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Auf allen Vieren durch Hachborn

Wettschuld Auf allen Vieren durch Hachborn

Fußballbegeisterung hat schon so manche Verrücktheit hervorgebracht. Dass der FC Bayern München in diesem Jahr das „Triple“ holte, zwang Hartmut Naumann sprichwörtlich in die Knie.

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Hartmut Naumann krabbelte auf allen Vieren von der Straße „Am Wäldchen“ bis nach Hause „Am Schwarzacker“. Er löste damit eine Wette ein, die er mit Hermann Jeske abgeschlossen hatte. Jeske begleitete ihn mit Hund an der Leine.

Quelle: Martina Becker

Hachborn. Wettschulden sind Ehrenschulden, mag es auch noch so peinlich sein. Zu seiner Wette mit Hermann Jeske wollte Hartmut Naumann stehen. Die Vollblutfans des FC Bayern München verpassen kein Spiel dieser Mannschaft und rund fünfzehn Mal im Jahr sind sie auch live in den Arenen mit dabei. Bei den übrigen Spielen wird in der Kellerbar bei Jeskes mitgefiebert.

Naumann erzählte, dass er in der Saison 2010/2011, als es um die Champions League gegangen sei, erstmals davon gesprochen haben, dass er bei einem Gewinn auf allen Vieren nach Hause krabbeln werde. Damals traf es ihn nicht. Mutig setzte er diese Wette in diesem Jahr erneut ein. Die Strecke von gut 500 Metern krabbelnd bewältigen - das wollte er, wenn die Bayern die Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions League, das sogenannte Triple gewinnen. Ein nicht sehr wahrscheinliches Ereignis.

Wie bekannt, holten die Bayern dann tatsächlich das Triple. Am Samstag wurde die Wettschuld ohne zaudern eingelöst. Bevor es losging, präparierte Hartmut Naumann seine Knie und Hände. Dabei kam es schon zu einem kleinen Missgeschick. Das Panzerband, das eigentlich die Knieschützer befestigen sollte, klebte auf einmal an der Lippe von Naumann. Das Gelächter von Jeske und den eigens angereisten Arbeitskolleginnen Carmen und Birgit war groß. „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“. Dieses Sprichwort bewahrheitete sich hier mal wieder. Unter viel Gekicher ging es los. Die Strecke zog sich dann länger als Naumann gedacht hatte. Auch wenn der Auftritt in die Dämmerung gelegt wurde, waren die Straßen nicht menschenleer und so mancher Passant bekam davon mit. Fragende Blicke ließen sich dann nicht vermeiden. „Herrmann, bitte klär auf“, bat Naumann etwas peinlich berührt. Nach gut zwanzig Minuten war die Strecke geschafft und die Erleichterung groß. Es wirkte wie eine Belohnung für Naumann, dass die Bayern am Abend gegen Borussia Dortmund gewannen. Als Trost auf der Strecke gelobten Jeske sowie Carmen Bendel und Birgit Pfalz-Finke, dass sie beim nächsten Triple zu viert krabbeln werden. Mit einer kuriosen Fußballwette steht Naumann nicht alleine. Es gibt prominente Mitstreiter.

Auch Doria Tillier, Wetterfee des französischen Senders „Canal+“, war sich sicher, dass die französische Nationalmannschaft die WM-Teilnahme verpassen würde. Sie versprach nackt zu moderieren, sollten Ribery & Co. die Qualifikation doch noch schaffen. Auch sie stand zu ihrem Wort, aber anders als die Zuschauer erwartet hatten.

Sie moderierte nicht splitternackt - „á poil“, wie es im Französischen heißt - sondern aus dem Ort „Poil“. Nur am Ende der Moderation hüpfte Tillier nackt durchs Bild. Eine Szene, die aus weiter Entfernung gedreht wurde. Eingelöst war die Wettschuld damit, aber dann auch nur irgendwie und nicht so wie in Hachborn, wo es keine Ausflüchte gab.

von Martina Becker

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