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Auch ohne Storchrettung gut zu tun

Feuerwehren Ebsdorfergrund Auch ohne Storchrettung gut zu tun

Weniger Einsätze, weniger Hilfeleistungen, aber mehr Brände verzeichnet die Jahresbilanz der Grund-Wehren. Überdies hatten sich die Männer und Frauen in verschiedenen Bereichen profiliert.

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Die geehrten Feuerwehrfrauen und -männer der Einsatzabteilungen aus der Gemeinde Ebsdorfergrund mit Bürgermeister Andreas Schulz (2. von rechts).
Foto: Martina Becker

Rauischholzhausen. 2013 war das Jahr des „Extremniederschlags“. Zwar nicht in Ebsdorfergrund, dafür aber in mehreren Ländern Mitteleuropas sowie in zahlreichen Bundesländern. Auch Mitglieder der Feuerwehr Ebsdorfergrund halfen beispielsweise im Katastrophengebiet Sachsen und wurden dafür am Freitagabend in der Mehrzweckhalle geehrt.

130 der 232 Aktiven hatten sich hier eingefunden, um noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Der Bericht von Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker war randvoll mit überwiegend positiven Nachrichten. Zufriedenheit herrschte über die Altersstruktur in den Einsatzabteilungen „Das Diagramm hat fast die wünschenswerte Form eines Baumes“, erklärte der Gemeindebrandinspektor.

Dies verdeutlichte, dass der Nachwuchs ein stabiles Fundament bildet. Starke Gruppen bildeten auch die Ü-50-Jährigen sowie die über 60 Jahre alten Einsatzkräfte. Was die Atemschutzträger anbelangt, musste Eucker einen Abwärtstrend feststellen. Die Zahl war von 69 auf 63 gesunken. Als Grund für den Rücklauf vermutete Eucker, dass die Tauglichkeit, die für diese anspruchsvolle Aufgabe immer wieder belegt werden muss, bei einigen Kameraden abgelaufen sei.

Aktiv im Feuerwehrsport

Ihre Klasse bewiesen hatten fünf Mannschaften aus dem Grund bei den Hessischen Feuerwehrleistungsübungen auf Kreisebene in Kirchhain. Sie alle konnten gute Leistungen abrufen. Die Kameraden aus ­Rauischholzhausen qualifizierten sich für den Landesentscheid, wo sie einen „großartigen“ vierten Platz belegten, wie Eucker betonte. Ungeachtet der Gruppenleistung hatten einzelne Teilnehmer im abgelaufenen Jahr eine Vielzahl von persönlichen Leistungsabzeichen erreicht. Dazu gehörten vor allem solche aus dem Feuerwehrsport, der in Ebsdorfergrund besonders „engagiert, qualifiziert“ und mit breitem Angebot betrieben werde.

Dass sich 133 Jugendliche in den Feuerwehren engagieren, sei der Verdienst der Ortsteilwehren, lobte Eucker. Acht Mitglieder konnten im vergangenen Jahr in die Einsatzabteilungen übernommen werden. Hier tun aktuell 30 Frauen und 203 Männer ihren Dienst. Alarmierungen gab es 2013 deutlich ­weniger als im Vorjahr. 12 Brand- und 14 Hilfeleistungseinsätze wurden verzeichnet. Diese summierten sich auf 1101 Einsatzstunden. Das größte Schadensereignis war der Brand eines Carports in Leidenhofen.

In Rauischholzhausen dachte man, dass ein Storch in den Schornstein der alten Molkerei gefallen sei. Eine Rettung war aber nicht nötig, da es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Ein ordentliches Feuerwehraufgebot hatte die Aktion trotzdem ausgelöst.

Wir wirkt die Werbung?

Auch an kritischen Fragen fehlte es in der Versammlung nicht. Wie wird die Feuerwehr in der Bevölkerung wahrgenommen? Welche Erfolge bringen die Werbemaßnahmen? Informieren sich die Bürger bei uns oder sollten wir lieber aktiv auf sie zugehen, damit sie den Weg zu uns finden? Fragen, die Eucker an die Versammlung richtete. Laut Umfragen mangele es der Feuerwehr nicht an Ansehen, betonte der Gemeindebrandinspektor. Er appellierte an die Mannschaft, dass es gelingen müsse, in der Öffentlichkeit ein modernes und positives Bild der Feuerwehr zu vermitteln, um neue Mitglieder begrüßen zu können.

Dass die Gewinnung von neuen Mitgliedern stets ein wichtiges Thema der Feuerwehr sei, betonte Jörg Fackert, der in Vertretung für den Kreisbrandinspektor Lars Schäfer Grußworte überbrachte. Er war der Meinung, dass auch die Mitgliederpflege ein ernst zu nehmender Aspekt sei. Dass „seine“ Feuerwehr gute Arbeit leiste und an der Spitze mit „kompetenten“ Leuten ausgestattet sei, betonte Bürgermeister Andreas Schulz.

Ein „Danke“ richtete er auch im Namen aller Gemeindegremien aus. Der Verwaltungschef erzählte, dass die Erarbeitung des Bedarfs- und Entwicklungsplans im Workshop in großen Schritten voranschreite und im September von der Gemeindevertretung beschlossen werden solle. Dieser bildet die Grundlage für die nächsten zehn Jahre.

Zudem stehen zahlreiche Investitionen aus. Beispielsweise wollen die Wehren in Dreihausen, Wittelsberg und Hachborn ihre Gerätehäuser erweitern. Dazu kommen Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen in verschiedenen Orten.

Ehrungen

Feuerwehrleistungsabzeichen

  • Eisern: Timo Forderung, Fabian Happel (beide aus Beltershausen), Matthias Emmerich, Maximilian Kuhl, Christopher Schäfer, Lukas Schmidt (alle Dreihausen); Joschka Becker, Phil Becker, Laura Dörr, Steffen Findt, Markus Pinschmidt, Uwe Schäfer, Andreas Stranghöner (alle Hachborn);
  • Bronze: Eberhard Wisseler (Beltershausen), Jonas Dietrich, Jonas Knabe (beide Dreihausen), Mischa Dietrich (Hachborn); 
  • Silber: Thomas Preis (Hachborn); 
  • Gold: Nico Senftner (Ebsdorf); Gold (Wiederholungstufe 5): Gerhard Birkenstock (Beltershausen), Daniel Träger (Dreihausen), Gerhard Ebinger, Yvonne Ebinger, Patrick Münn, Martin Rink, Stefan Rink (alle Rauischholzhausen), Tobias Kaletsch (Wittelsberg).

Silbernes Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft:

  • Stephanie Grau, Martin Hahn (beide ­Dreihausen) Swen Claar, ­Jochen Fey, Jens Hedderich ­(alle Roßberg);
  • Goldenes Brandschutzehrenzeichen (40 Jahre aktive Mitgliedschaft: Reinhard Closs (Beltershausen), Werner Böckler (Roßberg).

von Martina Becker

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