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Bahngleise - wo Faulheit zur tödlichen Gefahr wird

Spezialunterricht in Niederweimar Bahngleise - wo Faulheit zur tödlichen Gefahr wird

Bernd Müller war Fahrdienstleiter bei der Bahn. Jetzt engagiert er sichdafür, Kinder über dieGefahren an Gleisen aufzuklären. Dazu kommt er auch an Schulen.

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Bernd Müller reflektiert mit den Schülern der vierten Klassen den Film über Gefahren an Bahngleisen. Sein Fazit: Die Kinderhaben alle sehr aufmerksam zugeschaut und etwas gelernt.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Bahnhof, Züge, Gleise, das sind doch täglich tausende von Menschen unterwegs. Was soll da denn schon passieren? In der Regel sollte nichts passieren, aber wenn man sich eben nicht an Regeln hält, kann ganz schnell etwas passieren.

Das will Bernd Müller insbesondere Kindern näher bringen, zu deren Alltagswelt auch Bahnschienen gehören. Niederweimar hat zum Beispiel einen Haltepunkt. Anders als in anderen Dörfern liegt Niederweimar aber auch an einer überregionalen Verbindungsstrecke. Das bedeutet mehr und wesentlich schnellerer Zugverkehr als etwa auf der Burgwaldbahn von Marburg nach Frankenberg. Und Niederweimar hat noch eine Besonderheit:

„Leider ist es nach wie vor nichts ungewöhnliches, dass Kinder hier Erwachsene die Bahngleise überqueren sehen, weil sie einen kürzeren Weg zum Seepark nehmen wollen“, sagt Müller. Das mag ja tausend Mal gut gehen, aber die Gefahr schwingt immer mit. Und wenn sie richtig aufkommt, ist es meist zu spät, um noch zu reagieren. Die Kinder wissen auch wieso: Die schnellen Züge verursachen einen Sog, der alles, was ihnen zu nahe kommt, unkontrolliert mitreißt. Deshalb gibt es auf den Bahnsteigen auch die durchgezogenen Linien zu den Gleisen hin, um deutlich zu machen, dass man dort als Wartender nicht zu stehen hat. Müller achtet darauf, die Balance zu halten. Gerne bringt er den Kindern „Giveaways“ mit. Coole ICE-Lineale, Zug-Radiergummis, Schlüsselanhänger und Heftchen zum Lesen.

Ein Trickfilm zeigt aber auch schonungslos auf, was passiert, wenn man die Regeln außer Acht lässt. Da trifft ein Junge, der auf einem Bahngelände spielt und sich an einem Puffer den Kopf stößt, drei andere Kinder, die aber schon tot sind. Sie zeigen ihm, was sie falsch gemacht haben: Wer etwa der Oberleitung zu nahe kommt, kann schon einen Stromschlag erleiden, ohne sie angefasst zu haben, wer abgelenkt an Schienen spielt, kann auch schon mal einen ICE regelrecht überhören.

In Niederweimar haben laut Müller durchfahrende Züge Geschwindigkeiten zwischen 120 und 160 Stundenkilometer drauf. „Wer über die Gleise geht, spielt immer mit seinem Leben - meist aus purer Faulheit“, sagt er deutlich.

von Götz Schaub

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