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„Aufbruch in eine neue Zeiteninsel-Ära“

Förderbescheid „Aufbruch in eine neue Zeiteninsel-Ära“

Das Land Hessen als Hauptgeldgeber für den Aufbau des archäologischen Museums bei Argenstein sorgte gestern für eine vorzeitige Bescherung auf dem Gelände der „Zeiteninsel“ an der Par-Allna.

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Symbolischer Akt auf der „Zeiteninsel“: Ideengeber Dr. Andreas Thiedmann (rechts) und Weimars Bürgermeister Peter Eidam warfen ein versiegeltes Gefäß mit Unterlagen zum Museumsbau in ein Gewässer auf dem Gelände bei Argenstein.

Quelle: Nadine Weigel

Argenstein. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein übergab gemeinsam mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer den Förderbescheid in Höhe von 4,78 Millionen Euro an die Initiatoren. An dem Aufbau des Museums im Marburger Land beteiligen sich der Landkreis, die Universitätsstadt Marburg und die Gemeinde Weimar, auf deren Boden die Schau in den nächsten Jahren entstehen wird. „Jetzt beginnt eine neue Epoche, es ist der Aufbruch in eine neue Zeiteninsel-Ära“, sagt der sichtlich gerührte Dr. Andreas Thiedmann, geschäftsführender Vorstand und Ideengeber der „Zeiteninsel“, „wir werden in den nächsten Jahren sehr mit der Umsetzung beschäftigt sein“.

Minister übergaben gestern Förderbescheid über 4,78 Millionen Euro für archäologisches Freilichtmuseum

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Bei archäologischen Ausgrabungen legten Wissenschaftler in den vergangenen 20 Jahren bedeutende Spuren menschlicher Besiedlung während der zurückliegenden 11 000 Jahre frei. Die Funde der Archäologen sollen in dem Freilichtmuseum erlebbar werden. Die Idee verfolgt Thiedmann seit 17 Jahren. Letztlich gelang der Schulterschluss zwischen den drei Gebietskörperschaften, die sich am Aufbau und Betrieb der „Zeiteninsel“ beteiligen – und die Finanzierung durch das Land. Erleichtert worden sei diese Entscheidung maßgeblich dadurch, dass Betrieb und Weiterfinanzierung der „Zeiteninsel“ durch die Beteiligten gesichert seien, führte Dr. Thomas Schäfer aus.

„Ein guter Tag für das kulturelle Erbe Hessens“

Wissenschaftsminister Boris Rhein sagte bei der Bescheid-Übergabe in Argenstein, dass es „ein guter Tag für das kulturelle Erbe Hessens“ sei und bescheinigte den Initiatoren, dass sie ein „beeindruckendes Konzept“ entwickelt hätten. Wie auch Weimars Bürgermeister Peter Eidam, der von einem „Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit“ sprach, rückte ebenso Landrätin Kirsten Fründt den Schulterschluss  zwischen Stadt, Landkreis und Gemeinde in den Vordergrund. Und sie war sich sicher, dass das Projekt nachhaltige Wirkung im Marburger Land entfalten werde – das lasse sich bereits an den hohen Besucherzahlen ablesen, die die „Zeiteninsel“ schon während ihrer Entstehung bei Museumstagen und Ähnlichem verzeichne. Zudem daran, dass bereits Anfragen von heimischen Schulen vorlägen, die das Museum als Lernort nutzen wollen. Fünf Zeitstationen sollen in den kommenden Jahren auf dem Gelände an der Par-Allna entstehen.

Der Aufbau wird beginnen mit einem Landhaus aus der Rössener Epoche, wie es in der Zeit von 4900 bis 4200 Jahren vor Christi existiert haben könnte. Denn auf dem Gelände wurden Scherben aus der Rössener Epoche gefunden. Das berichtete Monika Mosburger von der Arbeitsgemeinschaft Lebendige Archäologie, die den Festakt am gestrigen Mittag in historisch anmutendem Gewand begleitete. Sie stellte eine Germanin aus der Römerzeit dar. Christian Tewordt aus Wetter begleitete die Bescheid-Übergabe auf seinem Dudelsack. Und Andreas Thiedmann überreichte den beiden Ministern die Repliken eines prähistorischen Angelhakens, der das Symbol der „Zeiteninsel“ darstellt.

Eine weitere Replik kam zum Einsatz, nämlich die eines prähistorischen Gefäßes, wie die Menschen es auf dem heutigen „Zeiteninsel“-Gelände einst hergestellt haben mögen. Darin verpackte und versiegelte Thiedmann Kopien des Förderbescheids und der kommunalen Vereinbarung zum Betrieb des Museums für eine „besondere Grundsteinlegung“, wie er erklärte. Gemeinsam mit Bürgermeister Eidam und Landrätin Fründt versenkte er das Tongefäß mit seinem kostbaren Inhalt dann in einem der Gewässer auf dem künftigen Museumsgelände. Mit diesem Akt werde, wie bei einem Neubau von jeher üblich, um den Beistand höherer Mächte gebeten.

von Carina Becker

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