stelle es mir ein bisschen so vor wie bei uns Menschen. Ein großes Thema ist da ja auch die Barrierefreiheit - und die sollen bei uns in der Gemeinde auch kleine Lebewesen wie Fische und Insekten haben“, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz beim Pressetermin an der Straßmühle bei Hachborn. Dort präsentierte die Gemeinde gemeinsam mit dem Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises das Ergebnis der Bemühungen um Barrierefreiheit in der Zwester Ohm.

Schon an kleinen Hindernisse, wie es eines in Ebsdorf und Hachborn an den beiden Löschwasserentnahmestellen gab sowie nahe der Straßmühle, mussten manche Bachbewohner in der Vergangenheit scheitern. Elritze, Hasel und Bachschmerle etwa. Diese Fischarten und viele Kleinstlebewesen, von denen die Fische sich ernähren, können sich nun wieder ungehindert ausbreiten, das Gewässer durchwandern, um Laichplätze aufzusuchen, neue Nahrungsgründe erschließen oder um in Sommer- und Winterquartiere einzukehren.

Alle drei Barrieren sind in den vergangenen Wochen und Monaten gewichen. Die Zwester Ohm wurde teils verbreitert und mit sogenannten Umgehungsgerinnen ausgestattet, teils wurden Hindernisse beseitigt, die wie eine hohe Treppenstufe aus dem Bach ragten.

Kostenpunkt für alle drei Baustellen: 55000 Euro - voll finanziert aus Landesmitteln, die aus Fördertöpfen für den Naturschutz und durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie für den Ebsdorfer Grund bereitgestellt wurden.

Kommune will noch mehr für die Gewässerqualität tun

Bis zu 93000 Euro hätte die Kommune, die die drei Projekte mit Unterstützung des Landkreises selbst plante und umsetzte, ausgeben dürfen. „Wir könnten das günstiger abwickeln, weil wir ohne Baustraßen ausgekommen sind, die wir bei einer winterlicheren Witterung benötigt hätten“, erklärte die Bauamtsleiterin der Gemeinde, Anke Schmidt. Bürgermeister Schulz war froh, über die „außergewöhnlich unkomplizierte Abwicklung“ der Baustellen an der Zwester Ohm. Er sprach von „der unkompliziertesten Maßnahme über Behördengrenzen hinweg“ in seiner 22-jährigen Dienstzeit. Und er war davon überzeugt, dass das Land als Geldgeber und die Gemeinde mit dem Landkreis als Planungs- und Umsetzungsstelle für beide Seiten gewinnbringend zusammengearbeitet hätten. Für die Gemeinde bewertete er es als positiv, in punkto Barrierefreiheit in den Gewässern „von mit dabei zu sein, auf einem Weg - denn irgendwann wird es für alle Kommunen Pflicht, und wir haben es dann schon erledigt“. Um die Gewässerqualität und den Lebensraum für Tiere, Pflanzen und auch die Menschen im Ebsdorfer Grund weiter zu verbessern, will die Kommune im kommenden Jahr innerhalb des Flurbereinigungsverfahrens Wittelsberg-Rauischholzhausen mehrere Uferrandstreifen erwerben. Sie sollen eine Breite von bis zu zehn Metern haben. Dadurch könnten Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Gewässer vermindert werden - und auch das komme der Qualität des Wassers und damit der Güte des Lebensraums Zwester Ohm zugute, führte Schulz aus.

von Carina Becker

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