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Auf der Suche nach Synergie-Effekten

Interkommunale Zusammenarbeit Auf der Suche nach Synergie-Effekten

Was ist möglich, was ist nicht möglich. Nur wer darüber spricht, findet die entsprechenden Antworten. Lohras Bürgermeister Georg Gaul und Weimars Bürgermeister Peter Eidam haben den Dialog schon lange aufgenommen.

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Georg Gaul (links), Bürgermeister der Gemeinde Lohra, und Weimars Bürgermeister Peter Eidam auf dem Bauhof der Gemeinde
Lohra. Sie können sich vorstellen, sich gegenseitig Fahrzeuge und auch mal „Manpower“ auszuleihen.

Quelle: Götz Schaub

Lohra. Georg Gaul ist dem Thema interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen sehr aufgeschlossen. Deshalb freut er sich, in Weimar einen Bürgermeister gefunden zu haben, der schon von seinem Parlament den Auftrag erhalten hat, sich dieses Themas mit „Nachbarn“ anzunehmen. Also nahmen die beiden Verwaltungschefs Kontakt miteinander auf und loteten in „intensiven Sondierungsgesprächen“ aus, was denkbar wäre und was nicht.

„Jede Kommune ist anders aufgestellt und von ihrer Struktur her nicht leicht mit einer anderen zu vergleichen. Was also in anderen Kommunen gelingt, muss nicht auf uns zutreffen“, sagt Gaul.

Zusammenarbeit muss individuell Sinn machen

Was er damit meint? Nun, er spielt damit beispielsweise auf den gemeinsamen Bauhof der Nordkreis-Gemeinden Lahntal und Cölbe sowie der Stadt Wetter an. Eine schöne Sache, findet er, doch kann er sich nicht vorstellen, dass so etwas mit Weimar Sinn mache. Beide Gemeinden sind Flächengemeinden mit jeweils über 50 Quadratkilometern. „Wie soll es da zu Kosteneinsparungen kommen, wenn die Fahrtzeiten für die Beschäftigten sehr oft sehr lang werden?“, fragt Gaul.

Hingegen können sich er und Eidam vorstellen, dass man gemeinsame Planungen abspricht. „Wir könnten also die Fuhrparks so ausrichten, dass wir uns gegenseitig Fahrzeuge ausleihen können, so dass wir sie nicht doppelt vorhalten müssen bei relativ überschaubaren Einsatzzeiten“, so Gaul. Auch sei es denkbar, generell das eine oder andere Fahrzeug gemeinsam zu beschaffen. Das spare jeder Kommune Geld. „Das ist ein Ansatz, über den wir geredet haben und durchaus Möglichkeiten sehen“, sagt Eidam. So könne man sich neben Maschinen auch das Personal gegenseitig zur Verfügung stellen, wenn eben mal für besondere Einsätze mehr Leute gebraucht werden.

Allerlei "Denkspiele"

Auch im Straßen- und Kanalbau sehen die beiden Männer durchaus ein Feld für Synergie-Effekte. Beide Gemeinden haben „einen enormen Sanierungsstau“. Über eine Kooperation der beiden Bauämter könnte es möglich sein, Ergebnisse schneller zu erreichen. Mittelfristig sehen die Bürgermeister auch Kooperationsmöglichkeiten bei der Finanzverwaltung, bei den Standesämtern und bei den Einwohnermeldeämtern, um Dienstleistungen im Sinne der Bürger zu verbessern. Ein weiteres Themenfeld ist die Kinderbetreuung. „Hier gilt es Wege zu entwickeln, die dazu führen, dass bereits vorhandene Strukturen besser ausgenutzt werden“, meint Peter Eidam. Bei allen „Denkspielen“ sind sich die Bürgermeister aber auch bewusst, dass sie nur Wegbereiter sein können.

„Alleingänge der Bürgermeister machen da keinen Sinn, die Ideen müssen auch die Akzeptanz in den jeweiligen Parlamenten finden“, sagt Georg Gaul. „Denn nur wenn wir auch unsere Bürger mit auf den Weg nehmen, kann eine Umsetzung wirklich gelingen“, ergänzt Peter Eidam.

von Götz Schaub

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