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An Ideen mangelt es wahrlich nicht

Treffpunkt für Ältere An Ideen mangelt es wahrlich nicht

„Wir wollen nicht über die Köpfe der Leute planen, sondern mit ihnen“, so Bürgermeister Andreas Schulz. In drei Workshops wurde jetzt gemeinsam der Grundstein für die zukünftige Nutzung des Bürgerhauses von Wittelsberg gelegt.

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Bürgermeister Andreas Schulz (von links), Heike Schick, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Ebsdorfergrund, und Patricia Ortmann stellten die Ergebnisse der Workshops zur Seniorenbegegnungsstätte vor.

Quelle: Martina Becker

Wittelsberg. Die „reife Generation“, sprich die der angehenden Rentner und älter, ist unternehmungslustig und hat noch viele Pläne. Die Idee, eine Seniorenbegegnungsstätte zu verwirklichen, treffe deshalb genau den Nerv der Zeit, findet Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Und weiter führt er aus: „Wittelsberg bietet sich an, eine solche Idee umzusetzen. Das Dorf steckt mitten in der Dorferneuerung und der geplante Umbau des Bürgerhauses sowie die Umgestaltung des dazugehörigen Umfeldes machen diese Planungen möglich.“

Das sagte Schulz bei der Vorstellung der ersten „erfolgreich“ absolvierten „Etappe“. Am Samstag endete der dritte Workshop von rund 20 Vereinen, Institutionen und Gruppen. Vertreten waren beispielsweise die Sportvereine und Dorfgemeinschaften aus Wittelsberg und Rauischholzhausen, der Heimat- und Verschönerungsverein Ebsdorf, die Seniorentanzgruppe, die Behindertensportgruppe sowie die Kirche. Rund 35 Personen hatten die Köpfe zusammengesteckt, um zu beraten, wie das Wittelsberger Bürgerhaus in Zukunft für die älteren Bürgerinnen und Bürger genutzt werden könne. Bevor es mit dem Umbau und der Umgestaltung losgeht, braucht ein solches Vorhaben konkrete Inhalte. „Wir wollen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg planen und damit Gefahr laufen, neben dem Bedarf zu liegen“, erklärte Schulz den Sinn der Treffen. Patricia Ortmann vom Büro KomPakt fungierte als Moderatorin. Ihre Aufgabe ist die Erstellung eines Planungskonzeptes, zu dessen Vorarbeit die Ermittlung des Bürgerwunsches gehört.

Die Frauen und Männer im Alter von Ü50 bis Ü70 hätten „ganz beseelt von dem Vorhaben“ an den drei Samstagvormittagen mit viel Engagement diskutiert und gearbeitet, erzählte Ortmann.

In den ersten Treffen wurde zunächst der Istzustand der Gemeinde zusammengetragen. Viele Puzzleteile ergaben ein erstes Profil. Auch die Generali Altersstudie, von der Bundeszentrale für politische Bildung habe man bei den Überlegungen hinzugezogen, erklärte die Projektleiterin. Danach fühlten sich Ältere im Durchschnitt zehn Jahre jünger und wollten lebenslang unabhängig bleiben, so ein Ergebnis der Studie. Die Definition des zukünftigen Angebots erfolgte in einem weiteren Arbeitsschritt. Sechs Säulen sollen zukünftig im Bürgerhaus von Wittelsberg verortet werden.

Lesecafé, Theater oder Trimm-dich-Aktionen

Gewünscht wird etwa eine Literaturwerkstatt mit Lesecafé, Theater oder Zeitzeugen- sowie Märchenerzählung. Engagieren will man sich auch im Sozialen, wozu Pflegebegleitung oder Sozialberatung mit eigener Internetseite zählen. Zum „jung“ fühlen, gehört auch der Sport. Trimm-dich-Aktionen, Entspannung oder Sinnesgarten sollen dazu beitragen, die Mobilität zu erhalten. In einer Kreativwerksatt will man die Talente der Bürgerinnen und Bürger nutzen. Neben Handarbeitscafé oder Reparaturwerkstatt gibt es zahlreiche weitere Ideen.

Im Außenbereich sollen Hochbeete oder ein Boulefläche angesiedelt werden. Um die Generationen zu vernetzen, werden auch die neuen Medien ihren Platz haben. Sogenannte „Dorfkümmerer“, beispielsweise Ex-Ortsvorsteher oder Ex-Vereinsvorsitzende würde man gerne als Bindeglieder sehen, die Mängel in den Dörfern erkennen und benennen. Aus dieser Sammlung sollen nun konkrete Projekte entwickelt werden. Vier Arbeitsgruppen werden bis zum nächsten Treffen am 10. Mai die Ergebnisse ihrer „Feinarbeit“ vorstellen. Bis dahin steht noch eine Exkursion zu einem Lesecafé oder einem Sinnesparcours an und mit dem Architekten sollen die baulichen Anforderungen besprochen werden.

Damit jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit hat, sich in den Prozess noch einzubringen, wird allen ein Fragebogen zugehen. Angedacht sei kein starres Konzept, die Angebote müssten stets an die Bedürfnisse anpassbar sein, betonte die Projektleiterin. Finanziell unterstützt wird dieses Vorhaben in nicht unerheblichem Maß auch vom Sozialministerium.

von Martina Becker

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