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Astronomisches Spektakel über der Burgruine

Perseiden-Nacht Astronomisches Spektakel über der Burgruine

Untypisches, nächtliches Treiben herrschte in der Nacht auf den 13. August auf der Burgruine Frauenberg. Begeisterte Sterngucker genossen ein spektakuläres Naturschauspiel am nächtlichen Himmel.

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„Ganz viele Pünktchen“: Fabian bestaunte den Saturn und jede Menge Kugelsternhaufen durch das große Dobson-Teleskop.

Quelle: Ina Tannert

Frauenberg. Geschätzt über 100 Menschen versammelten sich auf dem Ruinenhügel, um bei sommerlichen Temperaturen und klarem Himmel den diesjährigen Perseiden-Strom zu verfolgen. Tausende Sternschnuppen, korrekt Meteore genannt, waren bis zum Morgen zu bestaunen - ein alljährliches, astronomisches Spektakel im August. Wohl deutlich mehr heimliche Wünsche und Träume wurden von der begeisterten Menge in dieser Nacht still gen Himmel gesandt.

Zu diesem Ereignis veranstaltete der astronomisch-historische Verein „Parallaxe und Sternzeit“ ein Open-Air-Planetarium. Vier große Teleskope mit bis zu 150-facher Vergrößerung hatten die Astronomen auf der Burgruine montiert, um einen der bekanntesten Meteorströme zu betrachten - die Perseiden. Über Stunden hinweg verfolgten hunderte Augen das leuchtende Spektakel, pro Stunde waren dutzende Sternschnuppen am Nachthimmel zu bewundern. „Es herrscht eine tolle Stimmung und hat schon etwas von Freilufttheater“, freute sich nicht nur Besucherin Ilona Dienes.

Bei jeder funkelnden Sichtung brandete neuerlicher Jubel in der Menge auf: „Da ist eine“, „Wunderschön!“ oder ein mehrstimmiges „Wow!“ war in dieser Nacht wiederholt zu hören. Die Faszination Weltall war regelrecht spürbar. „Sterne sind toll“, zeigte sich nicht nur die junge Besucherin Amelie begeistert über das Naturschauspiel. „Der Himmel ist so wunderschön, das fasziniert mich“, stimmte Sandro zu. Der Elfjährige aus Berlin war mit seiner Familie zu Besuch auf dem Lande und freute sich unheimlich, in dieser besonderen Nacht einen klaren Sternenhimmel ohne störende Lichter aus der Großstadt zu sehen: „Das Weltall ist einfach spannend, es gibt noch so vieles, das man darüber noch erfahren kann“, schwärmte er. Astronomen erklärten den interessierten Besuchern die Besonderheiten des nächtlichen Himmels. „Die Staubkörner sind etwa doppelt so schnell wie die Erddrehung“, berichtete etwa der zweite Vereinsvorsitzende Jan Loske von der Volkssternwarte Marburg. Der Begriff „Perseiden“ leitet sich aus dem angenommenen Ursprung der Meteore ab, dem Sternbild „Perseus“. Die Meteore der Perseiden sind kleine Staubpartikel, die mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit von bis zu 59 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen und die sie umgebenden Luftmoleküle zum Leuchten bringen.

Die Meteore verglühen in der Erdatmosphäre, die wenigen Teile, die es auf die Erde schaffen, nennt man wiederum Meteoriten. „Das All ist einfach interessant, noch so vieles ist unentdeckt und für uns unbegreiflich“, freute sich Besucher Christoph Schick über das Schauspiel. Neben den kleinen Partikeln zeigte sich in dieser Nacht auch die Milchstraße und besonders der Saturn von ihrer besten Seite und waren besonders gut zu sehen.

Begeistert verfolgten die Nachtschwärmer ebenfalls die Bewegungen der Raumstation ISS, die in steten Bahnen gut sichtbar über den dunklen Himmel zog und das alljährliche Ereignis kontrastreich ergänzte.

von Ina Tannert

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