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Am Anfang waren Leiter und Löscheimer

Feuerwehrjubiläum Am Anfang waren Leiter und Löscheimer

Mit Festkommers und Comedyabend feierte die Freiwillige Feuerwehr Ebsdorf ihr 80-jähriges Bestehen. Die Jugendabteilung besteht zugleich seit zehn Jahren.

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Zum 80. Jubiläum zeichnete der Feuerwehrverein Ebsdorf langjährige Mitglieder aus: (von links) Vereinsvorsitzender Hartmut Bloh, Konrad Mink, Konrad Schwarz, Herbert und Johannes Lauer, Zweiter Vorsitzender Alexander Arnold, Heinrich und Konrad Kutsch.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Zahlreiche Mitglieder der Einsatzabteilung, des Feuerwehrvereins, Kollegen benachbarter Wehren und Verbände, Vertreter der Gemeinde und des Landkreises feierten am Samstag gemeinsam das 80-jährige Bestehen der Ebsdorfer Feuerwehr.

Neben zahlreichen Auszeichnungen, Glückwünschen und Geschenken gab es viel Lob für die kommunalen Brandschützer, die sich neben ihrer vordergründigen Aufgabe ebenfalls als wichtiger gesellschaftlicher Faktor der Gemeinde verdient gemacht hätten, lobte unter anderem der Kreisbeigeordnete Klaus Weber. Feuerwehr und Verein haben sich zu jederzeit ihren Aufgaben angepasst und stets „vorbildliche Arbeit geleistet“, betonte Bürgermeister Andreas Schulz.

Über die langjährige Geschichte der Organisation berichteten Wehrführer Franz Grau und Vereinsvorsitzender Hartmut Bloh. Seit ihrer Gründung habe die Wehr stets „Verlässlichkeit und Mitsorge gelebt“, sagte Bloh. Die Gründungsversammlung fand am 3. April 1934 statt. Im Folgejahr erhielt der Verein eine der ersten Motorspritzen im damaligen Kreis Marburg. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges rückte die Wehr zu zahlreichen Lösch- und Aufräumeinsätzen aus. Im Jahr 1962 wurde unter der Leitung von Ortsbrandmeister Konrad Scherer eine Feuerlöschpumpe zur Wasserförderung angeschafft.

Das erste Löschgruppenfahrzeug der Wehr wurde von der damaligen Gemeinde Ebsdorf zehn Jahre später übergeben. Kurze Zeit darauf begann der Bau des Feuerwehrgerätehauses als Anbau an das Dorfgemeinschaftshaus. Dieses stellten die Ebsdorfer im Jahr 1995 endgültig fertig, zum Großteil durch eine hohe Eigenleistung des Feuerwehrvereins.

In den 90er-Jahren erhielt die Feuerwehr ein weiteres Einsatzfahrzeug.

Zur selben Zeit nahmen die Brandschützer, finanziert durch wachsende Vereinsmittel, einen Hochleistungslüfter und später mehrere leistungsstarke hydraulische Gerätschaften samt Wärmebildkamera für Rettungseinsätze in ihre Ausrüstung auf. 2004 hoben die Ebsdorfer ihre Jugendfeuerwehr aus der Taufe, die aktuell aus 17 Mitgliedern besteht.

2007 fand der erste von der Wehr organisierte Ebsdorfer Dorflauf statt, der sich seitdem wachsender Beliebtheit erfreut. In den vergangenen Jahren bauten die Mitglieder ihre Zentrale mehrfach in Eigenarbeit um, richteten Lagerhallen für Equipment und Mannschaftswagen ein. Heute sind Wehrführung und Vereinsvorsitz getrennt, beide Bereiche in der Bevölkerung jedoch als Einheit tief verwurzelt. Der Verein zählt über 260 Mitglieder. Neben der Brandbekämpfung steht vor allem technische Hilfeleistung bei Unfällen und Katastrophenschutz im Vordergrund. „Was einst mit Leitern und Lösch­eimern begann, ist zu einem Dienstleistungsunternehmen geworden, welches mit hochtechnischem Gerät und überdurchschnittlich qualifiziertem Personal ausrückt“, sagte Wehrführer Grau.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsfestes war am Abend der Auftritt des Feuerwehrmannes und Comedian Günther Nuth aus Düsseldorf.

In seinem unterhaltsamen Programm „Rett‘ ich alles“ trug der Entertainer vor über 170 Zuschauern unterhaltsame Anekdoten „aus dem Blaulicht-Milieu“ vor. Mal in der Rolle als Polizist, Krankenpfleger oder als Feuerwehrmann entführte er die begeisterten Besucher humorvoll in die turbulente Welt der Rettungsdienste und in den Alltag der Feuerwachen.

Ehrungen und Beförderungen: Während der Jubiläumsfeier ehrte die Wehr zahlreiche ihrer Vereinsmitglieder und Einsatzkräfte. Für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde Heinrich Bossenberger geehrt. Für 50 Jahre erhielt Herbert Lauer die Ehrenurkunde des Vereins. Eine besondere Auszeichnung für 60 Jahre Mitgliedschaft erhielten Johannes Arnold, Heinrich Kutsch, Johannes Lauer, Konrad Mink sowie Konrad Schwarz. Die langjährigen Einsatzkräfte Herbert Lauer und Konrad Kutsch wurden zudem aus dem aktiven Dienst in die Alters- und Ehrenabteilung entlassen.

Daneben konnte die Wehrführung gleich mehrere aktive Kräfte befördern. Leonora Grau und Julia Lisa Richardt wurden zu Feuerwehrfrauen befördert. Oberfeuerwehrfrau sowie -mann wurden Doreen und Ruben Grau. Zum Hauptfeuerwehrmann konnte Vincent Grau, zum Löschmeister konnte Wolfgang Zidek befördert werden. Für besondere Verdienste um den Brandschutz wurde Marcell Büttner mit dem silbernen Brandschutzehrenabzeichen am Bande des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Brandschutzehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Silber erhielten Alexander Arnold, Hartmut Bloh, Marcell Büttner, Franz Grau, Kai Kutsch, Mario Luther und Ingo Mönke. Die Ehrenmedaille in Gold des Bezirks wurde Heinrich Zidek verliehen.

von Ina Tannert

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