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Aufgaben koordinieren und moderieren

Neuer Pfarrer in Ebsdorf Aufgaben koordinieren und moderieren

Die Musik liegt ihm am Herzen und ist für Eric Weidner einer von vielen Wegen, wie Gottes Wort die Menschen ansprechen kann. Der 35-Jährige ist seit Anfang des Monats Pfarrer in der Kirchengemeinde Ebsdorf.

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Eric Weidner ist der neue Pfarrer der Kirchengemeinde Ebsdorf. Sein Wunsch ist es, dass er und seine Familie gut in die Gemeinde passen und dort lange bleiben können.

Quelle: Patricia Grähling

Ebsdorf. „In meinem Beruf bildet sich das ganze Leben ab“, sagt Eric Weidner und gerät dabei ins Schwärmen, wenn er von Jugendarbeit berichtet, von Gesprächen mit jungen und alten Menschen, die er in allen Lebenslagen begleiten darf. Es gebe die schönen Momente mit Taufen und Trauungen, die liebenswerten Kinder in den Kindertagesstätten Ebsdorf und Hachborn sowie die Gespräche mit älteren Menschen und die traurigen Momente bei Beerdigungen. Seit 1. Februar darf Weidner die Menschen in der Kirchengemeinde Ebsdorf begleiten, ist vor allem zuständig für Ebsdorf, Leidenhofen und die beiden Kindertagesstätten.

Noch ist der neue Pfarrer dabei, die Gemeinde kennenzulernen, die Traditionen und Abläufe. Und vor allen Dingen die Geschäftsführung der beiden Kitas. „Vieles läuft hier sehr selbstständig“, verrät er. „Für mich ist das evangelische Gemeinschaft, dass nicht alles am Pfarrer hängt.“ Er sehe seine Aufgabe darin, den Überblick zu bekommen und zu behalten – und vor allen Dingen die Aufgaben in der Gemeinde zu koordinieren und zu moderieren. „Und ich möchte für alle Menschen in der Gemeinde da sein“, benennt Weidner schlicht eine der größten Aufgaben.

Die Gemeinde bietet viel Potential

Eine seiner Hauptaufgaben ist natürlich auch der Gottesdienst. „Ich suche gerne neue, aber angemessene Formen, wie man von Gott reden kann – und wie man mit den Gottesdiensten viele Menschen ansprechen kann“, sagt der 35-Jährige. In der Gemeinde gebe es da sehr viel Potential, das bereits gut genutzt werde: Etwa den Kirchenchor oder den Posaunenchor, kleine Anspiele in besonderen Gottesdiensten. „Diesen Weg möchte ich weitergehen, denn es ist einer der Wege, auf denen Gottes Wort unsere Herzen anspricht.“

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt dem neuen Pfarrer sehr am Herzen. So möchte er nach Möglichkeiten suchen, den Kindergottesdienst wieder aufzubauen. „Und ich freue mich sehr auf die Gottesdienste in den Kindertagesstätten“, verrät er.

Wichtig ist Weidner neben der Gemeindearbeit und der Kirchenmusik – er spielt selbst Gitarre – auch seine Familie: Er ist verheiratet, Vater von zwei dreijährigen Jungs. Seine Frau ist Förderschullehrerin in Ebsdorfergrund – die Pfarrstelle in Ebsdorf sei auch deswegen perfekt für die junge Familie. „Es ist schon unser Wunsch, dass wir gut in die Gemeinde passen, mit allen gut zusammenarbeiten und lange bleiben können“, verrät Weidner.

Nach dem Abschluss zurück nach Marburg

Ursprünglich stammt Weidner aus Freigericht, war in dieser katholischen Gegend in der Minderheit, wie er mit einem Lachen erzählt. Damals sei er in der katholischen Jugendarbeit engagiert gewesen, habe Gottesdienste mitgestaltet. Theologie hat der Pfarrer in Marburg studiert, aber auch in England und in Heidelberg und kehrte für seinen Abschluss zurück nach Marburg. Für ein Gemeindepraktikum reiste er nach Brasilien. „Es waren sehr prägende Erfahrungen“, berichtet er von den Unterschieden in der anglikanischen Kirche und den sehr deutschen Gottesdiensten in Brasilien, die aber in der Musik starke brasilianische Einschläge erfahren.

Nach dem Examen war Weidner von 2009 bis 2011 Vikar an der Elisabethkirche in Marburg. „Die Gemeinde in Ebsdorf ist da schon kleiner, aber sehr viel persönlicher“, zog er einen Vergleich. Nach seiner Ordination wurde der Pfarrer zunächst freigestellt und an das Hans-von-Soden-Institut in Marburg abgeordnet. Dort arbeitete er bis vergangenen Dezember an seiner Doktorarbeit, beschäftigte sich mit der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. „Ich habe geschaut, was Paulus zu der Frage sagt, warum es so viel Leid gibt, wenn es einen Gott gibt.“ Die Arbeit am Schreibtisch, die Vertiefung in dieses Thema sei eine schöne Zeit gewesen, doch nun freue Weidner sich wieder auf die Arbeit als Pfarrer. „Es ist schön, wieder Gottesdienste zu machen und wieder teilhaben zu können am Leben der Menschen in der Gemeinde.“

von Patricia Grähling

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