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Angriff mit dem Küchenmesser

Streit in Asylunterkunft Angriff mit dem Küchenmesser

Gestern gegen Mittag kam es in Ebsdorf in einem Wohnhaus in der Ortsmitte zu einer Auseinandersetzung zwischen Flüchtlingen - ein 37-jähriger Familienvater verletzte einen 23-Jährigen dabei mit einem Küchenmesser.

Ebsdorf. Die Erste Beigeordnete der Gemeinde, Elisabeth Newton, die sich um die Integration vor Ort bemüht, schlichtete den Streit mit Hilfe der Polizei und leistete Erste Hilfe. Der Verletzte erlitt eine Stichwunde, die nach der Erstversorgung im Krankenhaus genäht werden musste. In dem Wohnhaus, das die Gemeinde für Flüchtlinge zur Verfügung stellt, leben derzeit zehn Personen, darunter eine Familie und mehrere Einzelpersonen.

Zwischen dem Familienvater und zwei jungen Männern sei es in den vergangenen Tagen öfters zu Auseinandersetzungen gekommen – unter anderem soll es um die Nutzung des Badezimmers gegangen sein, berichtete Newton. Die Familie wünsche sich eine separate Unterkunft, erzählte die Erste Beigeordnete. Bürgermeister Andreas Schulz hoffte, dass sich dies in Zusammenarbeit mit dem Landkreis regeln lässt, um in Ebsdorf für Ruhe zu sorgen. Zusammen mit dem Landkreis, der federführend zuständig ist, sorgen die Kommunen für die Unterbringung von Flüchtlingen in freien Wohnungen. „Ich habe darauf gedrängt, dass für die Familie ein separates Quartier gesucht wird – man wird sich bemühen, eine Lösung findet sich“, versicherte Schulz.

Noch am frühen Nachmittag meldete der Landkreis Vollzug – für die Familie wurde eine neue Unterkunft gefunden und der Quartierwechsel konnte direkt erfolgen. „Gleich nach dem Vorfall waren zwei Sozialarbeiter vor Ort, um zu schlichten“, berichtete Kreissprecher Stephan Schienbein. Bis zu dem Vorfall am Freitag sammelte die Gemeinde mit den Flüchtlingen vor Ort ausschließlich gute Erfahrungen, hob Schulz hervor.

Der junge Mann, der durch den Familienvater verletzt wurde, habe die Flächen rund ums Bürgerhaus von Unkraut befreit, um sich ehrenamtlich einzubringen, erzählte der Bürgermeister.

Auch andere der dort untergebrachten Flüchtlinge haben Anschluss gefunden, engagieren sich in der Feuerwehr oder singen im Männergesangverein mit. „Es läuft insgesamt sehr gut“, sagte Elisabeth Newton, „wir wollen die Integrationsarbeit hier unbedingt fortsetzen.“

von Carina Becker

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