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Aufwachsen mit dem Feldahorn

Pflanzaktion Aufwachsen mit dem Feldahorn

Gesamtschule Ebsdorfergrund und Forstamt Kirchhain organisierten eine große Pflanzaktion der Deutschen Umweltstiftung. Dabei trafen sich der Geschäftsführer der Stiftung und sein früherer Klassenlehrer wieder.

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Forstamtsleiter Lutz Hofheinz verteilte Bäume an die Schüler und gab ihnen Ratschläge zum Pflanzen.

Quelle: Manfred Schubert

Roßberg. 150 Schüler, alle Sechstklässler der Gesamtschule Ebsdorfergrund, sowie zehn ältere australische Austauschschüler begaben sich in ein Waldstück nahe dem Jugendwaldheim Roßberg. Kalendarisch hat der Frühling begonnen, doch die Temperatur war eher winterlich, überall lagen noch Schneereste, aber deswegen werden sich die Mädchen und Jungen vielleicht noch später an diesen Tag erinnern.

Die Schulpflanzaktion, eine von 200 in diesem Jahr, bei der die Deutsche Umweltstiftung (DUS) mit Unterstützung der Drogeriekette Rossmann bis November 15000 Bäume im gesamten Bundesgebiet verteilen wird, findet anlässlich des internationalen Tags des Waldes statt.

Außerdem war es fast auf den Tag genau 300 Jahre her, dass Hans Carl von Carlowitz sein Buch „Sylvicultura Oeconomica“ auf der Leipziger Buchmesse vorstellte, in dem er zum ersten Mal den Begriff Nachhaltigkeit verwendete. Er sah die Verknappung des Rohstoffes Holz und beschrieb in diesem ersten Fachbuch der Forstwirtschaft einen Weg, die Wälder zu bewirtschaften und zugleich die Holz-Ressourcen dauerhaft zu erhalten. Darauf wies Lutz Hofheinz, Leiter des Forstamts Kirchhain, hin. Der zuständige Revierförster Peter Becker, der die geeignete Fläche schnell nahe dem Jugendwaldheim Roßberg ausmachte und die Aktion vorbereitete, erklärte den Schülern: „Wir Förster haben die Nachhaltigkeit erfunden. Die Baumpflanzung war für das Forstamt Kirchhain ein wichtiger Beitrag im Jubiläumsjahr ,300 Jahre Nachhaltigkeit‘.“

Zwischen der Gesamtschule Ebsdorfergrund und der DUS besteht eine Verbindung in der Person des ehemaligen Schülers Erich Weber, der mittlerweile Geschäftsführer dieser mit 1804 Stiftern größten und ältesten deutschen Bürgerstiftung ist. Der geborene Mardorfer ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu dieser Aktion aus Berlin anzureisen. Besonders freute er sich darüber, dass Wolfgang Vits, der von 1974 bis 1994 die Schule leitete und Weber von 1975 bis 1979 als Klassenlehrer in Geschichte, Erdkunde und Englisch unterrichtete, ebenfalls teilnahm. „Vits ist ein alter Naturbursche mit profunden Kenntnissen. Er hat uns damals durch die Wälder geschleppt und bei mir den Keim für meine heutige Tätigkeit gelegt“, sagte Weber.

Während sie den Schülern bei deren Bemühungen zusahen, unter Anleitung durch die Forstleute die Bäume, je zur Hälfte Feldahorn und Vogelkirschen, fachgerecht zu setzen, tauschten sie rege Erinnerungen und Ansichten über die heutige Situation in Schule und Gesellschaft aus. Vonseiten der DUS unterstützte außerdem der Stadtallendorfer Frank Wittkopp, Mitglied im Wirtschaftsrat, die Aktion vor Ort. Diese soll auch bei den Schülern eine möglichst nachhaltige Wirkung entfalten.

Zum einen erfolgt im sechsten Schuljahr der Einstieg in das Thema Wald, das im achten Schuljahr vertieft wird, zum anderen ist stets ein Waldtag im Jugendwaldheim Roßberg in den Unterricht eingebaut.

Der mühsam eingepflanzte Baum soll, so die Hoffnung, eine direkte gefühlsmäßige Beziehung zum Wald erzeugen. Er wird Teil eines Waldstücks, dessen Entwicklung die Kinder mit besonderem Interesse und Engagement verfolgen können. Sie können mit ihren Eltern den eigenen Baum besuchen, sein Wachstum beobachten und im besten Falle in 50 oder 60 Jahren noch einmal neugierig nachschauen.

Die Schulpflanzaktion der Deutschen Umweltstiftung wird auch auf dem Schulgelände der GSE sichtbar bleiben. Der Holzapfel, Baum des Jahres 2013, wird an zwei Stellen auf dem Schulgelände eingepflanzt.

So wird das Nahrungsangebot für die in der Schule gehaltenen Bienenvölker, die im Rahmen einer Bienen-AG von Schülern betreut werden, nebenbei ergänzt.

von Manfred Schubert

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