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Auf die Stühle, fertig, los...

Sitzgymnastik in Weimar Auf die Stühle, fertig, los...

Alle Blicke sind auf Johann Tränkenschuh gerichtet. Der 64-Jährige zeigt, wie „Sitzgymnastik“ funktioniert, ein Sport auch für jene, die eigentlich keinen Sport treiben können.

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Beste Stimmung herrschte bei der Sitzgymnastik während des Spiele-Nachmittags in Niederwalgern.Foto: Björn-Uwe Klein

Niederwalgern. Rund 25 Gymnastik-Teilnehmer sitzen in einem Stuhlkreis zusammen. Jeder hält ungefähr einen Meter Abstand zu seinem Nachbarn. Nur so ist es möglich, die Bewegungen richtig auszuführen, die Johann Tränkenschuh vorgibt. Der 64-Jährige leitet die Sitzgymnastik im Bürgerhaus Niederwalgern, die während des Spiele-Nachmittags der örtlichen Initiative „Bürger helfen Bürgern“ vorgestellt wurde. Ab Januar soll die Sitzgymnastik regelmäßig an ein bis zwei Tagen pro Woche angeboten werden.

Arme ausstrecken, den Oberkörper nach vorn beugen, imaginäre Schuhe an- und ausziehen - das sind nur einige der Übungen, denen Tränkenschuh und die Teilnehmer an diesem Nachmittag nachgehen. Die Laune im Saal ist bestens, immer wieder werden Witze gemacht. Alle Übungen erfolgen im Takt der Musik - „denn mit Musik geht es bekanntlich viel besser“, sagt Tränkenschuh.

Zwischendurch wird der Stuhlkreis aufgelöst. Die Teilnehmer setzen sich zu Paaren gegenüber, fassen sich an den Händen und machen - ebenfalls sitzend - Tanzbewegungen.

Tränkenschuh betont, dass jeder bei der Sitzgymnastik im individuellen Rahmen der eigenen Möglichkeiten mitmachen könne, „egal, ob man sich noch ohne Einschränkungen fortbewegen kann oder auf Hilfen wie Gehstock oder Rollator angewiesen ist.“ Der ehemalige Sportlehrer weist darauf hin, dass der Stuhl nur ein Hilfsmittel sei. „Er kann die ganze Zeit benutzt werden, man kann auf ihn auch teilweise oder ganz verzichten.“

Am wichtigsten seien die Freude an der Bewegung, das Treffen mit Gleichgesinnten und das Gute für die Gesundheit. Eine Auffassung, die auch die Teilnehmer teilen. „Wer rastet, der rostet“, sagt Teilnehmer Helmut Sontowski im Gespräch mit der OP. Der Niederwalgener schätzt auch die gesellige Atmosphäre. „Ich mache gern mit. Erst einmal ist es anstrengend, aber dann wird es leichter.“ Ganz wichtig ist Sontowski auch ein weiterer Aspekt: „Zu Hause macht man das ja nicht. Hier aber macht man die Gymnastik gezielt.“

Reinhard Schneider vom „Bürger-helfen-Bürgern“-Team unterstreicht, dass das Angebot jedem Interessierten offen stehe. Gleiches gelte für die Donnerstags stattfindenden Spiele-Nachmittage. Besucht würden diese hauptsächlich von Senioren - nicht nur aus Niederwalgern, sondern auch aus anderen Ortsteilen der Gemeinde Weimar.

Die Sitz-Gymnastik wird ab Januar jeden Montag im Bürgerhaus angeboten, voraussichtlich ab 14 oder 14.30 Uhr, jeweils für eine halbe bis dreiviertel Stunde. Eventuell werde es auch donnerstags einen wöchentlichen Übungstermin geben, teilte Tränkenschuh mit. Die Teilnahme ist kostenlos. Benötigt würden lockere, legere und keine einengende Kleidung, so Tränkenschuh. Trainingsanzüge oder Sportschuhe seien nicht nötig. Aber an Getränke sollte man denken.

von Björn-Uwe Klein

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