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Auffrischung für die „Seele des Dorfes“

Kirche Ebsdorf Auffrischung für die „Seele des Dorfes“

Die Arbeiten am Turm der evangelischen Kirche Ebsdorf sind in vollem Gange. Bis November, so das ehrgeizige Ziel, sollen sie abgeschlossen sein.

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Komplett eingerüstet ist derzeit der Kirchturm von Ebsdorf. Um seine Statik zu sichern, müssen viele Bestandteile erneuert werden.

Quelle: Götz Schaub

Ebsdorf. Mit Aufsatz kratzt der Turm der Ebsdorfer Kirche an der 30-Meter-Marke. Also viel Material, das erneuert werden muss. „Ein Eichenbalken, der offenbar noch in Ordnung scheint, kann von innen schon hohl sein“, berichtet Alexander Wenz über die kleinen Überraschungen, die enorme Auswirkungen haben können. Wenz ist Kirchenältester und ist auch im Ruhestand noch ein Mann vom Fach, war er doch als Diplom-Ingenieur im Bauwesen tätig gewesen.

Die Turmsanierung ist ein Kraftakt, nicht nur körperlich, sondern auch finanziell. Obgleich in Hessen die politischen Gemeinden bis zum 1. Januar 2014 kräftig in die Ablösung der Kirchenbaulasten investierten, dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass die Kasse für Sanierungsarbeiten der Kirche üppig ausgestattet sei, sagt Dekan Burkhard zur Nieden. Warum? „Dafür sind es einfach zu viele historische Häuser, die alle ihre Aufmerksamkeit benötigen.“ Der Dekan wirbt um Geduld. „Der Kölner Dom wurde in 300 Jahren erbaut. Wir müssen auch unsere Kräfte und finanziellen Ressourcen verantwortlich einsetzen, denn wir haben die Aufgabe, die Gebäude langfristig zu erhalten.“ Einige Kirchen der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck, die in seinem Zuständigkeitsbereich liegen, bedingen einer besonderen Aufmerksamkeit, weil dort die Beseitigung von Schäden sehr viel Geld binden. „Deshalb haben wir uns Schwerpunkte gesetzt. In diesem Jahr ist es die Ebsdorfer Kirche, im nächsten Jahr die Marburger Pfarrkirche, in der es schon hineinregnet“, informiert zur Nieden.

Pfarrerin Margret Ortmann freut sich sehr, dass der Turm mit den vier Wichhäuschen derzeit saniert wird. „Ebsdorf ist nicht nur ein Dorf mit schönen Fachwerkhäusern, es ist ein Dorf dessen Seele im Mittelpunkt steht.“ Das würden selbst Menschen über das Dorf sagen, die nicht zu den Kirchgängern zählen. Die Kirche ist und bleibt ein Identitätsstifter. So sieht das auch Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. „Auch wenn Kirche und Staat getrennt sind und die Kirchenbaulasten von der politischen Gemeinde nun abgelöst sind, bleibt die Kirche selbst weiter im Dorf und fungiert dort als wichtiger gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt.“ Deshalb freue auch er sich über die Sanierungsarbeiten.

„Letztendlich müssen wir wissen, dass ein so altes Gebäude nie richtig fertig saniert werden kann“, sagt zur Nieden. Doch sei es schön zu sehen, dass die Arbeiten unter der Bauherrschaft der Kirchengemeinde in einer guten Atmosphäre zwischen allen an den Arbeiten Beteiligten verlaufen und bisher auch noch im Kostenrahmen geblieben sind.

von Götz Schaub

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