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Auf die Prügel wird verzichtet

Schulfest Niederweimar Auf die Prügel wird verzichtet

Mit einer Projektwoche und dem Schulfest mit Ausstellung, Theateraufführung und vielen Bewegungsangeboten beging die Niederweimarer Schulgemeinde den runden Geburtstag ihres Gebäudes.

Niederweimar. Offenbar ist den heutigen Grundschülern schon bewusst, dass ihr Unterricht angenehmer verläuft als der ihrer Großeltern und Urgroßeltern. „Die Kinder hatten Angst, dass sie geschlagen würden“, berichtete Schulleiterin Dörte Schönherr schmunzelnd angesichts des gewählten Themas „Schule früher“.

Aber so brutal realistisch wurde es dann doch nicht, als es daran ging, „Alte Schule“ zu spielen. Dies war eines von fünf Projekten, mit denen sich alle 118 Kinder in der Woche auf das Schulfest am Wochenende vorbereiteten. Sie erlernten erstaunlich schnell die Sütterlinschrift, sangen alte Lieder, turnten wie zu Zeiten Turnvater Jahns und spielten alte Spiele.

In dem 1913 erbauten ältesten Gebäude am jetzigen Schulstandort - in Niederweimar gibt es zwei noch ältere Schulgebäude - wurden von Freitag bis Sonntag die Ergebnisse der Projektwoche ausgestellt - beispielsweise hatte alle Schüler ihre Namen in Sütterlinschrift aufgezeichnet. Viele Eltern waren dem entsprechenden Aufruf gefolgt und hatten von einer alten Rechenmaschine über Trachten, ein Spinnrad und alte Fotos vieles beigesteuert.

Vor allem die Fotos von ehemaligen Schülern, die Eltern jetziger Schüler sind, fanden große Aufmerksamkeit sowohl bei den Abgebildeten als auch deren Kindern. Die Schulleiterin hatte ein 1939 begonnenes Diktatheft ihrer Mutter gefunden. Eine Schülerin wunderte sich, dass die schöne Handschrift lediglich mit einer „Drei“ bewertet worden war.

Dank des schönen Wetters am Freitagnachmittag konnten die Kinder die zahlreichen Bewegungsangebote auf dem Schulhof ausgiebig nutzen.

Die Abenteuer eines Teddys faszinieren das Publikum

Als Höhepunkt zum Abschluss des Festes gab es Theater. Unter der Leitung von Juliane Nowak vom Hessischen Landestheater Marburg (HLT), mit dem die Grundschule seit 2010 kooperiert, hatte die Theater-AG in den vergangenen zwei Monaten ihr drittes Stück in Folge erarbeitet. Gezeigt wurde „Teddy Brumm“ nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Nils Werner und Heinz Behling.

In gereimter Form und mit viel Bewegung brachten die neun Darstellerinnen und Darsteller aus Klasse zwei bis vier die Geschichte vom Teddy, der sich vernachlässigt fühlt und ausreißt, auf die Bühne. Alle übernahmen mehrere Rollen. Drei der Mädchen spielten zwischendurch auch Flöte, während die musikalische Leiterin, Musiklehrerin Lydia Gottschalk, das Klavier bediente.

Im Wald begegnet der Teddy Bärenbrüdern. Nach dem gemeinsamen Versuch, Honig zu stehlen, werden sie von Bienen gejagt. Schließlich kommt er doch zu seinem Besitzer zurück. Unterstützt wurde die Produktion von den Werkstätten des Landestheaters sowie den Eltern der Kinder, die zum Teil die Kostüme herstellten beziehungsweise aufarbeiteten. Es war die erste Aufführung der Theater-AG, die in der Schule selbst stattfand.

von Manfred Schubert

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