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Ausschüsse sollen alles aufarbeiten

Parlament Fronhausen Ausschüsse sollen alles aufarbeiten

Alles erschien so einfach, endlich hatte die Gemeinde einen Investor gefunden, der die Kriterien der geltenden Beschlüsse zum Festplatz erfüllt, doch setzte diese Nachricht plötzlich einen Prozess mit viel Eigendynamik in Gang.

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Was wird aus dem Festplatz? Diese Frage interessierte am Donnerstagabend mehr als 150 Bürger.

Quelle: Götz Schaub

Fronhausen. In Fronhausen ist oftmals ein Vorhaben nicht so einfach wie es auf dem ersten Blick ausschaut. Da war Bürgermeister Reinhold Weber doch sehr glücklich, in Angelika Knorr-Marin eine Investorin gefunden zu haben, dazu auch noch eine Frau aus der eigenen Gemeinde, die auf dem bisherigen Festplatz „Auf der Schwärz“ investieren möchte. Ein sicherer Investor ist schließlich die Voraussetzung für den Abriss der maroden und mit Asbest belasteten Mehrzweckhalle und die Überplanung des gesamten Areals.

Das rief aber die Burschenschaft auf den Plan, die ihren Festplatz behalten will und zwar bisher nur dort, wo er jetzt ist. Dachte man dann , naja die Burschen tun sich ein bisschen schwer, wurde man dann endgültig überrascht, als eben jene Burschen das Ergebnis einer Umfrage präsentierten, wonach von etwa mehr als 500 befragten Fronhäusern, 492 für den Erhalt des Festplatzes an der jetzigen Stelle stimmten (die OP berichtete). Nun galt es aber für die Burschen, der Investorin einen geeigneten Ausweichplatz anzubieten, weil man deren Vorhaben, „Betreutes Wohnen“ ja auch gut findet. Doch blieb der Vorsitzende der Burschenschaft Nils Meckbach, der am Donnerstagabend im Gemeindeparlament Fronhausen Rederecht eingeräumt bekam, genau an dieser Stelle sehr vage.

Er sprach davon, dass es Alternativen gebe, verkaufsbereite Grundstücksbesitzer und auch kaufbereite Bürger, die die Mehrzweckhalle sanieren würden. Allein ohne Namen zu kennen, wollte sich das Parlament darauf nicht einlassen. Dann gab es noch neue Unterlagen, deren Gehalt so adhoc nicht bewertet werden konnten. So meldete sich die Firma Finger zu Wort und gab zu Bedenken, dass die von behördlicher Seite genehmigten Immissionen deutlich über den Grenzwerten für reine Wohngebiete liegen und deshalb auch noch Auswirkungen auf das Festplatz-Areal haben. Zudem meldete sich auch schon der Nabu Fronhausen zu Wort und stellte einen Alternativplatz für den Festplatz in Frage, obgleich dieser noch nicht Gegenstand der Beschlussfassung ist. Und dann gab es am Donnerstag auch noch reichlich Schelte von der CDU und der Initiative, dass ihnen die Unterlagen viel zu kurzfristig zugesandt wurden. Günter Majewski und Klaus Bork, beide von der SPD-Fraktion sowie Steffen Weber von den „Bürgern für Fronhausen“ warben für die Annahme des Beschlusses, die CDU zeigte sich entschlossen, dagegen zu stimmen.

Steffen Weber machte zunächst deutlich, dass er weder das Anliegen der Burschenschaft noch deren Befragung in Frage stelle, aber er erinnerte auch daran, dass es zwei gültige Beschlüsse der Gemeindevertretung gibt, die nicht einfach ignoriert werden können. „Erstens, die Halle wird abgerissen, somit ist eine Neuvermietung gar nicht möglich, zweitens haben wir die Überplanung des Platzes beschlossen.“

So oder so kam es wie im Vorfeld vermutet darauf an, wie sich die Initiative Fronhausen positionieren würde. Inge Lettermann-Naß von der Initiative sagte: „Wir wollen die Kirmes so erhalten wie sie ist. Wir wollen aber auch das betreute Wohnen verwirklicht sehen. In den vergangenen Tagen hat sich die Informationsflut überschlagen. Wir können deshalb heute nicht ruhigen Gewissens entscheiden.“ Aus diesem Grund forderte die Initiative schließlich, den Tagesordnungspunkt zurück in die Ausschüsse zu verweisen, um dort noch mal ganz von vorn unter Mitwirkung aller Betroffenen eine Lösung zu erarbeiten, die dann in einer Sondersitzung des Parlament beschlossen werden soll. Für diesen Vorschlag stimmte nicht nur auch die CDU, sondern auch zwei Mitglieder der SPD-Fraktion, so dass eine komfortable Mehrheit von 13 Parlamentariern zustande kam gegen acht, die diesen Weg nicht mehr gehen wollten.

Claudia Schnabel von der Initiative und Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses sparte nicht mit Kritik: „Es muss aufhören, dass der Gemeindevorstand Beschlüsse im Kämmerchen vorbereitet, ohne dass mit den relevanten Personen gesprochen wurde. Der Gemeindevorstand sollte mal in die Diskussion und nicht in die Konfrontation gehen.“

von Götz Schaub

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