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Auf der Spur von Reh und Wildschwein

Waldtour in Roßberg Auf der Spur von Reh und Wildschwein

Der Natur in ihrer ganzen Vielfalt auf den Grund gehen, die heimische Tier- und Pflanzenwelt entdecken – diesem Ziel widmen sich derzeit zahlreiche junge Naturforscher im gesamten Landkreis.

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Im Wald bei Roßberg lernten Sören (links) und Ilai die Unterschiede der einzelnen Baumarten und bauten einen Turm aus Fichten- und Buchenästen.

Quelle: Ina Tannert

Roßberg. Die spannenden Waldjugendspiele liegen noch nicht weit zurück – da zieht es die Schüler der Gesamtschule Dreihausen gleich wieder in die Tiefen des Waldes bei Roßberg. Der Grund: die Premiere eines groß angelegten Naturbildungsprojekts.

Im Mittelpunkt der Aktion steht die biologische Vielfalt, auf die allerorts hingewiesen wird. Neben dem Jugendwaldheim Roßberg beteiligt sich auch das Forstamt Kirchhain an dem Projekt und lud die Kinder zu einer spannenden Erlebnistour ein. Sieben Drittklässler aus der Gesamtschule Dreihausen nutzten das Angebot und tauschten drei Tage lang das Schulgebäude gegen das wohl größte Klassenzimmer der Natur – den Wald. Dort gingen die Kinder gemeinsam mit Mitarbeitern des Forstamtes den zahlreichen Bewohnern, tierischen wie pflanzlichen, auf den Grund. „Es gibt nicht nur den einen, grünen Wald – sondern viele Unterschiede, wir wollen die ganze Vielfalt entdecken“, erklärte Waldpädagoge Florian Zilm. Mit jeder Menge Gips im Gepäck stöberten die Schüler Spuren von Reh, Wildschwein oder Waschbär auf und fertigten Gipsabdrücke für den Unterricht an. Auch die unterschiedlichen Baumarten nahmen die neugierigen Kinder genau unter die Lupe.

„Es macht total Spaß, am Wald ist einfach alles toll“

Aus allem, was der Wald so hergibt, bastelten sie sich verschiedene Musikinstrumente, lernten, warum der Artenreichtum so wichtig für das Ökosystem ist und wie sich die einzelnen Hölzer und Blätter voneinander unterscheiden. „Die Fichte hat eine raue Rinde, die Buche ist dagegen glatt“, stellte unter anderem Niklas schnell fest. Für einen spontanen Wettkampf sammelten die Schüler in Zweiergruppen haufenweise Zweige zusammen und schichteten sie zu kleinen Türmen aus Fichten- und Buchenstücken übereinander. Mit stolzen 35 Zentimetern machten Ilai und Mitschüler Sören das Rennen beim Turmbau. Kraftaufwand und Koordination war auch beim Stämmerücken gefragt: mit ganzem Körpereinsatz zerrte die Gruppe meterlange Baumstämme kreuz und quer durch den Wald. „Es macht total Spaß, am Wald ist einfach alles toll“, freute sich Nora.

Die Waldtour war Teil der ersten „Aktionstage biologische Vielfalt“, organisiert vom Netzwerk „Nachhaltig Lernen Region Marburg“. In diesem verbinden sich rund 20 Akteure, Vereine, Initiativen, Fachdienste und andere Träger mit dem Ziel, die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) zu fördern. In Kooperation mit der parallel laufenden Umweltfilmwoche des Landkreises stellen die Organisatoren ein abwechslungsreiches Lernangebot mit rund 50 Programmpunkten auf die Beine. „Es geht um die ganze biologische Vielfalt und das Thema Nachhaltigkeit“, erklärt Zilm.

Zwei ganze Wochen streifen Kinder und Jugendliche durch Wald und Flur, begeben sich noch bis zum 15. Juli auf spannende Entdeckungstouren, von einer Bachwanderung bis zur Geocaching-Jagd. Neben verschiedenen Exkursionen in die Landwirtschaft, den Wald, Fluss oder in die Welt der Naturheilkräuter finden Geländespiele, Seminare, Workshops oder Theaterabende rund um das Thema Natur, Artenvielfalt und nachwachsende Rohstoffe statt.

von Ina Tannert

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